Feuerwerksfotografie

© Fotograf: Johann Krausen, A Star Is Born, Photoglobus Bildgalerie betrachten © Fotograf: Johann Krausen, A Star Is Born, Photoglobus

Der Jahreswechsel steht wieder vor der Türe und damit verbunden sind beeindruckende Feuerwerke Land auf und ab. So manch einer verzichtet gern aufs Feiern, um das Feuerwerk zu fotografieren. Auf gutes Wetter muss man bauen, denn ist der Himmel wolkenverhangen und ist es schon vor dem Beginn des Feuerwerks diesig, so kann man keine brillanten Aufnahmen erwarten. Das Wetter muss also schlichtweg auf der Seite des Fotografen stehen. Schnell sollte dieser übrigens auch sein, denn mit zunehmender Feuerwerksdauer vernebelt sich der Himmel zunehmends, was natürlich auch Einfluss auf die Bildqualität hat. Ein erhöhter Standpunkt verschafft Fotografen etwas mehr Zeit. Schon bevor das Feuerwerk losgeht, sollte man sich über den Fotografenstandpunkt Gedanken machen. Hat man den großen Vorteil, in einem Hochhaus weit oben mit Balkon zu wohnen, so ist wahrscheinlich die Frage schnell beantwortet. Befindet man sich aber in einer anderen Stadt zu diesem Zeitpunkt, so fragt man am besten Einheimische, von wo aus man denn die beste Sicht auf das Feuerwerk haben könnte. In zahlreichen Städten und auch Dörfern versammelt man sich an Plätzen zum Feuerwerk. Ein wachsames Auge ist in jedem Fall angesagt – bitte, nicht in Gefahr bringen für eine tolle Aufnahme und bitte, auch das Geschehen im Blick haben, denn Querschläger gibt es immer wieder.

Wird mit einem Weitwinkelobjektiv fotografiert, so garantiert dies dem Fotografen einen großen Bildausschnitt. Wer mit einem Teleobjektiv fotografiert, der sollte ein Gespür für die Flugbahn der Feuerwerkskörper haben. Viele Fotografen entscheiden sich für Zoomobjektive, da sie mit diesen den Bildausschnitt umgehend ändern und so zwischen Detail und Umgebung schnell wechseln können.

Ein Stativ ist aufgrund der längeren Belichtungszeiten in jedem Fall Pflicht. Natürlich kann man die Kamera auch auf ein Geländer auflegen. Sicherer ist aber ein Stativ, das dem Fotografen zudem eine bessere Kamera- und Bildkontrolle garantiert. Um Erschütterungen durch das Auslösen der Kamera zu verhindern greifen Fotografen gern auf Fernauslöser zurück. Ob man sich für einen Kabel- oder Funkfernauslöser entscheidet, ist egal. Erstgenannte gelten als „ausfallsicherer“.

Kommen wir nun zu den Kameraeinstellungen. Am Objektiv ist der AF auszuschalten und der Fokus manuell auf unendlich zu stellen. Der ISO-Wert sollte so niedrig wie nur möglich gewählt werden. Dies reduziert das Rauschen, wodurch die Bildqualität erhöht wird. Empfohlen wird der Base ISO-Wert der Kamera, da hier der maximale Kontrastumfang genutzt werden kann. Über das Internet kann dieser in Erfahrung gebracht werden – einfach das Kameramodell eingeben. Da es beim Fotografieren von Feuerwerken darum geht, Schweife abzulichten, ist eine längere Belichtungszeit erforderlich, weshalb man mit einer Blende zwischen 8 und 16 fotografieren sollte. Die Belichtungszeit wird dann bei rund drei Sekunden liegen. Im Grunde genommen empfiehlt es sich, die Blende eher geschlossen zu halten, um die Schärfentiefe zu erhöhen und, falls es die Explosionen am Himmel erlauben, lieber etwas länger zu belichten. Probieren geht bekanntlich über Studieren und dazu zählt auch die Wahl einer optimaler Zeit- und Blendekombination, die nicht zu weißen Flächen führt.

Manche Fotografen stellen die Blende im Vorfeld ein, drehen die Belichtungszeit so lange hoch, bis die Kamera „Bulb“ anzeigt. In diesem Modus wird der Verschluss geöffnet, sobald man den Fernauslöser/Auslöser das erste Mal gedrückt hat. Wird dieser erneut gedrückt, schließt sich der Verschluss. Der Fotograf hat so die Möglichkeit, ganz genau die Dauer seiner Belichtung zu bestimmen und kann natürlich auch entsprechend auf die unterschiedlichen Feuerwerkskörper reagieren.

Mit der Belichtung sollte man im besten Fall beginnen, bevor die Raketen abgeschossen werden. Das Glück entscheidet über die Bildausbeute. Nicht jeder „Schuss“ wird also zu einem Volltreffer, darüber sollte man sich bewusst sein. Bei einem Feuerwerk sind es zu viele Faktoren, die für den Fotografen vorher nicht kalkulierbar sind. Sehr viele Fotografen greifen zur Serienbildfunktion, wählen kürzere Belichtungszeiten und kombinieren die Einzelaufnahmen zu einer eindrucksvollen Collage.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2012

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