Fotomotive in Hülle und Fülle - Karneval / Fasching

© Fotograf: Petra Dindas,
© Fotograf: Petra Dindas, “Fasching”, Photoglobus
Das närrische Treiben bietet eine grenzenlose Fülle an Fotomotiven, so dass es nicht verwunderlich ist, dass ruckzuck 500 und mehr Bilder im Kasten sind. Genügend Speicherkarten sollte man also ebenso einpacken wie Ersatzakkus. Frei sollte man sich von dem Gedanken machen, dass jeder Schuss ein fotografischer Volltreffer ist. Da läuft einem einer vor die Linse, wird man angerempelt, schenkt man dem Hintergrund zu viel Aufmerksamkeit und, und, und. Wenn am Ende eines ereignisreichen Tages 20 und mehr gute Aufnahmen dabei sind, dann ist das schon genial. Wichtig ist, sich fotografisch selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Das wirkt sich möglicherweise negativ auf die eigenen fotografischen Leistungen aus und versperrt gegebenenfalls den Blick für tolle Motive. Auch, wenn Umzüge mit ihren Motivwagen und den Akteuren darauf und davor ein Eldorado sind, so gibt es in unmittelbarer Umgebung schon wunderbare Impressionen, die oftmals vielsagender sind als der Umzug an sich. Das können die anreisenden Narren sein, die aus Bussen und Bahnen drängen beziehungsweise die schnellen Schrittes auf dem Weg zum Umzug sind, das können Personengruppen sein, die sich an einem Treffpunkt zusammenfinden, Mülleimer, die sich immer mehr füllen, die lange Schlange vor Toilettenwagen, erschöpfte, ausgelassene und verliebte Karnevalisten, umherfliegendes Konfetti, Kellner und Kellnerinnen mit ihren vollen Getränketabletts, das Garderobenpersonal zwischen den Mänteln und Jacken, das Nachschminken auf der Damentoilette und, und, und. Als Fotograf sollte man in jedem Fall den sonst üblichen fotografischen Standpunkt auch einmal verlassen. Also ab in die Knie oder ab in die Höhe, indem man die Kamera auf einem Einbeinstativ nach oben streckt. Wichtig ist natürlich, dass man für tolle Bilder sein Leben nicht in Gefahr bringt. Bitte immer den nötigen Abstand zu den Motivwagen einhalten und auch den einen oder anderen Rempler einkalkulieren.

Kompakte Autofokuskameras mit möglichst großem Zoom oder kompakte Systemkameras mit einer längeren Brennweite, um Entferntes nah heranzuholen, sind bestens geeignet, um das „närrische Treiben“ in Bildern festzuhalten. Aber auch ein Detail einer Szenerie lässt sich mit diesen Kameras ebenso brillant einfangen. Der Vorteil dieser Kameras liegt im Kompakten, das heißt im Kleinen. Sie passen nahezu in jede Tasche – bitte aber in einer separaten Fototasche schützen – und ohne großen Aufwand sind sie schnell aufnahmebereit. Natürlich sind auch Spiegelreflexkameras bestens geeignet, doch sie sind wesentlich schwerer.

Der automatische Autofokus bietet den großen Vorteil der automatischen Scharfstellung, wodurch man sich auf das Motiv konzentrieren kann. Ein breites AF-Meßfeld erhöht übrigens die Scharfstellgenauigkeit. Auf den Weißabgleich gilt es zu achten, wenn man kein Anhänger von farbstichigen Aufnahmen ist. Auch, wenn man sich immer tolles Wetter an den Umzugstagen wünscht, so sieht die Realität manchmal anders aus. Es ist trüb oder mit zunehmender Dämmerung erhöht sich die ISO-Einstellung, wenn beispielsweise im Automatikmodus fotografiert wird. Dies kann sehr körnige Aufnahmen zur Folge haben, aber auch das Bildrauschen kann zunehmen. Auch, wenn der Automatikmodus sehr beliebt ist, weil die Kamera praktisch alle Einstellungen, wie ISO-Empfindlichkeit, Blende und Belichtung und selbst die Blitzsteuerung, übernimmt, bietet es sich durchaus an, diesen auch einmal zu verlassen und mit den Optionen der Kamera zu spielen. Dazu gehört beispielsweise auch die Nutzung von internen Kamerafiltern, die Motive in einem ganz anderen Licht wiedergeben. Sofern die Kamera über eine Serienbildfunktion verfügt, so sollte diese natürlich zum Einsatz kommen – mit ihr verpasst man quasi keinen Moment mehr und später am Rechner können dann die besten Aufnahmen ausgewählt werden.

Aufnahmen auf Rechnern gehören – möchte man die närrische Zeit lebendig halten – sozusagen befreit. Sehr beliebt sind Gesamtkunstwerke aus vier, sechs und mehr Einzelaufnahmen. Solche Foto-Tableaus wirken oftmals wesentlich lebendiger als Einzelaufnahmen und besonders zeitaufwändig ist das auch nicht. Fotocollagen haben übrigens auch die Bilddienstleister in ihrem Angebot und der große Vorteil ist, dass man diese in allen denkbaren Formaten bis XXL auf unterschiedlichen Materialien groß herausbringen kann. Für die ganz Jecken bietet sich eventuell sogar eine Fototapete für die eignen vier Wände an oder wie wäre es Bettwäsche, die einen einhüllt in die närrische Zeit und einen besser träumen lässt. Es gibt sozusagen nichts, was es nicht gibt.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2013

6 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden