Fototipp: Formatfrage - Hoch- oder Querformat oder gar Quadratisch?

Die Bildformate in hoch, quer oder quadratisch sind geläufig. Letztgenanntes Bildformat ist durch den Retrotrend und den angesagten Sofortbildlook, den übrigens auch immer mehr Bilddienstleister mit Bildprodukten aufgreifen, sowie durch Instagram absolut angesagt. Nicht außer Acht lassen dürfen wir bei den Bildformaten natürlich das Panoramaformat. Dies spielt seine Stärken insbesondere im Print aus. Festzustellen ist, dass es auf immer mehr Homepages in die Breite geht, so dass das Panoramaformat an Beliebtheit gewinnen dürfte. Geht es nach unseren Sehgewohnheiten und damit unserem Sehfeld, dann liegt das Querformat, und hier natürlich auch das Panoramaformat, ganz vorne. Doch obwohl dem so ist, bekommt es seit einiger Zeit Konkurrenz durch das Hochformat. Ausgelöst wurde dies sicherlich durch die Smartphonefotografie – Grund hierfür dürften die bevorzugte Smartphonehaltung und die Position des Auslöseknopfs sein.

Quadratisch

Gründe die für das Querformat sprechen

Es gibt weitere Gründe, warum man dem Querformat – auch unabhängig von unseren Sehgewohnheiten – als Bildformat den Vorzug geben sollte. Geht es um die Veröffentlichung von Bildern in Tageszeitungen, selbstgestalteten Fotobüchern und Katalogen so führt die gewohnte Spaltenbreite dazu, dass bevorzugt querformatige Aufnahmen präsentiert werden. Auch, wenn das Panoramaformat im Internet im Kommen scheint, so kann es dem Querformat derzeit den Rang nicht ablaufen. Grund dafür ist, dass der Aufbau der Homepages dem Format der Bildschirme beziehungsweise Displays und Fernseher folgt. Mit der gestiegenen Mobilität, sprich der Ansicht von Webseiten über Smartphones, wird sich wohl erst einmal nichts daran ändern, dass das Querformat weiter die Nase vorne haben wird. Für das Querformat spricht auch, dass Bilder mit ihm in der Regel an Größe gewinnen. Betrachtet man im Web veröffentlichte Aufnahmen im Hochformat, so erscheinen diese meist wie winzige Miniaturen. Und ein letzter entscheidender Grund, der für das Querformat spricht, ist die Beschneidung von Aufnahmen. Die Praxis zeigt, dass es wesentlich einfacher ist, ein Querformat durch Beschnitt zu einem Hochformat werden zu lassen als umgekehrt. Probieren Sie es einfach mal aus – es ist schon sehr herausfordernd.

Querformat

Für was steht das Querformat

Das Querformat steht übrigens für Weite – eine der Gründe warum es bei Landschaftsfotografen die erste Wahl ist. Das Hochformat wird bevorzugt in der Porträtfotografie genutzt und dann, wenn es sozusagen hoch hinausgeht, wie beispielsweise bei Hochhäusern oder Giraffen. Fotografische Bereiche wie zum Beispiel Architektur, schreien förmlich danach, mit dem Bildformat zu spielen. Für Gebäude mit horizontaler Ausdehnung wird bevorzugt das Querformat gewählt, während bei vertikaler Ausrichtung das Hochformat bevorzugt wird. Solche Gesetzmäßigkeiten sind aber auch dazu da, gebrochen zu werden. Vielfach gewinnt das Hauptmotiv, wenn Elemente aus der Umgebung in die Bildkomposition mit aufgenommen werden. Dabei kann es durchaus interessant sein, wenn das gewählte Bildformat dem Üblichen entgegensteht. Dadurch können Beziehungen geschaffen werden, die den Spannungsbogen hochhalten.

Hochformat

Fotografieren in der Praxis 01 / 2018

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