Oh, Du fröhliche - Fotografieren unter dem Weihnachtsbaum

Ein Knuddelbär zum ersten Weihnachtsfest. Fotos ohne Blitzgerät vom Stativ geben die natürlich warme Lichtstimmung rund um den Tannenbaum wieder. Bildgalerie betrachten

"Ein Knuddelbär zum ersten Weihnachtsfest. Fotos ohne Blitzgerät vom Stativ geben die natürlich warme Lichtstimmung rund um den Tannenbaum wieder."

Bilder unterm Weihnachtsbaum: Die schönsten Stunden im Jahr sind auch ein Geschenk für Fotografen

Weihnachten ist das Lieblingsfest der meisten Menschen. Das liegt sicher am religiösen Hintergrund, an der Jahrtausende alten Tradition und an den Geschenken. Aber Weihnachten rührt auch ans Herz, weil Familie und Freunde zusammenkommen und sich zu Kerzenlicht und Glitzerketten um den Tannenbaum versammeln. Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich diese Kuschelatmosphäre als bleibende Erinnerung in Bildern festhalten.

Vom Blitz getroffen
Leider geben viele Aufnahmen rund um den Weihnachtsbaum nicht viel von der besinnlichen Stimmung wieder. Das liegt vor allem am exzessiven Einsatz des Kamerablitzgeräts. Die Folge: Oma, Opa, der Baum und die Geschenke sehen zwar irgendwie korrekt belichtet aus, aber die natürliche Lichtgebung ist weggeblitzt. Statt leuchtender Kinderaugen glänzen die frontal aufgehellten Bäckchen und spiegelt sich das Blitzgewitter in den Weihnachtskugeln wider.

Wenn man auf den Einsatz eines Blitzgeräts nicht verzichten kann oder will, so muss wenigstens die Dosierung dieses Hilfslichtes dem festlichen Anlass angemessen sein. Etwas knapper belichten, als es die Automatik empfiehlt, kann nicht schaden, um die „Stille Nacht“ zu betonen. Dazu nimmt man an den Kameraeinstellungen - soweit möglich - eine Blitzbelichtungskorrektur vor. Mehrere Testaufnahmen und die Kontrolle am Monitor helfen bei Digitalkameras, die treffende Belichtung zu finden. Wer analog auf Film fotografiert, sollte ebenfalls mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Einstellungen probieren.

Die Zügel anziehen
Große Systemblitzgeräte lassen sich zudem mit Streulichtvorsätzen, sogenannte Diffusoren, etwas zügeln. Das Blitzlicht wirkt durch die Streuung angenehm weich. Einen ähnlichen Effekt kann man durch einen indirekten Blitz über die Zimmerdecke erzielen, zudem wirkt das Motiv dann nicht mehr frontal beleuchtet. Gut ausgestattete Kameras erlauben es, längere Belichtungszeiten und den Einsatz eines Blitzgerätes zu kombinieren. Das ermöglicht es, soviel natürliches Licht von Kerzen und anderen Lichtquellen im Raum aufzunehmen, wie das Fotografieren aus freier Hand gerade noch erlaubt. Was dann noch fehlt, steuert das Blitzgerät per Automatik bei.

Besitzer von Kameras oder Objektiven mit Bildstabilisator sind hierbei im Vorteil. Sie können längere Belichtungszeiten „halten“ und somit die Lichtstimmung stärker betonen. Das kann bei lichtstarken Objektiven und einer auf hohe ISO-Werte eingestellten Empfindlichkeit durchaus bis dahin gehen, dass man neben den brennenden Kerzen des Weihnachtsbaums völlig auf ein Blitzgerät verzichten kann und nur im Kerzenschein aus der Hand fotografiert. Diese Beleuchtung ergibt die eindrucksvollsten Aufnahmen.

Am besten mit Stativ
Eine ruhige Kamera ist das A und O bei der Available-Light-Fotografie. Wenn auch die beste Anti-Wackel-Automatik im dunklen Wohnzimmer nicht mehr ausreicht, muss die Kamera aufs Stativ. Hilfsweise lässt sich der Fotoapparat auch auf einen Tisch oder eine Fensterbank auflegen. Der große Vorteil des Stativs ist aber, dass man in Ruhe den perfekten Ausschnitt wählen kann, und auch ein Kippen ins Hochformat bequem funktioniert. Ein altes Fotografenproblem am Festtag ist, dass er selbst auf keinem der Bilder erscheint - er steht schließlich immer hinter der Kamera. Ein Fernauslöser oder notfalls die Zeitauslöser-Funktion (Timer) ist hier willkommener Helfer und setzt auch den Familienreporter ins rechte Licht.

Fotografieren sollte am Heiligen Abend aber nicht in Stress ausarten. Nicht jede fotografische Idee muss sich gleich in dieser Nacht auf der Speicherkarte wiederfinden. Zuerst gilt es, das Zusammenkommen der Familie und wenn alle ihre Geschenke auspacken festzuhalten. Details kann man in den Tagen danach noch nachbearbeiten. Das Baby zu seinem ersten Weihnachtsfest unterm Baum lässt sich an einem der folgenden Abende in Ruhe in Szene setzen. Dann kann man vielleicht auch mit Effektfiltern experimentieren, die zum Beispiel die Lichter des Baums als Sterne aufflackern lassen. Genießen Sie es - die schönsten Stunden des Jahres sind ein Geschenk für jeden Fotografen.
 

Fotografieren in der Praxis 12 / 2008

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