Fotografie - Wenn die Kreativität mal auf der Strecke bleibt

© Fotograf: Ewald Trapp, Wolken über Dubai, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten © Fotograf: Ewald Trapp, Wolken über Dubai, Blende-Fotowettbewerb

Die Fotografie ist ein kreativer Schaffensprozess. Dieser beginnt bereits mit dem Sehen der Motive, gefolgt von bildgestalterischen Maßnahmen und reicht bis zur Betätigung des Auslösers. Streng genommen umfasst der kreative Schaffensprozess noch mehr, denn er findet in der Bildbearbeitung und Bildausgabe seine Fortsetzung. Als Fotobegeisterter durchläuft man auf dem Weg zu persönlichen fotografischen Perfektion – wie auch immer man die für sich definiert – verschiedene Phasen mit unterschiedlich stark ausgeprägten Extremen. So kann es im Leben eines Fotobegeisterten passieren, dass die Kreativität mal auf der Strecke bleibt. Hier sollte man nicht an sich zweifeln, gehört diese Phase bei einem Prozess wie der Fotografie auch dazu. Man sollte fehlende Kreativität auch als große Chance für die eigene fotografische Weiterentwicklung sehen.

Dem Gewohnten entfliehen

Der Mensch lebt in Gewohnheiten, die meist einem festen Rhythmus folgen. Beispiele dafür sind das morgendliche Aufstehen, das Frühstücken oder der Weg zur Arbeit. Genau solchen Gewohnheiten folgt man auch als Fotobegeisterter. Soviel Halt einem Gewohnheiten im alltäglichen Leben, und auch in Punkto der Fotografie, geben, so sehr sind sie eine Gefahr für die eigene Kreativität. Zunächst sollte man also erst einmal hinterfragen, welche Gewohnheiten man in Bezug auf die Fotografie hat. Stellt man fest, dass das Korsett sehr eng ist, dann sollte man es ablegen, denn wie soll sich etwas entfalten, wenn es eingeschnürt ist.

Eine zu hohe Erwartungshaltung

Bei dem Streben nach persönlicher fotografischer Perfektion liegt die Erwartungshaltung nach visuellen Eyecatcher oftmals enorm hoch und erreicht womöglich ein Niveau, das sich negativ auf die fotografische Kreativität auswirkt. Nur bis zu einem gewissen Maß kann Druck Kreativität freisetzen. Man sollte also ein gewisses Level nicht überschreiten und sich auch hin und wieder hinterfragen, warum man fotografiert. Natürlich sind es die Bilder, die einen stets von neuem motivieren. Es ist aber auch der fotografische Prozess, der für Entspannung vom Alltag sorgt und Spaß mit viel Lebensfreude bietet. Ist es da nicht gegebenenfalls kontraproduktiv für die Entfaltung der Kreativität – die ja einen Freiraum benötigt – eine zu hohe Erwartungshaltung an sich zu stellen?

Offen sein für Neues

Dem Gewohnten zu entfliehen und die fotografische Kreativität neu zu entfachen gelingt, indem man sich neuen Herausforderungen stellt. Das kann ein neues Fotosujet ebenso sein, wie neue Aufnahmetechniken in denen man sich versucht. Aktuelle Aufnahmegeräte sind heute mit einem Funktionsumfang ausgestattet, den die wenigsten in voller Bandbreite für sich ausschöpfen. Es ist durchaus lohnenswert, sich mit den Kamerafeatures von Zeit zu Zeit intensiver auseinanderzusetzen und zu hinterfragen, welche davon möglicherweise Inspiration für mehr Kreativität sein könnten.

Neue Herausforderungen annehmen

Zunächst fotografiert man für sich selbst. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man sich über Fotowettbewerbe wie Blende mit anderen Messen möchte. Die Teilnahme an Fotowettbewerben mit ihren thematischen Vorgaben sind es, die die Kreativität beflügeln und die einen auch dazu bewegen, sich neuen fotografischen Herausforderungen zu stellen.

Sich inspirieren lassen

Neue fotografische Wege für sich einzuschlagen klingt so simpel. In der Praxis zeigt sich, dass Inspiration von außen oftmals ein probates Mittel ist. Das können Bildergalerien wie jene von Blende 2017 mit aktuellen Einsendungen zum laufenden Wettbewerb ebenso sein, wie der Besuch von Fotoausstellungen, Fotoliteratur oder auch Fotostammtische und Organisationen, in denen sich Fotobegeisterte zusammengeschlossen haben.

Nicht anderen Entsprechen wollen

Als Fotobegeisterter, der im Gegensatz zum Profifotografen den großen Vorteil hat, mit der Fotografie nicht seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen, kann man all das fotografieren, wozu man Lust hat. Und wie man fotografiert und Motive in Szene setzt, ist grundsätzlich einem selbst überlassen. Das sollte man sich immer wieder vor Augen führen, denn in der Praxis zeigt sich oft, dass man mit seinen Fotografien auch anderen entsprechen möchte. Dies schränkt natürlich massiv die Kreativität ein und nimmt mitunter auch den Zauber der Fotografie für einen.

Die Fotografie als Ausgleich sehen

Die Fotografie ist so viel mehr als nur ein Bilderlieferant und ein kreativer Schaffensprozess. Die Fotografie schärft den Blick, sie lässt einen entspannen und vom Alltag abschalten, sie ist Lebenselixier mit einem großen Spaßfaktor und sie ist nahezu nicht vergänglich – außer bei einem Datenverlust – und sie ist allgegenwärtig. Meint man, dass die Kreativität zu wünschen übrig lässt, dann sollte man nicht beunruhigt sein – die hier aufgeführten Optionen sind mögliche Impulsgeber damit die Kreativität neu entfacht.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zu Blende»

Fotografieren in der Praxis 11 / 2017

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