Fototipp: Scharfe Aufnahmen sollten das Ziel sein

© Doris Prenger, Zum Schütteln, Blende-Fotowettbewerb  Nach dem Bad im See hat unser Hund Marlysich natürlich ausgiebig geschüttelt. Diese Grimasse musste ich unbedingt im Foto festhalten.
© Doris Prenger, Zum Schütteln, Blende-Fotowettbewerb

Ist von scharfen Aufnahmen die Rede, so kann man dies von zwei Seiten sehen und zwar vom Motiv oder von der Brillanz her. Ein „scharfes Motiv“ verliert jedoch in dem Moment, wenn ihm die Brillanz – also die Schärfe – fehlt. Die Schärfe einer Aufnahme ist ein – wenn nicht das – Qualitätsmerkmal. Aus diesem Grund sollte hier auch das Augenmerk liegen, verliert ein noch so tolles Fotomotiv in dem Moment, wenn ihm die Schärfe fehlt. Schaut man sich Fotografien in den sozialen Netzwerken oder wie sie zu *Fotowettbewerben wie „Blende*“ – der generationsübergreifende Fotocontest für alle Amateurfotografen – eingereicht werden an, so ist leider immer wieder festzustellen, dass es den Fotografien mitunter an Schärfe – also Brillanz – fehlt. Das ist mehr als Schade, wenn sonst vom Motiv bis zum Bildaufbau alles an der Aufnahme perfekt ist.

Die Ursachen für fehlende Schärfe können unterschiedlicher Natur sein und im Aufnahmeequipment ebenso begründet liegen wie in der fehlerhaften Bedienung oder einer vorliegenden Schlechtsichtigkeit. Ratsam ist es, als Fotobegeisterter immer wieder die Schärfe für sich zu thematisieren, ist es doch so, dass einen die Augen in Kombination mit unserem Gehirn auch einen Streich spielen können. Das äußert sich darin, dass Fehlsichtigkeit bis zu einem gewissen Punkt vom Gehirn und den bisher gemachten Seherfahrungen ausgeglichen werden kann. Das hat zur Folge, dass man Bilder womöglich scharf sieht, obwohl sie es eigentlich nicht sind. Familie, Lebenspartner und Freunde sollte man deshalb immer mal wieder seine Aufnahmen zeigen und sie um ihre ehrliche Meinung bitten. Wird von ihnen immer und immer wieder die fehlende Schärfe angesprochen, dann sollte man auf Ursachenforschung gehen und klären ob es beispielsweise an den Augen liegt.

© Helmut Strauß, Jenseits der Badestrände, Blende-Fotowettbewerb Steilküstenregion um Groß-Klütz-Höved,westlich von Boltenhagen,an der Lübecker Bucht,in Nordwest-Mecklenburg
© Helmut Strauß, Jenseits der Badestrände, Blende-Fotowettbewerb

Aktuelle Kameras sowie ihre Objektive – also die Augen der Aufnahmegeräte – stehen grundsätzlich für ein hohes Maß an Schärfe. Nimmt man ein und dasselbe Motiv mit Kameras unterschiedlichsten Alters auf, so wird man feststellen, dass sich in Punkto gestiegener Aufnahmebrillanz in den letzten Jahren eine Menge getan hat. Aus diesem Grund sollte man von Zeit zu Zeit das Aufnahmeequipment dahingehend überprüfen, ob die Bildqualität mit der von aktuellen Aufnahmegeräten noch Schritt halten kann. Ist dem nicht so, so kann es am Alter der Ausrüstung liegen. Aber nicht nur daran, denn ein Defekt an der Kamera oder bei kompakten System- und Spiegelreflexkameras am Objektiv kann ebenso eine mögliche Ursache für fehlende Schärfe in den Aufnahmen sein. In diesem Fall sollte man die Kamera samt Objektiv einer Überprüfung durch eine autorisierte Fotowerkstatt unterziehen. Ein weiterer Grund, warum die Schärfe nicht so ist wie sie sein sollte, kann sein, dass bei kompakten System- und Spiegelreflexkameras Aufnahmegerät und Optik keine perfekte Einheit bilden. So nutzen heute immer noch zahlreiche Anwender Objektive aus der analogen Zeit an ihren Digitalkameras – hinsichtlich angestrebter bestmöglicher Bildqualität nicht immer eine kluge Entscheidung. Ursache für fehlende Schärfe kann aber auch in einer verschmutzen Optik begründet liegen. Vor jeder Fototour sollte man aus diesem Grund das Objektiv mit entsprechendem Reinigungsequipment säubern.

Ein möglicher weiterer Grund für fehlende Schärfe kann auch situationsbedingt in der Fehlbedienung des Aufnahmeequipments liegen. Dafür spricht, wenn nur wenige Aufnahmen unscharf sind. Weit verbreitet ist beispielsweise die Verwacklungsunschärfe. Diese tritt auf, wenn bei längeren Belichtungszeiten aus der Hand fotografiert wird. Die Handunruhe schlägt sich in unscharfen Aufnahmen nieder.

© Iris Aumann, IIIIICH habe hier die Aufsicht!!!, Blende-Fotowettbewerb Basstölpel auf Helgoland
© Iris Aumann, IIIIICH habe hier die Aufsicht!!!, Blende-Fotowettbewerb

Zahlreiche Objektive sind mit einem Bildstabilisator ausgestattet, der der Handunruhe entgegenwirkt, wenn aus der Hand fotografiert wird. Fotografiert man nun unter Zuhilfenahme eines Stativs, dass die Wahrscheinlichkeit für Vibrationen nahezu auf Null setzt, dann sollte die VR- beziehungsweise IS-Funktion deaktiviert werden. Grund dafür ist, dass die Objektive nach „Bewegungen“ suchen und das kann zu minimalen Erschütterungen führen. Diese können dann für eine mögliche Unschärfe verantwortlich sein.

Auch das Auslösen der Kamera kann ggf. zu verwackelten Aufnahmen führen. Vermeiden lässt sich dies indem ein Fernauslöser zum Einsatz kommt oder die Kamera über das Smartphone beziehungsweise Tablet ausgelöst wird.

Ist die Sensorempfindlichkeit (ISO) zu hoch gewählt, so kann es zum Verlust von feinen Details kommen. Damit verlieren die Fotos automatisch an Schärfe.

Es gibt Situationen, wie beispielsweise in der Makrofotografie oder wenn die Lichtbedingungen schwierig sind, wo es durchaus ratsam ist, für mehr Schärfe den Autofokus auszuschalten und die Schärfe manuell festzulegen. Dies setzt natürlich auch entsprechendes Sehvermögen voraus. Wichtig ist – wird nicht auf unendlich fotografiert – den Schärfepunkt exakt zu bestimmen. Sehr hilfreich ist hier bei vielen aktuellen Kameramodellen, dass der Schärfepunkt über das Display per Fingerdruck festgelegt werden kann.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. *Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017*“

Fotografieren in der Praxis 07 / 2017

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