Dunkelkammer: Von Entwickler und Säure - Handwerken im Fotolabor

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Pulverentwickler zum Anrühren

Das Fotolabor im Keller ist neu eingerichtet oder es wurde mal wieder alles gründlich entstaubt. Dann kann es ja losgehen. Fehlt nur noch die passende Chemie. Und was macht man eigentlich mit der verbrauchten Fotochemie? Wir geben einige Tipps, worauf zu achten ist, damit in der Dunkelkammer nichts schief geht.

Zuerst steht in der Regel der Einkauf. Zum Entwickeln von Schwarzweißfilmen benötigt man Entwickler und Fixierer, für Abzüge empfiehlt sich außerdem ein Stoppbad. Und natürlich die Ablageblätter für die Negative nicht vergessen. Bei der Frage nach der richtigen Chemie gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten: Pulver oder Flüssigkonzentrat. Pulverentwickler, wie Kodak D-76 oder Ilford ID11, halten sich als Pulver praktisch unbegrenzt. Wer also gleich einmal auf Vorrat einkauft, liegt damit richtig. Auch als Ansatz sind diese dann noch mindestens sechs Monate haltbar. Die Rechnung geht also, wie viele Filme werde ich entwickeln und was kostet es, wenn ich die Gallone Entwickler nur zu einem Teil aufbrauche? Ansonsten empfiehlt sich die Verwendung von Flüssigkonzentrat. Dieser Entwickler muss nur verdünnt werden, ist aber dafür nicht ewig haltbar. Nach längerer Zeit empfiehlt es sich, einen Test zu machen, bevor ein wichtiger Film damit entwickelt wird. Gleiches gilt auch für den Papierentwickler. Der ist in der Haltbarkeit unbedenklich, im Zweifelsfall wird eben der erste Streifen mit Probebelichtung oder der erste Abzug nicht mehr dunkel, dann ist er hinüber.

Unproblematischer ist der Fixierer, sowohl für Papier als auch für Filme. Es gibt günstige Fixierer als Konzentrat in großen Gebinden (zehn Liter), das ist quasi schon ein kleiner Lebensvorrat. Fixierer kippen auch nicht so leicht um wie Entwickler. Da sowohl für Filme wie auch für Papiere die gleichen Fixierer in unterschiedlicher Konzentration eingesetzt werden, ist hier auch der Verbrauch ein bisschen größer.

Bleibt noch das Stoppbad für die Papierentwicklung. Man kann zwar auch beim Entwickeln von Filmen einen Zwischengang mit Stoppbad einlegen, aber in der Regel genügt da ein Zwischenspülen mit Wasser, das verdünnt den restlichen Entwickler so stark, dass dieser sofort den Geist aufgibt, also keine Gefahr einer Verschleppung in den Fixierer besteht. Anders sieht das beim Entwickeln von Abzügen aus. Hier sollte in jedem Fall ein Stoppbad eingesetzt werden. Dazu gibt es sogenannte Indikator-Stoppbäder, die ihre Farbe ändern, wenn sie verbraucht sind. Da es aber wenig Sinn macht, das Stoppbad länger aufzuheben und das wirklich nur bei großem Papierdurchsatz verbraucht wird, kann man getrost zur kostengünstigen Alternative greifen: Zitronensäure. Gibt es im Drogeriemarkt für kleines Geld. Zwei Esslöffel auf einen Liter Wasser reichen, etwas umrühren, fertig.

Dann kann es ans Filmentwickeln gehen. Die Filmchemie ist bei sachgemäßer Anwendung nicht gefährlich, wobei die Betonung auf sachgemäß liegt. Das heißt, sorglosen Umgang vermeiden. Da wäre zum Beispiel die Aufbewahrung. Chemie gehört nicht in Getränkeflaschen, zu groß ist die Verwechslungsgefahr. Wer seine Haut schonen möchte, greift zu Handschuhen, und da Chemie hässliche Flecken macht, ist ein Laborkittel nicht die dümmste Idee. Außerdem sollte immer für gründliche Durchlüftung gesorgt werden. Professionelle Labors haben deshalb einen Abzug, wer aber nur alle 14 Tage oder drei Wochen mal in die Dunkelkammer geht, dem reicht auch Zwischenlüften. Ansonsten hilft sauberes Arbeiten: Chemiespritzer auf der Arbeitsfläche sofort wegwischen, gebrauchte Laborgeräte immer sofort spülen. Das hilft auch zu verhindern, dass die Chemie von einem Behältnis ins andere verschleppt wird. Händewaschen nicht vergessen.

Und dann ist da noch der größte Feind des Analogfotografen: Staub. Wenn der sich in einem nassen Film festsetzt, dann ist das ein Problem. Und beim Erstellen von Abzügen ist schon mancher am Staub verzweifelt. Was also tun? Erste Regel: Alles sauber halten. Wo kein Staub ist, kann auch keiner aufgewirbelt werden. Wer beispielsweise im heimischen Bad seine Filme entwickelt, kann das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Einfach vorher mal heiß duschen, dann schlägt sich die Feuchtigkeit an den Fliesen nieder und bindet den Staub. Ansonsten sollte man eben so wenig wie möglich aufwirbeln. Wer Abzüge macht, kann mit einem Druckluftspray (aus der Dose, die meisten günstigen Kompressoren geben Öl ab) einmal kurz den Staub zwischen Auflagefläche und Negativ herausblasen. Kurz, einmal und am besten von hinten nach vorne, aus dem Vergrößerer heraus. Das hilft in den meisten Fällen schon.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2014

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