Fotografen sind schlauer - endlich haben wir den Beweis

© Fotograf: Alexander Ahrenhold, One apple a day, Blende-Fotowettbewerb
Dass Fotografen mit offenen Augen durch die Welt gehen, liegt ja sozusagen auf der Hand, denn das ist nun einmal auch Voraussetzung dafür, Motive aufzuspüren. Wie jetzt vermeldet wurde, macht Fotografieren auch schlau, was zwangsläufig zur Folge hat, dass Fotografen auch schlau sein müssen. Schon allein die Aussicht, dass die Auseinandersetzung mit den fotografischen Möglichkeiten für Schlauheit sorgt, sollte Motivation genug sein, gleich sein Aufnahmegerät zu schnappen, auf Motivjagd zu gehen und noch schlauer heimzukehren. Nein, wir möchten das Untersuchungsergebnis nicht auf die Schippe nehmen, sondern wir sehen es als einen Grund mehr, zu fotografieren. Und sollte der Partner beispielsweise die Fotofreude nicht teilen, so hat man ab jetzt schlichtweg einen Argumentationspunkt mehr, warum man fotografiert. Aber nicht nur das. Dauert es dem Partner zu lange, bis man alle Einstellungen an der Kamera vorgenommen hat, so kann man jetzt sagen, dass man das auch seinem Gehirn zuliebe macht, weil es dadurch angeregt wird und man sozusagen mit jeder weiteren Aufnahme an geistigem Potenzial gewinnt.

© Fotograf: Manfred Schönrock, Pferdetransport, Blende-Fotowettbewerb
Fotografieren, so die Untersuchungsergebnisse, inspiriert das Gehirn, und zwar das Erlernen der Fotografie, wie Forscher der Universität von Texas in Dallas herausgefunden haben. Das Gehirn, so die Untersuchungsergebnisse, wird aktiviert, es wird mental gefordert, und zwar beim Fotografieren wesentlich intensiver als beispielsweise beim Gehirnjogging, Sudoku oder Kreuzworträtsel. Die Beschäftigung mit den fotografischen Möglichkeiten fordert und fördert die Hirnleistungen. Sollte man sich also einmal fotografisch überfordert fühlen, weil man beispielsweise seine Kamera und die Gebrauchsanweisung in einem bestimmten Moment nicht versteht, so sollte man diese Herausforderung annehmen. Man geht in doppelter Hinsicht als Sieger hervor, denn man erhöht damit nicht nur die Wahrscheinlichkeit auf eine tolle Aufnahme, sondern man ist schlauer als zu vor, was nun auch nicht verwundert, denn man hat für sich eine fotografische Lösung gefunden. Die Untersuchungsergebnisse überraschen irgendwie nicht, denn die Fotografie gilt als kreative Beschäftigung, die Sinnesreize aktiviert und somit auch schärft. Dass dabei das Gehirn eine große Rolle spielt, liegt auf der Hand.

© Fotograf: Steffen Welsch, Auf dem Salar de Uyuni, Blende-Fotowettbewerb
Nach den Untersuchungen von Dr. Park wird die Gedächtnisleistung dann gesteigert, wenn man Dinge tut, die einem nicht vertraut, aber gleichzeitig mental fordernd sind. In der Folge sollte es also zusätzliche Motivation sein, mit den fotografischen Möglichkeiten seines Aufnahmegerätes zu spielen und den Kopf nicht in den Sand zu stecken, wenn die neue Kamera anfänglich nicht so will wie man selbst.

Weitere Informationen:
http://www.utdallas.edu/news/2013/10/22-26961_Mentally-Challenging-Activities-Improve-Memory-as-_story-wide.html

Fotografieren in der Praxis 11 / 2013

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1 Kommentare

Fotografen sind schlauer? Fotografen, die mit dem Partner fotografieren gehen, mag es ja geben, die sind in der Regel aber hinderlich, da sie stets drängeln und nörgeln. Mir scheint hier sind zwei Ebenen von Fotografieren nicht deutlich getrennt im Artikel. Selbst ich als Laie gehe lieber allein auf Pirsch, wenn ich etwas halbwegs taugliches zustande bekommen will, bei meiner Fotografiererei. Der gelernte Fotograf kann viel mehr dem „mentalen Moment“ Platz einräumen, als so ein Amateur wie ich es einer bin, vorausgesetzt er verfügt überhaupt über solche mentalen Fähigkeiten. Unsereiner geht jedoch ja fast nur mental an sein Werk, wird aber mangels an Beherrschung technischer Probleme und Raffinessen viel liegen lassen müssen an schönen Bildern bzw. deren Feinheiten, die sie dann zum exclusiven Bild erst machen. Bin mir bei dem Artikel nicht so ganz sicher, ob der Verfasser mit dem Begriff „Fotografen“ auch die vielen Fotografierer, wie mich, mit einschließt, die da auf Motivsuche gehen, nehme es aber im eigenen Interesse stark an, schließlich will ich ja auch immer schlauer werden. So gesehen ist die Hirnleistung des Nichtfachmannes/frau sogar noch größer, da er ja noch ganz banale zigfache praktische Einstellungsmöglichkeiten aus den Hirnwindungen zu schälen hat - wie bekomme ich den Hintergrund scharf - oder doch lieber unscharf? Auf jeden Fall ist es ein gutes Argument, wenn man sich zum Fotografieren beim Partner mit den Worten demnächst verabschiedet: „Ich geh mich mal wieder schlau machen mit der Kamera! – bis hoffentlich später Liebling!“ Was aber, wenn ich mir später alle fertigen Bilder meiner letzten Pirsch anschaue, mit den unterschiedlichsten Einstellungen (z.B: 100 – 200 – 400 - 1600 oder 3200 ASA) geschossen und keinen gravierenden Unterschied ausmachen kann an der Qualität des Bildes, da bin ich dann mindestens rat- oder ganz sprachlos. Sollte ich mich da über meinen tollen Apparat (Canon 600D) freuen, der aus allem noch ein Bild macht oder sollte ich den Augenarzt mal befragen? Wilfried Baganz aus Mecklenburg Strelitz

von Wilfried Baganz
20. November 2013, 21:51:23 Uhr

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