Fototipp: Supermond vom 14. auf den 15. Oktober 2016

Dreimal im Jahr können wir das Naturschauspiel des Supermondes verfolgen – dass erste Mal ist dieses in diesem Jahr in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober zu sehen. Wer diesen Termin verpasst, der muss bis zum 14. November und 14. Dezember ausharren – aber wer weiß, ob dann die Wettervoraussetzungen für geniale Fotos so optimal sind wie jetzt an diesem Wochenende. Also alle Fans der Mond- und Sternenfotografie – nichts wie raus mit der Kamera. Und für alle, die nicht arbeiten gehen müssen am Samstag, ist es auch nicht schlimm, wenn man die Nacht zum Tage macht.

Fototipp: Supermond

Der eine oder andere wird sich fragen, was denn der Supermond eigentlich ist. Diesen hatten wir im vergangen Jahr, denn da war der Mond der Erde so nah wie 30 Jahre zuvor nicht. Dieses Naturschauspiel des letzten Jahres bekommen wir in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober nicht analog geboten – darauf müssen wir bis 2033 warten.

Ist der Mond der Erde näher als 367.607 Kilometer, dann spricht man vom Supermond. Durch die Nähe zur Erde erscheint der Mond besonders groß – etwa 14 Prozent größer als sonst – und heller mit etwa 30 Prozent. Am augenfälligsten ist der Supermond, wenn man ihn in Relation zu Häusern und Bäumen wahrnimmt. Dann erscheinen die Größenveränderungen massiver.

Welche Fotoausrüstung ist optimal?

Mit einem Smartphone braucht man den Mond nicht fotografieren – das ist schade um den Strom, den man verbraucht. Eine Profifotoausrüstung ist jedoch auch nicht notwendig, um den Supermond wirkungsvoll in Szene zu setzen. Empfehlenswert sind hochwertige Kompaktkameras mit einem großen Zoombereich sowie Kameras mit Wechseloptik, also kompakte System- und Spiegelreflexkameras, mit einem Teleobjektiv. Empfehlenswert sind ein 300 mm-Teleobjektiv für APS-C-Kameras beziehungsweise 500 mm für Kameras mit Vollformatsensor.

Eine weitere Option, den Mond wirkungsvoll einzufangen ist Digiscoping – also das Fotografieren mit Fernglas oder Spektiv. Man hält eine kompakte Digitalkamera mit ihrem Objektiv hinter die Augenlinse (Okular) eines Fernglases oder eines Spektivs. Der Autofokus stellt selbst auf das Motiv scharf und – „knips“ – hat man etwa ein Bild, das mit einer effektiven Brennweite von weit über 1.000 mm entstanden ist. Die Hersteller bieten inzwischen äußerst komfortable Anschlusslösungen an, um die Digitalkamera am Okular zu positionieren. Schwenkadapter erlauben es etwa, blitzschnell zwischen dem Beobachten und der Aufnahme einer Szene zu wechseln. Das Fixieren der Kamera hinter der Optik ist leicht zu lösen, allerdings sollten Einsteiger darauf achten, dass Fernoptik und Kameraoptik harmonieren.

Ein stabiles Stativ ist sowohl beim Digiscoping als auch beim Fotografieren ohne Spektiv/Fernglas Pflicht, denn bereits kleinste Erschütterungen lassen sonst die Mondaufnahmen hoffnungslos verwackeln. Um den Kontrast der Mondfläche zu steigern, empfiehlt sich das Fotografieren mit einer Taukappe beziehungsweise einer Gegenlichtblende. Nützlich sind zudem Fernbedienungen/Fernauslöser zum Auslösen der Kamera. Schon das Auslösen der Kamera kann zu Erschütterungen führen, die unscharfe Aufnahmen zur Folge haben. Ist es nicht möglich, die Kamera mit einem Fernauslöser zu betreiben, so kann bedingt der Selbstauslöser helfen. Ist er einmal aktiviert, so läuft der Aufnahmemechanismus nach vorgegebener Zeit ab.

Kameraeinstellungen

Kontrastreiche Aufnahmen vom Mond, der mit einer großen Helligkeit aufwartet, setzen die Wahl einer geringen ISO-Zahl voraus, die unserer Ansicht nach eher bei 400 oder 200 liegen sollte als bei ISO 800. Ratsam ist ein Test. Die ISO-Automatik ist in jedem Fall auszuschalten!

Die übrigen Kameraeinstellungen ähneln jenen der Alltagsfotografie – die Belichtung variiert je nach jeweiligen Umständen. Belichtungsreihen sind aus diesem Grund ratsam, da die Mondhelligkeit, neben der Phase, auch von der Klarheit der Atmosphäre und seiner Höhe über dem Horizont abhängt.

Die Belichtung gilt es, manuell festzulegen – die automatische Belichtungsmessung versagt in der Regel, da etwa 80 Prozent des Bildes schwarz ist. Verfügt die Kamera über die Sportbelichtungsmessung, dann ist diese aus unserer Sicht sehr hilfreich, da die Belichtung nur anhand der Helligkeit im gerade aktiven Fokusfeld ermittelt wird. Dies ist meist das mittlere Fokusfeld. In der Praxis bedeutet dies, den Supermond in der Mitte platzieren, die gewünschte Blende wählen – bevorzugt im Modus „A“ – und die Belichtung messen. Diese Werte werden dann anschließend in den manuellen Modus „M“ übernommen.

Überzeugende Supermondaufnahmen mit einem Teleobjektiv gelingen in der Regel bei Blende 10, ISO 100 sowie einer Belichtung von 1/350 Sekunde. Beim Halbmond verlängert sich diese Zeit auf 1/125 bis 1/180 Sekunde und für die schmale Sichel benötigt man etwa 1/60 Sekunde. Je feiner die Details abgebildet werden sollen, desto knapper muss die Belichtung gewählt werden. Bei zu langer Belichtung werden die Feinstrukturen des Mondes überstrahlt. Grund hierfür ist, dass jedes Objekt aus unzähligen kleinen Lichtpunkten zusammengesetzt ist. Je länger belichtet wird, desto größer wird der Lichthof um eine Lichtquelle. Dies führt zur gegenseitigen Überstrahlung von Details bei Überbelichtung.

Überaus beliebt ist in der Mondfotografie der Einsatz von Filtern. Diese reduzieren die einfallende Lichtmenge und erhöhen den Kontrast auf der Mondfläche. Das Neutralgraufilter, auch Mondfilter genannt, reduziert die einfallende Lichtmenge, ohne die Farben zu verfälschen. Der Einsatz eines solchen Filters kommt also einem starken Abblenden eines Kameraobjektivs gleich. Solche Filter dämpfen das Licht sehr stark, da sie auch für die Mondbeobachtung konzipiert sind. Die Belichtungszeit verlängert sich deshalb erheblich.

Sofern man seine Bilder bearbeitet, empfiehlt sich im RAW-Modus in höchster Bildqualität zu fotografieren. Einige Kameras bieten die Bildaufzeichnung parallel in JPEG und RAW an. Damit hält man sich natürlich alle späteren Optionen offen. In jedem Fall ist an genügend Speicherplatz zu denken – also Ersatzspeicherkarte ebenso nicht vergessen wie Ersatzakkus.

Der richtige Standort

Ausdrucksstarke Aufnahmen vom Supermond erfordern eine freie und klare Sicht. Straßenlaternen sowie andere Lichtquellen in der näheren Umgebung wirken störend und haben ungünstigen Einfluss auf die Bildergebnisse. Im Gegensatz zu Deepsky-Aufnahmen ist es aber nicht erforderlich, sich fernab von Großstädten in der Pampa zu postieren. Um störenden Lichteinfall zu reduzieren, empfiehlt sich der Einsatz der Gegenlichtblende.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2016

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