Familienbande im Bilde

Monika Sandel - Ein Sixpack sollte jeder Mann haben Bildgalerie betrachten

Blende ,“Ein Sixpack sollte jeder Mann haben”
Monika Sandel

Die Familie ist das am meisten fotografierte Motiv und so verwundert es nicht, dass unzählige Aufnahmen Fotoalben und individuelle Fotobücher schmücken. In den Anfängen der Fotografie ging man regelmäßig zum Fotografen, um die Familie im besten Glanz abzulichten. Man vertraute zu Recht dem Können der Fotografen, zudem gab es in den wenigsten Haushalten eine Kamera.

Die Zeiten haben sich geändert, was aber nicht bedeutet, dass man heute nicht auch weiterhin Fotografen für ein Abbild der Familienbande aufsucht. Es ist sogar ratsam, in regelmäßigen Abständen die Familie von einem Profi porträtieren zu lassen. Verändert hat sich hingegen, dass über 80 Prozent der Haushalte mindestens über eine Kamera verfügen. Wie Untersuchungen belegen, gibt es nicht mehr nur die Familienkamera, sondern jedes Mitglied, ob groß oder klein, verfügt über ein Aufnahmegerät. Ob zu Hause oder unterwegs, Hochzeit oder Geburtstag - viele übernehmen heute die Rolle des Fotografen, in der Annahme gute Bilder kann jeder machen. Dem ist nicht wirklich immer so, denn ausgefeilte Kameratechnik setzt noch lange keine überzeugenden Aufnahmen voraus. Einige Grundregeln gilt es zu beachten, damit die Familienaufnahmen auch zu überzeugen verstehen.

So belebt Witz jedes Foto. Das Gruppenbildnis der Familie sollte in jedem Fall der Zeit entsprechen. Spielerisch aufgebrochen, kann die Orientierung an der vielbelächelten Jahrhundertwende-Ästhetik - die Familie im Sonntagsstaat samt Patriarchen in der Mitte - durchaus sinnvoll sein. Natürliche Familienaufnahmen verlangen nach Raum und Zeit, in dem sich die Akteure positionieren und frei agieren können. Inszenierung setzt Kraft frei und schafft sprichwörtlich emotionale Beweglichkeit, die das Bildergebnis schon aufgrund des gemeinsamen Bilderlebnisses mit Erinnerungswert auflädt. So ist die Verkleidung, etwa die Simulation eines Strandausflugs mittels entsprechender Kleidung und Accessoires, überaus hilfreich. Auch das Spiel mit Flächen und Kontrasten - etwa das Mischen von Groß und Klein - kann überaus lohnenswert sein. Oder wie wäre es, wenn jedes Familienmitglied seinen Lieblingsgegenstand zum Fotoshooting mitbringt? Wichtig ist, auf die Kleidung zu achten. Knallige Farben gilt es zu vermeiden und, wenn Aufnahmen in Schwarzweiß geplant sind, so ist Kariertes oder Gestreiftes tabu. Wird im Außenbereich fotografiert, so verhindert gleichmäßiges Licht, wie es bei leichter Bewölkung vorliegt, Schatten in den Gesichtern. Entscheidet man sich für das fotografieren in Räumen, so sollte dieser ausreichend Restlicht bieten, denn der Blitz darf nicht zur Hauptlichtquelle werden. Kinder gilt es, in das fotografische Spiel mit einzubeziehen. In jedem Fall muss der Fotograf mit ihnen auf Augenhöhe gehen, denn ansonsten wirken die Aufnahmen von oben herab. Ein Stativ und elektrisch steuerbare Fernauslöser erlauben es, gleichzeitig zu fotografieren und fotografiert zu werden. Zudem kann sich jedes Familienmitglied in den fotografischen Prozess mit einbeziehen: Wer gerade den Auslöser betätigt, verhält sich mimisch und gestisch anders - das bringt Bewegung in statische Arrangements. Serienaufnahmen, bei denen scheinbar nur kleinste Veränderungen stattfinden, bringen oft die besten Ergebnisse und eine filmische Dynamik in das Bildergebnis.
 

Fotografieren in der Praxis 08 / 2009

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