Fotoreise - Planung ist die halbe Miete für grandiose Aufnahmen

© Fotograf: Karlheinz Ludwig, Nepalesische Familie, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Karlheinz Ludwig, Nepalesische Familie, Blende-Fotowettbewerb
Reisen liegen voll im Trend. Früher oder später kommt jeder Fotobegeisterte auf die Idee, bei so einer mehrtägigen Tour, sein Hobby, die Fotografie, in vollen Zügen allein oder in der Gruppe mit Gleichgesinnten ausleben zu wollen. Die Rede ist von selbstgeplanten Fotoreisen, die immer mehr Anhänger finden. Die Reiselust wird durch Fotografen, die bereits dort waren, zusätzlich geschürt. Wir sehen Bilder, die uns neugierig machen und uns auf Reisen gehen lassen. Absolut im Trend liegen derzeit beispielsweise die Polarlichter, die Fotografen magisch anziehen. Wen verwundert dies bei diesen Naturschauspielen, die man dort geboten bekommt?

© Fotograf: Christopher Immel, Elefant, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Christopher Immel, Elefant, Blende-Fotowettbewerb
Reisen, und erst recht Fotoreisen, gehören bestens geplant. Egal, wohin es geht, sollte man jeglichen Zeitdruck vermeiden – weniger ist oftmals mehr. Jeder einzelne Ort hat viele Gesichter und oftmals reicht es dementsprechend nicht aus, ihn nur einmal mit der Kamera aufzusuchen. Je kürzer die Fotoreise terminiert ist, desto wichtiger ist eine durchdachte Planung, damit der Zufall nicht für einen Regie führt. Im Vorfeld reicht es hier nicht aus, sich nur über Land und Leute zu informieren, sondern beispielsweise auch über die Straßenzustände. Hier kann bei falscher Planung alles aus dem Ruder laufen, denn auch, wenn wir über unser Straßennetz in Deutschland vielfach schimpfen, so ist es im Vergleich zu vielen anderen Regionen auf der Welt Gold wert. Über Google-Maps lässt sich die Fotoreise sehr gut im Vorfeld planen – man erhält vielfach durch hinterlegte Aufnahmen auch Einblicke in die Region. Als sehr wichtig erachten wir für die Fotoreise gedrucktes Kartenmaterial, denn somit ist man unabhängig von irgendwelchen Verbindungsnetzen, die es möglicherweise noch nicht gibt oder die gerade nicht funktionieren. Schon vor Reisebeginn sollte man sich auf sein Smartphone eine Foto-App herunterladen, die nicht nur Auskunft über das Wetter gibt, sondern beispielsweise auch zum Sonnen- oder Sternenstand.

© Fotograf: Christina Fichtner, Naturgewalten, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Christina Fichtner, Naturgewalten, Blende-Fotowettbewerb
Als sehr nützlich und hilfreich erachten wir im Vorfeld auch die Kontaktaufnahme mit Einheimischen. Die Fotografie ist ein Hobby, das verbindet und über das man auch wunderbar mit anderen Menschen in Kontakt treten kann. Wir erzählen Ihnen nichts Neues, dass Einheimische einen in Gegenden entführen, die fernab der Beschreibungen in Reiseführern oder bei Google Maps liegen. Eine weitere Option ist natürlich, mit Gleichgesinnten Kontakt aufzunehmen. Hier bieten sich Fotoclubs ebenso an wie beispielsweise die fotocommunity.

Planung ist die halbe Miete und auch, wenn es manchmal anders kommt als geplant, so sollte man im Vorfeld eine Tagesplanung machen. Gerade wenn man in der Gruppe unterwegs ist, ist diese Pflicht, denn so erspart man sich unnötige Diskussionen vor Ort und jeder weiß, wann was ansteht. In jedem Fall sollte man sich nicht zu viel vornehmen, denn mal braucht man länger bis man sein Ziel findet, dann spielt das Wetter nicht mit oder man braucht zum Fotografieren mehr Zeit, als man gedacht hat. Zudem muss man sich auch die Zeit nehmen, in die Orte einzutauchen, die man bereist. Bei so einer Fotoreise geht es ja schließlich nicht darum, mit zigtausend Aufnahmen heimzukehren. Ist man nicht mit dem Zelt als Selbstversorger unterwegs, sondern genießt den abendlichen Luxus eines Hotels, dann sollte man hier nachfragen, wann die abendlichen Essenszeiten sind und ob man ein Lunchpaket erhält, wenn man an dem Frühstück nicht teilnehmen wird.

© Fotograf: Katharina K. Ludwig, Durchzug, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Katharina K. Ludwig, Durchzug, Blende-Fotowettbewerb
Ist man mit dem Auto unterwegs, so sollte man immer den Sprit auch im Blick haben. Hier ist es sehr hilfreich, sich vorab auch über Tankstellen in der Umgebung zu informieren. Nichts wirft die Planungen mehr durcheinander, als wenn einem der Sprit ausgeht und man dann Gottverlassen irgendwo im Niemandsland steht. Wird ein Wagen für die Fotoreise gemietet, so muss dieser natürlich mit den Begebenheiten harmonieren. Wir würden ihn zudem lieber etwas größer wählen als zu eng, denn es ist für die Stimmung bei einer mehrtägigen Reise nicht gut, wenn man wie Sardinen sitzen muss.

© Fotograf: Klaus Sandforth, Klimawandel am Gurgler Fener, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Klaus Sandforth, Klimawandel am Gurgler Fener, Blende-Fotowettbewerb
Der frühe Vogel fängt den Wurm – dieses Sprichwort sollte bei der Tagesplanung berücksichtigt werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, die Nacht mit Feiern nicht zum Tage zu machen. Erreicht man sein Fotoziel nur zu Fuß, dann sollte man für leichtes Gepäck sorgen. Ist dieses zu schwer, dann schmerzt nicht nur der Rücken, sondern man muss auch mehr Zeit für die Wegstrecke einplanen. In jedem Fall ist an Ersatzakkus und Ersatzspeicherkarten zu denken – nun, die wiegen nicht die Welt. Wir würden zudem einen zweiten Kamerabody in die Fototasche packen. Auch, wenn aktuelle Kameramodelle sehr zuverlässig sind, so sollte man das unmögliche nie ausschließen. Zudem hat ein zweiter Kamerabody den großen Vorteil, dass man ihn mit einem anderen Objektiv bestücken kann – so erspart man sich den Objektivwechsel. Auf diesen sollte man sowieso in staubigen Gegenden nach Möglichkeit verzichten.

Ist man in einer Gruppe unterwegs, so sollte diese nicht zu groß sein. Zu mehr als acht Personen, aufgeteilt auf zwei Fahrzeuge, würden wir nicht raten. Wichtig ist, wir Menschen sind nun einmal Individualisten, sich auch mal Freiraum zu gönnen und sofern möglich, auch mal allein oder in einer kleineren Gruppe etwas zu erkunden. Bei allem Jagdfieber nach tollen Aufnahmen sollte man sich selbst, aber auch die Gruppe bitte nie in Gefahr bringen.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2016

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1 Kommentare

Vielen Dank für die vielen Tipps! Ich schaue immer, dass ich meine Fotoreisen so gut wie möglich organisiere, aber es klappt nun einmal leider nicht immer perfekt. Daher denke ich, dass mir dieser Artikel weiterhelfen wird.

von nubinou
09. April 2016, 22:06:29 Uhr

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