Fotoprojekt: Bild im Bild - Lauter kleine, bunte, süße Schokolinsen

Fotografieren bedeutet nicht nur, mit Licht zu malen, sondern seiner Kreativität freien Lauf lassen zu können. Dazu gehört natürlich auch, sich neuen Themengebieten zu stellen und den fotografischen Erfolg im Experiment zu suchen. Ein Hexenwerk ist die Fotografie in jedem Fall nicht – oftmals bedarf es nur weniger Zutaten für grandiose Aufnahmen. Aber der Reihe nach.

© Fotograf: Cornelia Nerlich, Bubblegumreflektionen, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Cornelia Nerlich, Bubblegumreflektionen, Blende-Fotowettbewerb
Auch, wenn sich außerhalb der eigenen vier Wände einem jeden von uns ein Meer an Motiven präsentiert, so ist es überaus reizvoll, sich auch zu Hause Themengebiete zu erschließen. Die kleinen, bunten, süßen Schokolinsen können nicht nur verspeist werden. In Kombination mit Wasser lassen sich mit ihnen grandiose Aufnahmen zaubern, die nicht nur bei einem selbst Beachtung finden.

Die kleinen, bunten, süßen Schokolinsen einfach so mit der Kamera abzulichten, garantiert keine Aufnahmen, die einen vom Hocker reisen. Kommen jedoch Wassertropfen ins Spiel und macht man sich als Fotograf die Lichtbrechung und Spiegelung zunutze, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Wassertropfen haben die Eigenschaft, wie optische Linsen zu wirken, die ihre Umgebung spiegelverkehrt und verkleinert abbilden.

Haben Sie sich zum Ziel gesetzt, solche farbenfrohen Aufnahmen wie hier zu schaffen, dann benötigen Sie eine schwarze Unterfläche, bunte Schokolinsen, weißes DIN A4 Papier und Klebeband, eine kleine Glasplatte oder besser noch etwas Durchsichtiges wie den Deckel einer CD-Hülle (der nicht zerkratzt sein sollte), eine Pipette oder Spritze, Wasser und natürlich ein Aufnahmegerät. Hier empfiehlt sich eine kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera mit einem Makroobjektiv. Die Kamera, die mit einem Fernauslöser ausgestattet ist, gehört natürlich auf ein Stativ. Als Lichtquelle reicht bei Tageslicht schon ein Fensterplatz.

© Fotograf: Julia Knuth, Ich sehe bunt!, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Julia Knuth, Ich sehe bunt!, Blende-Fotowettbewerb
Zunächst sollte man auf eine angenehme Arbeitshöhe achten. Hier bietet sich ein Tisch an, auf dem man die schwarze Unterfläche legt. Auf dieser werden die Schokolinsen ausgebreitet. Im nächsten Schritt bastelt man einen Zylinder aus dem DIN A4 Papier, den man über die kleinen, bunten, süßen Schokolinsen stülpt. Dieser hat die Aufgabe, für gleichmäßige Ausleuchtung zu sorgen. Oben auf den Zylinder kommt dann die Glasplatten beziehungsweise der Deckel der CD Hülle. Auf diesem positioniert man mit der Spritze/Pipette die Wassertropfen. Mit diesen sollte man es nicht zu sehr übertreiben. Jeder einzelne Wassertropfen erzeugt ein gebrochenes Bild der darunter liegenden bunten Kugeln.

Die Kamera wird so positioniert, dass sie direkt über der „Anordnung“ ist. Hierbei sollte man darauf achten, dass man den Zylinder – wie auf der Beispielaufnahme – nicht mit aufs Bild bekommt. Wichtig für die Schärfentiefenoptimierung ist, dass die Bildebene parallel zur Glasplatte beziehungsweise zum Deckel der CD-Hülle verläuft. Anstatt auf die Wassertropfen muss auf die Lichtbrechung scharfgestellt werden. Hier heißt es, sich an den Erfolg herantasten, indem man die Zeitautomatik wählt und mit unterschiedlichen Blendenstufen fotografiert. Da die Belichtungszeit mitunter mehr als eine Sekunde betragen kann, ist ein Fernauslöser zwingend erforderlich, denn mit ihm vermeidet man feinste Vibrationen durch das Auslösen der Kamera. Sind die Aufnahmen im Kasten, können diese, mittels digitaler Bildbearbeitung, optimiert werden, indem beispielsweise der Kontrast erhöht wird.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2013

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