Foodfotografie - Obst, Gemüse und Fleisch farbenfroh vor der Linse

Foodfotografie - Obst, Gemüse und Fleisch farbenfroh vor der Linse
Gute Foodfotos verlangen nach 1A-Produkten – Profifotografen empfehlen, die doppelte Menge der benötigten Ware einzukaufen – aber auch nach einer fachmännischen Zubereitung, wie beispielsweise dem gleichmäßigen Schneiden von Gemüse. Oftmals wird der Fotograf zum Maler und greift zur Lebensmittelfarbe, wenn es Kanten, wie zum Beispiel bei Fritten, an Deutlichkeit fehlt. Vor allem Geflügel sind beliebte Malobjekte für Foodstylisten. Da wird mit einer Mischung aus Kurkuma und Chillipulver sowie Cayennepfeffer, Paprika und Zimt eine natürliche, leicht ungleichmäßige Braunfärbung erzeugt. Einige Fotografen greifen zum Heißluftföhn um nachzubräunen. Doch Vorsicht, denn hier ist Fingerspitzengefühl angesagt, soll nicht alles als verbranntes Schwarz erscheinen.

Sowohl Obst als auch Gemüse verändern bei der Zubereitung schnell ihr Aussehen, was in der Foodfotografie alles andere als erwünscht ist. Zügiges Arbeiten ist genauso angesagt, wie sich mit Hausmitteln zu behelfen. So ist bekannt, dass Zitronensaft den Prozess der Braunfärbung bei Äpfeln, Birnen, Bananen, Avocados sowie beispielsweise Schwarzwurzeln unterbricht. Gibt man beim Blanchieren von grünem Gemüse eine Messerspitze Natron hinzu, so bleibt die Farbe erhalten. Schnittflächen sollten immer schön feucht gehalten werden, damit sie nicht austrocknen. Dies kann mit einem Wassersprüher geschehen oder aber mit einem Pinsel. Eine andere Option ist der Einsatz von Frischhaltefolie.

Stiele beziehungsweise Stängel neigen sehr schnell dazu auszutrocknen, das Grün wirkt dann nicht mehr leuchtend. Foodfotografen entfernen diese zum Beispiel bei Tomaten vorsichtig und legen sie vorübergehend in ein Schälchen mit lauwarmem Wasser. Kurz vor dem finalen Schuss wird dann mithilfe einer Stecknadel das Grün an der Tomate wieder angebracht. Bei Erdbeeren bietet sich die Entfernung des Grüns nicht an, denn das würde die Frucht zerstören. Feuchtes, auf die Größe des Grüns zurechtgeschnittenes Haushaltspapier verhindert die Austrocknung.

Fleisch und auch Fisch sollten auf gar keinen Fall mit Zitronensaft in Verbindung gebracht werden. Die Säure verändert die Farbe und das Fleisch wird grau – die Farbenpracht wäre dahin. Der rohe Fisch verliert durch Zitronensäure seine Glasigkeit und wird weiß beziehungsweise grau. Glanz kann man rohem und gebratenem Fleisch und auch Fisch dadurch verleihen, indem man es mit Öl – auch an den Schnittflächen – bepinselt.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2012

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