Fotomotive satt - Ostereier auspusten und bemalen

Fotomotive satt - Ostereier auspusten und bemalen
Das Osterfest hat mit seinen diversen Bräuchen zahlreiche lohnenswerte Fotomotive zu bieten, so unter anderem Ostereier, wie sie von Klein und Groß ausgepustet und bemalt werden, in Nestern liegen oder beispielsweise am Baum hängen. Die wenigsten unter uns wissen sicherlich, dass Eier im Mittelalter als Zahlungsmittel bedeutend waren und seit dem 12. Jahrhundert als Fruchtbarkeitssymbol gelten. Im 13. Jahrhundert sind erstmals bemalte Ostereier erwähnt. Nach den Fastenvorschriften war der Verzehr von Eiern in der Karwoche untersagt. Die Hennen legten trotzdem, weshalb die Eier gelagert wurden. Am Ostermorgen war dann der Eierkonsum entsprechend hoch. Man beschloss, diese gesammelten „Karwochen-Eier” zu bemalen und weihen zu lassen, damit sie sich von gewöhnlichen Eiern unterscheiden.

Auch, wenn das Angebot an Ostereiern im Handel gigantisch ist, so ist es nach wie vor bei Klein und Groß Brauch, sich im Vorfeld des Osterfestes dem Eierbemalen hinzugeben. Dazu gehört natürlich auch das Eierauspusten, das fotografisch einfach eingefangen gehört, auch weil dabei so viel schiefgehen kann, wenn beispielsweise das Ei zu Bruch geht oder das Gesicht mit jeder Sekunde mehr errötet. Zunächst sollte man sich darüber bewusst sein, dass man sich für eins von beiden entscheiden muss – entweder fotografieren oder aber Ostereier bemalen. Beides geht nicht. Für die Kameraausrüstung ist es weniger vorteilhaft, wenn sie mit von Eigelb und -weiß oder mit Eierfarbe beschmutzten Fingern bedient wird.

Mit Kompaktkameras, die glücklicherweise über einen größeren Zoombereich verfügen, gelingen ebenso überzeugende Aufnahmen, wie natürlich mit kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkameras. An Kameras mit Wechseloptik sollten, da der Abstand zwischen Fotograf und den Akteuren zwischen einem und maximal drei Metern liegt, Normalobjektive oder aber „leichte“ Teleobjektive zum Einsatz kommen. Weitwinkelobjektive sollten, auch, wenn es beengt ist, nicht zum Einsatz kommen, denn hier kann es schnell zu Verzeichnungen kommen.

Ein wichtiges Gestaltungsmittel ist das Freistellen des Motivs mittels geringer Schärfentiefe, die von den Faktoren Blende, Entfernung zum Objekt und Brennweite beeinflusst wird. Störender Hintergrund kann auch eliminiert werden, indem man nah ran ans Motiv geht. Rücken Sie diesem aber nicht zu sehr zu Leibe, denn das nimmt möglicherweise die Natürlichkeit und macht die Akteure vor der Kamera befangen. Das ist auch der Grund, warum ein gewisser Zoombereich und ein leichtes Tele vorteilhaft sind.

Das Gute am Eierauspusten ist für den Fotografen, dass sich dieses x-mal wiederholt und er so immer wieder eine neue fotografische Chance erhält. Sofern die Kamera über eine Serienbildfunktion verfügt, sollte diese in jedem Fall beim Eierauspusten aktiv sein – so verpasst man schlichtweg keinen Moment, wenn sich Eigelb und -weiß aus dem Ei verabschieden. Inwieweit ein Blitz zum Einsatz kommen muss, hängt von den Lichtverhältnissen ab. Achten Sie darauf, dass die Motive nicht überstrahlt werden. Auf den Weißabgleich ist natürlich zu achten, gerade dann, wenn in den Abendstunden bei künstlicher Beleuchtung die Eier ausgepustet und bemalt werden.

Spielen Sie auch mit der Perspektive und nehmen Sie ungewöhnliche Standpunkte ein – fotografieren Sie ruhig mal aus der Vogelperspektive, also aus einem leicht erhöhten Standpunkt heraus. Aber auch Detailaufnahmen sind angesagt – also nah ran. Diese können nur etwa die Hand, den Pinsel und das Ei zeigen. Vergessen Sie nicht, die Gesichter der Akteure abzulichten – meist sind die so versunken, so dass ganz authentische Aufnahmen entstehen.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2013

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