Faszination Stereoskopie

Strohballen Bildgalerie betrachten "Strohballen"
Egon Weiß

Dank der Stereoskopie kann eine Landschaft wie ein kleines Modell wirken oder ein Insektenauge kann die einzelnen Facetten zeigen. Diese besonderen Effekte entstehen durch die geschickte Wahl der Stereobasis.

Für ein 3D-Photo benötigt man zwei Teilbilder, für jedes Auge eines. Die Teilbilder müssen seitlich versetzt sein, dürfen aber weder gegeneinander verdreht noch verkantet sein. Auch ist der Abstand der beiden Teilbilder voneinander wichtig für den Eindruck von Raumtiefe.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese beiden Teilbilder aufzunehmen. Am einfachsten benutzt man eine 3D-Kamera. Das ist eine Kamera mit zwei Aufnahmeobjektiven. Diese Objektive haben ungefähr Augenabstand (zirka 65 mm, die Stereobasis).

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zwei gleiche Kameras (im Hochformat, Abstand ebenfalls zirka 65 mm) fest nebeneinander zu montieren. Diese Kameras müssen gleichzeitig ausgelöst werden. Dies erfordert vom Photographen technisches Geschick und Bastelarbeit.

Die dritte Möglichkeit sieht die Nutzung eines Schiebeschlittens vor. Die Kamera wird (im Querformat) auf dem Schiebeschlitten befestigt. Nach dem Auslösen für das erste Teilbild wird die Kamera um die Stereobasis verschoben. Dann wird das zweite Teilbild photographiert. Bei diesem Verfahren können nur Aufnahmen von sich nicht bewegenden Motiven gemacht werden. Ideal ist diese Methode für Makroinnenaufnahmen, ungeeignet dagegen für Landschaften. Vorüberziehende Wolken oder sich bewegende Blätter verursachen Veränderungen in den Teilbildern, die beim Betrachten als störend empfunden werden.

Weitere Tipps zur Stereoskopie sowie eine Bildergalerie unter http://www.stereoskopie.org/.
 

Fotografieren in der Praxis 09 / 2007

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