Fototipp: Treppenhäuser - Der Blick nach oben oder unten

Treppenhäuser als Fotomotiv sind unerschöpflich, sowohl hinsichtlich dessen, dass sie an Vielseitigkeit kaum zu überbieten sind, als auch im Hinblick darauf, wie sie fotografisch in Szene gesetzt werden können. Dem „Blende 2017“-Teilnehmer Holger Glaab ist mit seinem eingereichten Wettbewerbsbeitrag „Intermezzo CXXII“ eine Aufnahme gelungen, die anzieht. Von diesem Treppenhaus in Berlin gibt es im Netz bereits unzählige Aufnahmen. Diese inspirierten Holger Glaab, dieses Treppenhaus auch fotografieren zu wollen. Seine Intention dabei war, sich mit seiner Aufnahme von den bereits vorhandenen abzuheben. Dies ist ihm gelungen. Wer sich das Motivgebiet Treppenhäuser erschließen möchte, der sollte an das Hausrecht denken und eine Fotografier-Genehmigung einholen. Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen und das Treppenhaus im ersten Schritt fotografisch für sich zu erobern. Der fotografische Blick nach oben ist genauso lohnenswert wie der nach unten. Weitwinkelobjektive sind die Empfehlung für sehenswerte Treppenhausfotos. Soll das Treppenhaus visuell verfremdet abgelichtet werden, dann sollte man zum Fish-Eye-Objektiv greifen. Interessant kann auch die visuelle Verfremdung mit den kamerainternen Filtern sein. Je nach Ausleuchtung ist ein Stativ Pflicht. Dadurch muss die Sensorempfindlichkeit (ISO) nicht so hochschrauben – dies minimiert die Wahrscheinlichkeit für Bildrauschen. Die Akkus gehören geladen und an Ersatzspeicherkarten ist zu denken.

© Fotograf: Holger Glaab, Intermezzo CXXII, Blende-Fotowettbewerb
Holger Glaab, Intermezzo CXXII, Blende-Fotowettbewerb

Holger Glaab zu seinem „Blende 2017“-Wettbewerbsbeitrag „Intermezzo CXXII“

Wie ist die Bildidee entstanden?

Wer meine Bilder kennt, weiß, dass ich sehr gerne nach oben schaue und viele meine Architekturfotos aus einem senkrechten Blickwinkel entstehen. Bei spiralförmigen Treppenhäusern wie diesem bietet sich der Blick nach oben oder aber auch alternativ nach unten förmlich an.

Auf was muss man bei der Aufnahme achten?

Da es sich um eine Innenaufnahme eines Gebäudes handelt, ist unbedingt das Hausrecht zu beachten. Zudem ist eine Genehmigung einzuholen und es muss klar festgelegt sein, ob die Aufnahme kommerziell oder nicht kommerziell genutzt werden darf. Des Weiteren sollte man ein eher weitwinkliges Objektiv verwenden, es muss aber nicht gleich ein Superweitwinkel sein. In diesem Fall konnte ich idealerweise ein Stativ einsetzen, da das Treppenhaus nicht ganz so hell ist, um bei niedrigen ISO-Einstellungen ein verwacklungsfreies Bild aus der Hand zu erhalten. Man sollte des Weiteren mit verschiedenen Winkeln spielen und möglichst bei der Linienführung einen Eckenläufer ins Bild einbauen, um das Auge des Betrachters zu lenken.

Wie viele Anläufe waren notwendig bis die Aufnahme so im Kasten war?

Zeitlich bedingt hatte ich auf dieser Städtetour nur diesen einen Anlauf. Also musste es beim ersten Versuch klappen.

Was begeistert Sie selbst an dieser Aufnahme?

Von dieser Treppe gibt es bereits ausgezeichnete Fotos, die man kaum toppen kann. Meine Aufnahme hiervon wurde dennoch sehr positiv aufgenommen, was mich natürlich sehr gefreut hat. Als Freund moderner Architektur bin ich zudem stets von klaren Linien und Strukturen begeistert. Diese Aufnahme spiegelt dies klar wider und zeigt durch die sich nach oben schlängelnde nierenförmige Spirale zudem noch eine gewisse räumliche Tiefe.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2018

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