Fotografie Grundlagen - Licht: Farbe, Härte, Richtung

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© Blende, Helmut Strauß, Ein Schloßpark zum Genießen

Der Ausspruch „Fotografieren bedeutet, mit Licht malen“ ist sicherlich so alt wie die Fotografie – also annähernd 175 Jahre. Jeder von uns hat ihn wahrscheinlich schon mindestens einmal gehört. Nicht jedem ist jedoch auf den ersten Blick bewusst, wie entscheidend das Licht für die Wirkung von Fotografien ist. Dies liegt möglicherweise in unserer Wahrnehmung beziehungsweise unseren adaptierenden Augen begründet und, dass wir uns bespielsweise dessen gar nicht im Klaren sind, wie sehr sich die Lichtfarbe im Tagesverlauf ändert. Wer über eine Kamera mit Zeitrafferfunktion verfügt, für den ist es ein Leichtes, sich dies zu visualisieren, indem er die Kamera auf ein Stativ setzt und das gleiche Motiv in regelmäßigen Abständen am Morgen beginnend bis in den Abend hinein, ablichtet. Ein kleiner Tipp: In den Morgen- und Abendstunden sollte die Zeit zwischen den einzelnen Aufnahmen nicht zu groß gewählt werden.

Neben der Lichtfarbe verändern sich im Tagesverlauf auch die Härte und die Richtung des Lichtes – das hat natürlich auch erheblichen Einfluss auf die Wirkung von Aufnahmen. Landschaftsfotografen fotografieren bevorzugt in den Morgen- und Abendstunden, da diese ihnen ein optimales Licht und vielfach einen Hauch Romantik garantieren. Mit dem verstärkten Aufkommen von HDR, so unser Eindruck, nähern sich Landschaftsfotografen vielfach altbekannten Malern. Der Einsatz von kamerainternen Filtern trägt übrigens oftmals auch dazu bei. In der Mittagszeit kann man sich und der Kamera getrost Ruhe verordnen oder sich einfach in ein Café oder Ausflugslokal setzen.

In der Fotografie ist immer wieder von weichem und hartem Licht die Rede. Wie hart das Licht wirkt, hängt zum einen von der Größe der Lichtquelle ab, aber auch vom Abstand zum Motiv. Generell schafft eine kleine Lichtquelle ein direktes, hartes Licht. Nehmen wir als Beispiel das Fotografieren mit einem Aufsteckblitz, direkt eingesetzt ohne Zerstreuer und indirekt eingesetzt mit Zerstreuer beziehungsweise eine Ausleuchtung über die Decke. Das direkte Blitzen ist wesentlich härter als das indirekte, weshalb bei Personenaufnahmen beispielsweise bevorzugt indirekt fotografiert wird – auch um harte Schatten zu vermeiden. Werden Personen im Freien abgelichtet, so kommen Diffusoren beziehungsweise Reflektoren zum Einsatz, um ein weicheres Licht zu erhalten.

Aber nicht nur die Größe der Lichtquelle entscheidet über die Härte des Lichtes, sondern auch die Entfernung. Obwohl die Sonne weit weg ist, handelt es sich aufgrund ihrer Strahlkraft um eine harte Lichtquelle. Landschaftsfotografen bevorzugen seitlich einfallendes Licht, denn dies ist für sie ein Garant für Tiefe, aber auch Textur in ihren Aufnahmen.

Und nun noch ein letzter Tipp: Mit dem Weißabgleich haben Fotografen ein wunderbares Tool an ihrer Kamera, auf die jeweilige Lichtfarbe eingehen zu können.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2013

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