Foodfotografie - Equipment

Foodfotografie - Equipment
Schön angerichtete Speisen verleiten dazu, die Kamera zu zücken und den Auslöser zu betätigen. Mit der Digitalfotografie, so scheint es, wird so manches Essen kalt, weil es zuvor fotografisch in Szene gesetzt wird. Ein weiterer Grund dafür, warum die Foodfotografie so in und angesagt ist, dürfte auch auf den Kochboom zurückzuführen sein – welcher Fernsehsender hat nicht seine eigene Kochshow.

Die Qualität von Foodaufnahmen wird vorrangig vom fotografischen Geschick und Können aber auch von der verwendeten Technik bestimmt. Natürlich gelingen mit einer Kompaktkamera Aufnahmen von Speisen. Wer die Foodfotografie intensivieren und mehr herausholen möchte, der sollte eine Kamera für Wechseloptik (Spiegelreflex- oder kompakte Systemkamera), ein Normal- und leichtes Teleobjektiv, ein Stativ sowie Blitzleuchten sein eigen nennen. Makroobjektive sind dann unerlässlich, wenn sehr nah an die abzubildende Objekte herangegangen werden soll, weil beispielsweise ein Detail gewünscht ist. Auch, wenn Weitwinkelobjektive vorrangig in der Landschaftsfotografie und bei Innenaufnahmen zum Einsatz kommen, so funktionieren sie auch in der Foodfotografie. Ein Fishey-Objektiv gilt sicherlich als das originellste – kommt aber in der Foodfotografie so gut wie nie zum Einsatz.

Fotografieren heißt, mit Licht malen – in der Foodfotografie trägt es maßgeblich zur Bildgestaltung bei. Das Licht entscheidet über eine kontrastreiche oder flaue Aufnahme, Farben können leuchten oder fade wirken und auch die Plastizität eines Bildes hängt vom richtigen Licht ab. Mit Aufsteck- oder eingebautem Blitz kommt man in der anspruchsvollen Foodfotografie nicht wirklich weiter, denn sie taugen lediglich zur Aufhellung bei Gegenlichtsituationen. Studiolampen bieten den großen Vorteil, dass das Licht planbar ist und man sich seine Lichtstimmung entsprechend kreieren kann. Bei Studiolampen hat man die Wahl zwischen Kunst- oder Blitzlicht. Für was man sich entscheidet, ist Geschmackssache und hängt auch vom Motiv ab. Sollte sich beispielsweise etwas bewegen, wie zum Beispiel der Mixer, so empfiehlt sich das Blitzlicht, da sich mit ihm die Bewegungsunschärfe minimieren beziehungsweise gänzlich ausschließen lässt. Wichtig ist, dass das Blitzsystem modular aufgebaut ist, das heißt, dass möglichst viele Zubehörteile, wie Reflektoren und Lichtformer, miteinander kombinierbar sind. Wichtige Merkmale einer guten Blitzanlage sind eine einfache Bedienung, umfangreiches Sortiment, Robustheit sowie Lebensdauer, eine kurze Abbrenndauer, gleichbleibende Lichtmenge/Blitzintensität und die Farbe des Blitzlichtes sollte über einen Regelbereich konstant und reproduzierbar sein. In der Foodfotografie sind schnelle Blitzfolgen, Funkauslösung und weitreichende Programmiermöglichkeiten nicht notwendig. Zur Lichtoptimierung können eine Vielzahl von Hilfsmitteln, vom Aufheller aus Styropor, weißer Pappe oder Papier, matter Silber- oder Goldfolie, ebenso herangezogen werden wie Spiegel und Spiegelscherben, schwarze oder graue Pappen, Diffusorfolien/Transparentpapier sowie Farb- und Korrekturfolien (Filterfolien).

Fotografieren in der Praxis 08 / 2012

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