Fototipp: Pilze - Kleines Fotomotiv ganz groß

Der Herbst hat unendlich viele einzigartige Fotomotivwelten zu bieten und eine davon sind Pilze, die an Größe gewinnen, wenn man sie vor der Linse hat und sich auf das fotografische Spiel mit ihnen einlässt. Und im Gegensatz zu den anderen unzähligen herbstlichen Fotomotivwelten hat man nahezu alle Zeit, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und sich auszuprobieren – das ist es doch auch, was den Spaß an der Fotografie immer wieder von Neuem entfacht. Also nichts wie raus und sich diese Motivwelt erschließen! Das bedeutet im ersten Schritt, den Blick zu schärfen, denn wer dies nicht tut, der wird aufgrund ihrer Größe achtlos an Pilzen vorbeigehen.

© Fotograf: Tanja Brandt, Pilzig, Blende-Fotowettbewerb
Tanja Brandt, Pilzig, Blende-Fotowettbewerb

Fotoausrüstung – Mit diesem Fotoequipment kommen Pilze als Fotomotiv ganz groß raus

Fotografisch technisch perfekt für die Pilzfotografie ist man ausgerüstet, wenn eine kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera mit einem beispielsweise 180 mm Makroobjektiv zum Einsatz kommt. Aber auch mit einer hochwertigen Kompaktkamera mit Makromodus und der Option der manuellen Einflussnahme gelingen sehenswerte Aufnahmen. Das Smartphone ist, aufgrund der meist nicht so optimalen Lichtbedingungen vor Ort, nur bedingt als Aufnahmegerät geeignet. Sehr nützlich ist ein Winkelsucher, der die Betrachtung des Sucherbildes in einem Winkel von 90 Grad erlaubt. Winkelsucher gibt es übrigens auch mit Lupenfunktion, so dass man auf zweifache Vergrößerung umschalten und im zentralen Bildbereich präzise scharfstellen kann. Ein Stativ ist ebenso empfehlenswert wie Reflektoren, Blitz, Taschenlampe und ein Fernauslöser, denn schon das Auslösen der Kamera kann zu Verwacklungen und somit unscharfen Aufnahmen führen. An einen Pinsel sollte man ebenso denken – mit ihm lassen sich störende Elemente vom Pilz entfernen – wie an eine Schere, mit der sich beispielsweise Grashalme beseitigen lassen, die die Bildkomposition stören könnten.

© Fotograf: Branco Consdorf, Juwelen des Waldes, Blende-Fotowettbewerb
Branco Consdorf, Juwelen des Waldes, Blende-Fotowettbewerb

Wann ist die beste Zeit zum fotografieren

Die besten Aufnahmen von Pilzen gelingen bei Bewölkung. Ist es zu sonnig, so hat man mit starken Kontrasten sowie Schatten und mit sogenannten Spitzlichtern zu kämpfen. Nun, das Wetter kann man sich bekanntlich nicht aussuchen und sollte es zu sonnig sein, dann helfen Diffusoren, dies zu verhindern beziehungsweise zu reduzieren. Kenner der Fotografie werden anmerken, dass bewölkte Tage kein beziehungsweise nur ein unzureichendes Spiel mit Licht und Schatten zulassen, welches aber so wichtig ist, um Motive wirkungsvoll in Szene zu setzen. Dem muss zugestimmt werden und deswegen, weil dieses Stilmittel bei Bewölkung wegfällt, ist die Bildkomposition aber auch der Einsatz von Lichtquellen entscheidend, um Pilze wirkungsvoll abzulichten. Wird mit einer Kompaktkamera fotografiert, so hat man in der Regel nicht die Option, den Blitz von der Kamera zu entkoppeln. Das ist nicht schlimm, denn in diesem Fall hilft eine Taschenlampe weiter. Wie mit einem entkoppelten Blitz kann seitliches Licht oder aber Gegenlicht erzeugt werden. Zudem hat man die Option, Pilze von unten mit ihr anzuleuchten, wodurch beispielsweise ihre Lamellen stärker in den Fokus gerückt werden können. Wird mit einer kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera fotografiert, so sollte man den Blitz von der Kamera entkoppeln. Sollen die Aufnahmen natürlich anmuten, gilt es, die Blitzleistung entsprechend zu reduzieren. Empfehlenswert ist in jedem Fall der Einsatz von Reflektoren. Einsteigern sei empfohlen, zunächst erst einmal mit einem Reflektor fotografische Erfahrung zu sammeln. Wichtig ist für sich festzulegen, wohin das Licht fallen soll, was man also herausstellen möchte. Ist man im Umgang mit Reflektoren schon versierter, so steigt das fotografische Spiel mit dem Einsatz eines weiteren Reflektors. Zahlreiche Naturfotografen raten übrigens vom Einsatz eines Ringblitzes, der eine ausgewogene Ausleuchtung garantiert, ab. Ihnen sind die Aufnahmen zu unnatürlich. Ist man ein Anhänger von Verfremdungen, so sollten die kamerainternen Filter zum Einsatz kommen. Auch HDR ist möglicherweise eine Option. Das Gute an Pilzen ist, dass sie nicht weglaufen und man als Fotograf quasi alle Zeit der Welt für das fotografische Spiel, aber auch für das Experiment, hat.

© Fotograf: Hartmut Fehr, Archaisch, Blende-Fotowettbewerb
Hartmut Fehr, Archaisch, Blende-Fotowettbewerb

Real und Unreal – Bildgeschichten kreieren

Pilze bieten sich wunderbar für eigens geschaffene Motivwelten durch die Einbeziehung von Minitaturfiguren an. Wer Anhänger dieses fotografischen Sujets ist, der sollte bei seinem Herbstspaziergang eine Auswahl an in Frage kommenden Figuren nicht vergessen. Vor Vorteil ist natürlich, wenn man bereits Ideen für mögliche selbstgeschaffene Bildgeschichten dieser Art in Petto hat.

© Fotograf: Christoph Sokol, Von Klein nach Groß, Blende-Fotowettbewerb
Christoph Sokol, Von Klein nach Groß, Blende-Fotowettbewerb

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2017

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