Fotografische Herbstimpressionen - Pilze

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Pilze schmecken meist nicht nur gut, sie sind auch absolut fotogene Motive, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Der Herbst ist die Zeit im Jahr, in der nicht nur Pilzsammler auf ihre Kosten kommen sondern auch all jene, die auf der Jagd nach Motiven sind – Fotografen wird eh nachgesagt, sie seien Jäger und Sammler. Fotografien von Pilzen sind zudem absolut tolle Motive für selbstgestaltete Fotokalender und Fotogrußkarten. Aber auch Vergrößert im XXL-Format in den eigenen vier Wänden sind sie ein hinkucker. Also nichts wie raus, denn spätestens wenn der erste Frost Einzug hält, ist es vorbei mit der Pilzpracht und man muss auf das nächste Jahr warten.

Die besten Aufnahmen von Pilzen gelingen bei Bewölkung. Ist es zu sonnig, so hat man mit starken Kontrasten sowie Schatten und mit sogenannten Spitzlichtern zu kämpfen. Nun, das Wetter kann man sich bekanntlich nicht aussuchen und sollte es zu sonnig sein, dann helfen Diffusoren, dies zu verhindern beziehungsweise zu reduzieren. Kenner der Fotografie werden anmerken, dass bewölkte Tage kein beziehungsweise nur ein unzureichendes Spiel mit Licht und Schatten zulassen, welches aber so wichtig ist, um Motive wirkungsvoll in Szene zu setzen. Dem muss zugestimmt werden und deswegen, weil dieses Stilmittel bei Bewölkung wegfällt, ist die Bildkomposition aber auch der Einsatz von Lichtquellen entscheidend, um Pilze wirkungsvoll abzulichten. Wird mit einer Kompaktkamera fotografiert, so hat man nicht die Option, den Blitz von der Kamera zu entkoppeln. Das ist nicht schlimm, denn in diesem Fall hilft eine Taschenlampe weiter. Wie mit einem entkoppelten Blitz kann seitliches Licht oder aber Gegenlicht erzeugt werden. Zudem hat man die Option, Pilze von unten mit ihr anzuleuchten, wodurch beispielsweise ihre Lamellen stärker in den Fokus gerückt werden können. Wird mit einer kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera fotografiert, so sollte man den Blitz von der Kamera entkoppeln. Sollen die Aufnahmen natürlich anmuten, gilt es, die Blitzleistung entsprechend zu reduzieren. Empfehlenswert ist in jedem Fall der Einsatz von Reflektoren. Einsteigern sei empfohlen, zunächst erst einmal mit einem Reflektor fotografische Erfahrung zu sammeln. Wichtig ist für sich festzulegen, wohin das Licht fallen soll, was man also herausstellen möchte. Ist man im Umgang mit Reflektoren schon versierter, so steigt das fotografische Spiel mit dem Einsatz eines weiteren Reflektors. Zahlreiche Naturfotografen raten übrigens vom Einsatz eines Ringblitzes, der eine ausgewogene Ausleuchtung garantiert, ab. Ihnen sind die Aufnahmen zu unnatürlich. Ist man ein Anhänger von Verfremdungen, so sollten die kamerainternen Filter zum Einsatz kommen. Auch HDR ist möglicherweise eine Option. Das gute an Pilzen ist, dass sie nicht weglaufen und man als Fotograf quasi alle Zeit der Welt für das fotografische Spiel aber auch für das Experiment hat.

Fotografisch technisch perfekt für die Pilzfotografie ist man ausgerüstet, wenn eine kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera mit einem beispielsweise 180 mm Makroobjektiv zum Einsatz kommt. Sehr nützlich ist ein Winkelsucher, der die Betrachtung des Sucherbildes in einem Winkel von 90 Grad erlaubt. Winkelsucher gibt es übrigens auch mit Lupenfunktion, so dass man auf zweifache Vergrößerung umschalten und im zentralen Bildbereich präzise scharfstellen kann. Ein Stativ ist ebenso empfehlenswert wie Reflektoren, Blitz, Taschenlampe und ein Fernauslöser, denn schon das Auslösen der Kamera kann zu Verwacklungen und somit unscharfen Aufnahmen führen. An einen Pinsel sollte man ebenso denken – mit ihm lassen sich störende Elemente vom Pilz entfernen – wie an eine Schere, mit der sich beispielsweise Grashalme beseitigen lassen, die die Bildkomposition stören könnten.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2013

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