Fotoratgeber - Fotografieren Sie Ihre Wertgegenstände

Fotoratgeber - Fotografieren Sie Ihre Wertgegenstände
In Deutschland wird immer öfter in Wohnungen eingebrochen – im Schnitt alle vier Minuten. Im vergangenen Jahr habe es über 140.000 Einbrüche in Deutschland gegeben, so die Polizeiliche Kriminalstatistik, die Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vorstellte. Das entspricht einem Anstieg um 8,7 Prozent zum Vorjahr. Gegen Einbrüche kann man sich schützen, verhindern lassen sie sich dennoch nicht, wie die aktuelle Entwicklung belegt. Um den eigenen Schaden für sich zu begrenzen, schließen viele Verbraucher Versicherungen nicht nur gegen Diebstahl, sondern auch gegen Brand und Hochwasser ab. Das ist vielfach nur der halbe Schutz, wie sich im Schadensfall schnell herausstellt. Hier ist man oftmals in der Beweispflicht gegenüber der Polizei und der Versicherung. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte seine Wohnungseinrichtung und natürlich seine Wertgegenstände fotografieren. Fotos dienen als wichtige Unterlage für den Nachweis des Verlustes oder bei Beschädigung. Die Fotografien sind oft der einzige Beweis, dass man im Besitz der Gegenstände war und in welchem Zustand sie sich befanden. Hinzu kommt, dass die Polizei anhand der Fotografien auch ganz klar Zuordnungen treffen kann, wenn Diebesgut sichergestellt wird.

Beschreibungen von Wertgegenständen können kein Bild ersetzen und andererseits können Fotografien von Wertgegenständen, wie Schmuck und teuren Uhren, Porzellan, Statuen, Antiquitäten, Gemälden und Teppichen, Pelzen, Münzen und Briefmarken, umständliche Erklärungen und Beschreibungen ersparen.

Im Prinzip kann man seine Wertsachen mit jedem Aufnahmegerät festhalten. Vor allem bei kleinen Gegenständen, wie Schmuckstücken, Briefmarken oder Uhren sollte die Kamera Nahaufnahmen gestatten, um die Objekte formatfüllend fotografieren zu können. Wichtig ist, dass das Drumherum nicht von den Gegenständen ablenkt. Gerade bei Schmuckstücken und Münzen bietet es sich an, eine einfarbige Unterlage wie Samt zu wählen, die auch die Wertigkeit unterstreicht.

Wer sich mit dem Fotografieren von kleinen Gegenständen schwer tut – weil er nicht über das entsprechende Equipment verfügt – und über einen Flachbettscanner verfügt, der kann diese mit geöffneter Klappe (damit der Hintergrund schwarz wird) auch einscannen. In Abhängigkeit von der Objektgröße wird mit einer Auflösung zwischen 600 und 1.200 dpi eingescannt. Auch, wenn die Scanobjekte mit aller Vorsicht auf die Glasplatte gelegt werden, so kommt es zur Verschmutzung der Glasplatte. Diese ist, möchte man auch in Zukunft „saubere“ Scans haben, in jedem Fall zu reinigen. Zu beachten ist darüber hinaus, dass die Objekte vorsichtig auf die Glasplatte gelegt werden müssen, damit diese nicht zerkratzt. Auch sollten die Objekte staub- und schmutzfrei sein, denn Partikel im µ-Bereich lassen sich nur schwer wieder von der Glasplatte entfernen.

Aufnahmen von Wertgegenständen macht man am besten in der Nähe eines Fensters. Helles, diffuses Licht ist besser geeignet als direkter Sonnenschein, der zu harte Schatten wirft. Um technisch einwandfreie Aufnahmen zu erhalten, empfiehlt sich die Verwendung eines Stativs. Wird mit Blitz fotografiert, so kann es zu störenden Reflexen kommen, die mitunter nicht mehr erkennen lassen, um welches Material es sich handelt. Die Wertgegenstände sollten so fotografiert werden, dass charakteristische Details, wie zum Beispiel einzelne Schmucksteine, gut zu erkennen sind. Zur Veranschaulichung der Größe des Wertgegenstandes ist es ratsam, diesen zusammen mit einem Maßband, Lineal oder Zollstock zu fotografieren.

Auch, wenn monochrome Aufnahmen einen guten Beweiswert besitzen, empfiehlt sich die Farbaufnahme, damit beispielsweise wertvolle Emailarbeiten oder die farbigen Steine eines Schmuckstücks zur Geltung kommen. In den wenigsten Fällen wird eine Aufnahme ausreichend sein, um den Wert des Gegenstandes in seiner vollen Pracht wiederzugeben. Bei sehr großen Teppichen zum Beispiel sollte in jedem Fall auch eine Ecke oder ein wichtiger Teil des Dekors im Bild festgehalten werden.

Die Aufnahmen von Wertgegenständen sollten bei Versicherungsabschluss als Dokument dem Vertrag beigefügt werden. Bei besonders kostbaren Wertgegenständen fordert die Versicherung in vielen Fällen ohnehin einen Bildnachweis. Die digitale Bilddatei ist getrennt von den Wertgegenständen sicher aufzubewahren, am bestens an einem anderen Ort. Eine lose Papierbildsammlung erspart man sich, indem man sich für das Fotobuch zur Dokumentation entscheidet. Am falschen Ende sollte man hier nicht sparen und mindestens im Besitz von zwei Exemplaren sein, die an unterschiedlichen Orten aufbewahrt werden.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2013

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