Fotografieren von Osterfeuer

Matthias Leber, Feuerspender
Matthias Leber, Feuerspender
Ostern gilt, neben Pfingsten und Weihnachten, als das älteste und höchste Fest der Christenheit. Verbunden mit dem beweglichen Fest – der Ostersonntag hängt vom Frühlingsvollmond ab, wobei der Frühlingsanfang festgelegt ist auf den 21. März und anders berechnet wird als im jüdischen Kalender – gibt es eine Reihe von Bräuchen, die allesamt lohnende Fotomotive sind. Imposante Aufnahmen garantieren Osterfeuer – diese wurden bereits in heidnischer Zeit praktiziert. Man versuchte, mit diesem Frühlingsfeuer die Sonne magisch auf die Erde herab zu ziehen. Die ersten christlichen Osterfeuer gab es um 750 in Frankreich, seit dem 11. Jahrhundert sind sie im deutschsprachigen Raum verbreitet. Der Blitz sollte beim Fotografieren von Osterfeuern ausgeschaltet sein, denn er gilt als Stimmungskiller. Auch, wenn in der Nacht das Osterfeuer am imposantesten erscheint, so empfiehlt es sich, bereits in der Dämmerung den Auslöser zu betätigen, da so auch noch Zeichnungen des Himmels eingefangen werden können, was die Aufnahmen meist interessanter macht.

My Lex, Lagerfeuer
My Lex, Lagerfeuer
Die Kamera sollte auf einem Stativ ruhen, denn die längeren Belichtungszeiten verlangen danach. Die ISO-Zahl gilt es zu erhöhen, auch, wenn das möglicherweise mit Bildrauschen einhergeht. Dies fällt aber nicht so ins Gewicht, denn die Rauschepixel vertragen sich perfekt mit dem real vorhandenen Funken- und Ascheflug. Auch, wenn eine offene Blende eine geringe Schärfentiefe mit sich bringt, sollte man sich dafür entscheiden, denn das verkürzt die Belichtungszeit. Lohnenswert ist es, auch mit dem Weißabgleich zu spielen, der hilft, die Stimmung des Osterfeuers zu unterstreichen. Sollen Personen am Osterfeuer fotografisch mit eingefangen werden, so stehen diese selten still. Aufgrund der längeren Belichtungszeit, ist eine Bewegungsunschärfe in den Aufnahmen nicht auszuschließen. Möchte man die Personen am Osterfeuer als Silhouetten ablichten, so sollte man sich außerhalb des Kreises befinden. Entscheidend ist, dass die Belichtungsmessung auf dem Osterfeuer liegt. Dies bewirkt, dass beispielsweise Personen im Vordergrund unterbelichtet werden, wodurch sie als Silhouette abgelichtet werden. Geht es am Osterfeuer mehr um Personen und ihre Gesichtsausdrücke, kann natürlich auch der Blitz zum Einsatz kommen. Wichtig für stimmungsvolle Personenaufnahmen ist darauf zu achten, dass diese nicht totgeblitzt werden. Die Blitzleistung muss dann entsprechend nach unten korrigiert werden.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2013

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