Fotografieren entspannt - Der Hektik, dem Stress entfliehen

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© Blende, Brigitte Krija, Hier wohnt der Wind

Wir leben in einer Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint, mit einer grenzenlosen Informationsflut. Diese hat uns so im Griff, dass in allen Lebenslagen Smartphones und Tablets gezückt werden, um ja keine Nachricht zu verpassen. Hinzu kommen die gestiegenen beruflichen Anforderungen, aber auch der Alltagsstress – Menschen fühlen sich zunehmend wie der Hamster im Rad, der nicht mehr aufhört zu laufen. Legen Sie Ihr Smartphone und Ihr Tablet zur Seite, nehmen Sie Ihre Kamera und machen Sie einen Spaziergang. Sie werden mit jedem Schritt feststellen, wie die Fotografie Ihnen hilft, der Hektik sowie dem Stress zu entfliehen und wie Sie die eigene innere Ruhe wiederfinden. Lassen Sie die Hausarbeit zurück, selbst dann, wenn der Berg an Bügelwäsche wächst, wenn die eine oder andere Staubflocke Oberhand zu gewinnen scheint oder wenn der Ablagestapel auf sich aufmerksam macht. Nach der Fototour wird mit aller Gelassenheit alles leichter von der Hand gehen, glauben Sie uns.

Wir appellieren übrigens bewusst für das Fotografieren mit der Kamera und nicht mit dem Smartphone, denn ansonsten werden Sie wieder getrieben sein, nachzuschauen, ob Ihnen nicht jemand eine E-Mail oder eine Nachricht über ein soziales Netzwerk beziehungsweise Whatsapp hinterlassen hat. Im Einklang mit Ihrer Kamera wird jeder einzelne von Ihnen die einheitliche Beobachtung an sich machen, wie die Fotografie hilft, visuellen Reizen gegenüber wieder aufgeschlossener zu sein. Es beginnt schon bei der sich ändernden Wahrnehmung der Farben und setzt sich fort beim Entdecken von Formen und Strukturen. Sie werden Dinge wahrnehmen, an die Sie zuvor keinen Blick verschenkt haben. Durch den Entzug der Reizüberflutung mit Fernsehen, Radio, Internet wie sozialen Netzwerken und E-Mail werden Ihr Blickwinkel und damit auch die Sicht geschärft.

Wer Fotografen beobachtet, der wird feststellen, dass sie in sich ruhen. Aber nicht nur das. Schlechte Laune scheinen ihnen fremd zu sein, selbst dann, wenn ihnen gerade ein Motiv durch die Lappen gegangen sein sollte. Natürlich kann die Stimmung des Fotografen auch einmal umschlagen, aber nur dann, wenn seine Ausrüstung mal nicht so will, weil beispielsweise der Akku leer ist oder wenn sich das Wetter so verschlechtert, dass er in seinem Handeln gestört wird und er wieder zurück in die hektische Welt muss. Die innere Gelassenheit, die Fotografen bei ihrem Handeln gewinnen und die ihnen somit inne ist, ist natürlich auch Voraussetzung für zahlreiche Motive. Denken wir hier beispielsweise an die Tier- oder auch Landschaftsfotografen. Mitunter harren sie mehrere Stunden aus und beobachten bis sie dann im entscheidenden Moment den Auslöser betätigen. Das hat nichts Langweiliges an sich, sondern etwas sehr Entspannendes. Lassen Sie sich treiben. Es spielt auch keine Rolle, mit wie vielen Aufnahmen Sie wieder heimkehren – es werden aber sicherlich mehr sein, als Sie zunächst angenommen haben. Verstehen Sie die Fotografie als persönliche Therapie, ein höchst kreativer Prozess, der Ihre Sinne freisetzt.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2014

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