Fotos aus dem Rahmen befreien: Originelle Ideen

Foto-Wäscheleine Bildgalerie betrachten Idee und Foto: Claudia Vogt

Es wird so viel fotografiert wie noch nie in der 175-jährigen Geschichte der Fotografie. Aber nicht nur das, denn es liegt im Trend, sich mit seinen eigenen Fotos in den eigenen vier Wänden zu umgeben. Individuell geht es da zu. Fotografien müssen nicht zwangsläufig im Rahmen präsentiert werden – wir zeigen nachstehend ein paar originelle Möglichkeiten auf, die Euch eventuell inspirieren.

Der schnellste und einfachste Weg, Bilder an die Wand zu bringen, ist, sie mit wiederablösbarem Klebeband (unter dem Namen „Washi-Tape“ oder „Masking-Tape“ im Bastelbedarf in vielen Farben und Mustern erhältlich) direkt an die gewünschte Stelle zu kleben. So lassen sich Fotos sogar an Dachschrägen oder an der Decke zeigen. Letzteres ist übrigens im Schlafzimmer über dem Bett eine schöne Idee – so findet man bestimmt gut in den Schlaf. Die Fotos lassen sich auch sehr einfach in originelle Formen, wie etwa ein Herz, bringen. Und gefällt die Kreation nicht mehr, können die Bilder schnell und rückstandfrei ausgetauscht oder abgenommen werden. Wer es unsichtbar und dauerhaft mag, greift statt des Masking-Tapes zu doppelseitigem Klebeband.

Eine schnell zu realisierende Alternative ist die Foto-Wäscheleine: Sie kann mit einem hübschen Band und witzigen Klammern sehr leicht und preisgünstig gebastelt werden. Eine Variante davon ist, die Leine in einem leeren Bilderrahmen aufzuhängen. Bei einem sehr großen Rahmen ist sogar Platz für mehrere Reihen. So entsteht eine originelle Variante eines Wechselrahmens.

Wer es ein bisschen weniger improvisiert mag, aber auf die Flexibilität nicht verzichten möchte, für den sind Klemmbretter eine gute Idee. Die bekommt man günstig im Schreibwarenhandel oder kann sie auch leicht aus einem Brett und Klemmen selbst machen. Alternativ kann man auch statt der Klemmen Wäscheklammern nehmen. Man befestigt die fertigen Bretter anschließend an der Wand (das geht notfalls auch mit Posterstrips) und kann dann die aktuellen Lieblingsfotos mal eben anklemmen.

Wer eine Bohrmaschine zur Hand hat, kann eine noch dauerhaftere Lösung mit einer Bilderschiene realisieren. Dazu werden U-Profilleisten (z.B. aus dem Baumarkt) in gewünschtem Material und Länge an der Wand befestigt. Diese Lösung hat den Vorteil, dass damit nicht nur Fotos, sondern auch Fotobücher gezeigt werden können. Je nach Buch- und Bildformaten sollten die Leisten entsprechend stabil gewählt werden.

Mit Fotos kann man auch seine eigenen Möbel verschönern. Wer bei der Möbelwahl etwa solche mit Glas-Profiltüren aussucht (in unserer Abbildung die Reihe „Besta“ aus dem schwedischen Möbelhaus), kann darin ebenfalls eigene Fotos unterbringen. Sie müssen nur als Poster in der entsprechenden Türgröße abgezogen werden. Wer mehrere Schränke mit den eigenen Aufnahmen schmücken möchte, kommt oft preisgünstiger weg, wenn er ein größeres Poster für alle ordert. Dazu bereitet man den Abzug in einem Bildbearbeitungsprogramm vor und platziert auf einer entsprechend großen Grundfläche alle benötigten Fotos in der Zielgröße. Leere Randbereiche werden einfach abgeschnitten. Anschließend werden die Fotos in die Tür eingelegt und fertig ist das Möbelstück mit individueller Note.

Fotos lassen sich auch als Ergänzung zu Möbeln einsetzen, z.B. im Kinderzimmer als seitlichen Schutz am Bett oder einer Sitzecke wie im folgenden Beispiel. Hier wurde eine Kinderzeichnung abfotografiert und auf eine Forex-Platte abgezogen. Um das Bild um die Ecke zu ziehen, wurde die Forex-Platte von hinten mit einem Teppichmesser bzw. Cutter etwa auf halbe Dicke eingeschnitten und dann über eine harte Kante (z.B. Tisch) abgeknickt.

Als Schutz mit Schmuckeffekt kann man auch Aufnahmen unter Glas einsetzen. Vor allem in der Küche und im Bad bietet sich diese Variante an. Hinter dem Kochfeld etwa sieht ein Foto nicht nur gut aus, sondern bietet auch leichtes Abwischen von Fettspritzern. Bilder auf Acrylglas sind mit etwas Fantasie und handwerklichem Geschick auch an vielen weiteren Stellen einsetzbar, etwa im Bad als Tür einer Duschkabine.

Auf der photokina 2014, die vom 16. bis 21. September in Köln ihre Tore öffnet ist „Living Pictures“ eines der zahlreichen Themen. Hier bekommt man die Welt der Bilder vor Augen geführt und viele kreative Ideen, wie man mit eigenen Fotos seinem Lebensmittelpunkt eine ganz persönliche Note verleiht.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2014

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