Fotoprojekt Wolken

© Blende, Florian Baumgartl, Die Stärke des Lichts Bildgalerie betrachten

© Blende, Florian Baumgartl, Die Stärke des Lichts

Wir alle ziehen einen blauen Himmel einem grauen vor. Aber mal Hand aufs Herz, ist ab einer gewissen Zeit ein blauer Himmel nicht auch langweilig? Wir meinen schon, und erst recht aus fotografischer Sicht machen Wolken das i-Tüpfelchen aus. Dass es Wolken wert sind, zur Kamera zu greifen, ist sicherlich nichts Neues. So kurzlebig sie als Motiv sind, so interessant sind sie, die zudem auch noch die Phantasie beflügeln. Schau mal da ein Pudel am Himmel, nein, es ist doch eher ein Schwein oder was auch immer.

Aufnahmen von Wolken gelingen mit jedem Aufnahmegerät, auch mit einem Smartphone. Bessere Bilder garantieren jedoch Kompaktkameras mit einem größeren Zoombereich und erst recht kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkameras. Geht es einem um einen großen Ausschnitt, so ist ein Weitwinkelobjektiv die richtige Wahl. Sind Detailaufnahmen gewünscht, so sollte man sich für ein 200 bis 300 mm Teleobjektiv entscheiden. Der ISO-Wert sollte wegen des Bildrauschens so niedrig wie nur möglich eingestellt werden und zwischen ISO 64 bis 100 liegen. Grund dafür ist, dass sich das Bildrauschen bei großen einfarbigen Flächen wie dem blauen Himmel mit weißen Wolken stärker bemerkbar macht. Bei Aufnahmen von Wolken ist grundsätzlich eine durchgehende Bildschärfe gewünscht. Die mittlere Blende von 8 bis 11 ist die richtige Wahl, wenn mit kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkameras fotografiert wird. Als Modus sollte man sich für die Zeitautomatik (Av) entscheiden – hier gibt man als Fotograf die Blende vor und die Kamera wählt die entsprechend passende Zeit dazu. Je größer der Weißanteil der Wolken im Bild ist, desto ratsamer ist das Hinzuziehen einer Belichtungskorrektur von 0,5 bis 1 Blende, um das „Ausbrennen“ der Wolken zu verhindern. Empfehlenswert ist in der Himmels-/Wolkenfotografie der Einsatz eines Polarisationsfilters. Mit ihm können nicht nur unerwünschte Reflexe ausgeschaltet sondern auch die Intensität des blauen Himmels je nach Stellung erhöht werden. Eine weitere Option, die Himmelskontraste zu verstärken, liegt in der HDR-Fotografie. Der Weißabgleich kann grundsätzlich auf Automatik verbleiben. Hat man bei seiner Kamera die Option, zwischen Aufnahmeformaten (JPEG/RAW) zu wählen, so sollte man beide Formate nutzen. JPEG eignet sich hervorragend für die schnelle Durchsicht, mit RAW – Rohdatenformat, weitgehend ohne kamerainterne Bearbeitung – können vom Fotografen die Bilder nach den eigenen Intentionen anschließend am Rechner entwickelt werden.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2013

7 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden