Fototipp - Flüsse und Bäche im Fokus

© Blende, Ronny Wesche, Zahme Wassergewalt Bildgalerie betrachten © Blende, Ronny Wesche, Zahme Wassergewalt

Wasser ist nicht nur unerlässlich für alles Leben auf unserer Erde, die zu 80 Prozent aus diesem Lebenselixier besteht, sondern als Fotomotiv durch seine Vielfalt überaus reizvoll und damit lohnenswert. Ein Bereich, der die Herzen aller Fotografen höher schlagen lässt, sind Flüsse und Bäche, und zwar nicht nur dann, wenn sie mit ihren Wassermassen über die Ufer treten und beispielsweise für Überschwemmungen sorgen. Gerade Wälder mit ihren Fluss- und Bachläufen, die sich beispielsweise durch moosbehaftete Steine schlängeln, garantieren sehenswerte und damit sehr stimmungsvolle Aufnahmen, die vergrößert in den eigenen vier Wänden ein toller Blickfang sind. Ein Hexenwerk sind solche Aufnahmen nicht, Graufilter und Polfilter sind überaus nützliche Helfer, dazu später mehr.

  1. Bevor es losgeht gehören Fototasche beziehungsweise Fotorucksack gepackt. Wir würden uns übrigens für den Fotorucksack entscheiden. Gerade bei einem längerem Fußmarsch durch unwegsames Gelände ist die Last so wunderbar gleich verteilt – besser als bei einer Schultertasche, wo nur eine Körperseite beansprucht wird – und wir haben alle Armfreiheiten, die oftmals für die Balance so wichtig sind, wenn es über steiniges Gelände geht. Zwei, drei Speicherkarten gehören ebenso ins Fotogepäck wie natürlich auch Ersatzakkus. In jedem Fall sollte man vorher schauen, ob die Akkus auch wirklich geladen sind und ob man nicht versehentlich die Akkus in der Ladestation vergessen hat. Wird mit einer Kamera mit Wechseloptik fotografiert, so würde unsere Wahl auf ein Weitwinkelobjektiv fallen. Zudem ist ein Polfilter und/oder ein dreistufiger Grauverlaufsfilter, mit dem sich die Verschlusszeit künstlich verlängern lässt, ebenso einzupacken wie ein Stativ. Dieses lässt sich bei sehr vielen Fotorucksäcken direkt an diesen befestigen. Denken Sie zudem an Proviant und Getränke – einen hungrigen und durstigen Fotografen zieht es sonst womöglich lieber ins nächste Wirtshaus.

  2. Gutes Schuhwerk ist für Sie als Fotograf ebenso Pflicht wie richtige Outdoorbekleidung, dazu gehört auch eine Regenjacke. Beabsichtigen Sie, sich in den Bachlauf zu stellen, so ist auch an Gummistiefel zu denken – nur so bleiben die Füße trocken. Bitte denken Sie immer an Ihre Sicherheit und gehen Sie für ein tolles Motiv kein Wagnis ein. Gerade in Bachnähe ist der Untergrund oftmals rutschig und schneller als Sie denken liegen Sie im Gewässer und haben sich verletzt.

  3. Ein bewölkter Tag liefert die besten fotografischen Voraussetzungen, um Flüsse und Bäche in Wäldern wirkungsvoll abzulichten. Der Grund dafür ist, dass an sonnigen Tagen die Helligkeitsunterschiede für Sie fotografisch kaum zu kontrollieren sind und gegebenenfalls den Dynamikbereich des Kamerasensors überschreiten.

  4. Fließende Gewässer können durch die Wahl der Belichtungszeit auf unterschiedlichste Art von Ihnen fotografisch festgehalten werden, sei es „eingefroren“ oder „verwischt“. Für welche Darstellung Sie sich entscheiden, hängt zum einen vom Motiv, aber auch vom persönlichen Geschmack ab. Wir sind Anhänger der unscharfen Variante, wenn Wasser zu milchig weißem Nebel wird. Für uns impliziert dies Energie, Dynamik und Bewegung. Ein Hexenwerk ist die „milchige“ Darstellung im Übrigen nicht, Sie müssen nur die Verschlusszeit bei kleiner Blende etwa um f/16 und niedrigem ISO-Wert mit etwa einer halben Sekunde lang genug wählen. Ist das nicht ausreichend, so kommt nun das Grauverlaufsfilter zum Einsatz. Dieses absorbiert das Licht und verlängert somit auch die Verschlusszeit. Grauverlaufsfilter gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen zum Aufstecken oder zum Aufschrauben. Alternativ kann auch ein Polfilter eingesetzt werden, mit dem das Motiv um zwei Blendenstufen abgedunkelt werden kann. Der große Vorteil von Polfiltern ist, dass Blendungen und Reflexionen des Wassers durch sie neutralisiert werden können und zudem die Farbsättigung des Motivs gesteigert werden kann.

    Sind Sie ein Anhänger von gestochen scharfen Wasseraufnahmen, so müssen Sie sich für eine kürzere Verschlusszeit bei größerer Blende und einem höheren ISO-Wert entscheiden.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2014

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