Fotografie - Licht und Schatten

© Fotograf: Anton Ritzer, Hopfenfeldgraphik, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Anton Ritzer, Hopfenfeldgraphik, Blende-Fotowettbewerb
Fotografieren – wir wissen es alle, bedeutet nichts anderes, als mit Licht zu malen. Wo Licht ist, ist auch Schatten und wo Schatten ist, ist auch Licht. Wäre dem nicht so, hätten alle Fotografen ein großes Problem, denn ihre Fotografien wären wirkungslos, weil es ihnen an Kontrast und Plastizität mangelt. A und O für die Wirkung von Aufnahmen ist es, sich den Schatten, der für Kontrast sorgt, fotografisch zunutze zu machen. Wichtig ist, die Richtung, aus der das Licht kommt, im Blick zu behalten. In der Fotografie ist in Bezug auf den Kamerastandpunkt von Seitenlicht (rechts/links), Streiflicht (extremes Seitenlicht), Gegenlicht (Fotografie, die in Lichtrichtung aufgenommen wird) oder von Rückenlicht – vielfach auch als Vorderlicht bezeichnet – (aus der Blickrichtung des Fotografen) die Rede. Nicht jede Lichtrichtung ist für jedes Motiv geeignet, wobei dies auch in Abhängigkeit zum eigenen Bildgeschmack steht. Licht und Schatten bedingt für sich gute fotografische Voraussetzungen – entscheidend ist aber auch, das entsprechende Spiel mit Zeit sowie Blende und den Fokus richtig zu setzen. Belichtungsreihen sind immer ein probates Mittel, denn oftmals entscheiden Nuancen.

© Fotograf: Rainer Bausen, Trabbi im Schatten des Mercedes-Sterns, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Rainer Bausen, Trabbi im Schatten des Mercedes-Sterns, Blende-Fotowettbewerb
In der Mittagszeit sollten alle Fotobegeisterten eine Pause einlegen und sich lieber in einem Café verwöhnen lassen. Da das Licht nur von oben kommt – die Sonne steht senkrecht – gelingen meist keine überzeugenden Aufnahmen, weil es ihnen am Licht- und Schattenspiel mangelt. Fotografisch wesentlich interessanter sind die Stunden vor und nach der Mittagszeit, aber auch die Randstunden eines Tages mit ihrer deutlich wärmeren Lichtfarbe. Landschaftsfotografen, die stimmungsvolle romantische Aufnahmen einfangen möchten, bevorzugen diese Randstunden. Sollen bei Bauwerken Plastizität und Oberflächenstrukturen hervorgehoben werden, so gelingt dies am besten mit Seitenlicht oder aber mit Steiflicht. Rückenlicht garantiert Architekturfotografen intensivere Farben, da das Bauwerk gleichmäßig ausgeleuchtet wird. Gegenlicht ist hingegen für Architekturfotografen nur dann von Interesse, wenn es ihnen um Impressionen geht und sie den Schattenverlauf als gestalterisches Element für sich zu nutzen wissen. Ansonsten raten wir in der Architekturfotografie vom Gegenlicht ab. Bei Porträtaufnahmen im Freien können – je nach Intension – die unterschiedlichen Lichtrichtungen zum Tragen kommen. Bei Gegenlicht sollte gegebenenfalls ein Aufheller zum Einsatz kommen, damit das Gesicht – außer es ist beabsichtigt – nicht im Dunkeln versinkt.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2013

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