Fotografisches Experiment - extreme Kurzzeitbelichtung

Wassertropfen Bildgalerie betrachten Wassertropfen

Zahlreiche aktuelle Kameras beherrschen kürzeste Verschlusszeiten von 1/4000 Sekunde und sogar noch kürzer. Die aber einzusetzen verlangt meist nicht nur pralle Sonne, sondern noch zusätzliche Beleuchtung, wofür normale Blitze aber ausscheiden, weil dann die Kamera ja wieder eine längere Belichtungszeit (Blitz-Synchronzeit) benötigt. Wie wäre es dann mit ein paar Aufnahmen im Dunkeln? Also nicht in einem durchschnittlich beleuchteten Wohnzimmer, sondern im Keller, wo der Blitz die einzige Lichtquelle ist.

Die Abbrennzeit eines normalen Systemblitzes ist etwas länger als 1/1000 Sekunde. Allerdings brennt das Licht in dieser Zeit nicht gleichmäßig ab, vielmehr verliert es zum Ende hin deutlich an Intensität. Der helle Teil einer Blitzleuchtdauer ist also viel kürzer – und schafft Raum für Experimente. Es gibt auch Spezialblitzgeräte, die eine Leuchtdauer von 1/50000 Sekunde und noch kürzer haben.

Ein fallender Wassertropfen (oder Milch, Wein oder was auch immer) und die danach aufspritzende Flüssigkeit ist ein solches Motiv, das besonders kurze Belichtungszeiten benötigt. Idealer Weise steht die Kamera also wieder auf einem Stativ, dadurch hat der Fotograf die Hände frei. Ein Makro-Objektiv ermöglicht formatfüllende Aufnahmen. Wenn es im Raum tatsächlich dunkel ist, kann der Fotograf einfach eine lange Verschlusszeit an der Kamera wählen, egal ob 1/60 oder eine halbe Sekunde – im Dunkeln macht das keinen Unterschied, Licht kommt nur vom Blitz.

Eleganter geht es natürlich, wenn der Blitz von der Kamera getrennt ist. Dann kann der Fotograf genau bestimmen, welcher Bereich angeblitzt werden soll und welcher nicht. Entsprechend kann er den Blitz gegenüber der Kamera platzieren, die Szene seitlich beleuchten oder von oben oder unten blitzen. Außerdem können Teile des Blitzreflektors abgedunkelt und so das Licht gezielter auf eine Stelle gelenkt werden. Vorsicht bei Studioblitzen, die sehr heiß werden können! Für diese gibt es spezielle, hitzebeständige Materialien.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2012

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden