Fototipp: Was muss ich machen, damit meine Bilder Geschichten noch intensiver erzählen?

© Fotograf: Friedrich Fuchshuber, Industrei - Schönheit, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Friedrich Fuchshuber, Industrei – Schönheit, Blende-Fotowettbewerb

Wem ist das Zitat „Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“ nicht bekannt, zählt es doch mit zu den meist genutzten, wenn die Rede auf die Fotografie fällt. So alt das Zitat auch ist, es ist nach wie vor aktuell, wenn nicht sogar noch zutreffender als jemals zuvor, in der über 175 Jahre währenden Geschichte der Fotografie. Grund dafür ist, dass die Motivwelt mit den gewachsenen Aufgaben der Fotografie heute doch wesentlicher breiter aufgestellt. Bilder sind das Kommunikationsmittel unserer Zeit. Damit dieser Anspruch erfüllt wird ist eine Voraussetzung dafür, dass Bilder Geschichten erzählen sollten. Das Zitat „Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“ sollte man sich dementsprechend bereits zum Motto machen, wenn man der Fotografie aktiv nachgeht. Das bedeutet Motive so in Szene zu setzen, dass sie dem Bildbetrachter eine Geschichte zu erzählen vermögen. Verfolgt man mit dieser Intention die eigene Fotografie, dann ist das sicherlich ein wesentlicher Punkt auf dem Weg zum persönlichen Bilderfolg.

Motive in Szene setzen

Um Motive wirkungsvoll in Szene zu setzen heißt es im ersten Schritt, sie zu sehen und bestmöglich eine Bildidee mit einer Geschichte zu entwickeln. Dazu ist es aber auch notwendig, nicht nur das Motiv zu sehen, sondern es auch für sich zu erobern. Das klingt banal – ist es aber nicht. Der Bildbetrachter erkennt gleichwohl mit welcher Intensität sich der Fotograf mit seinem Motiv auseinandergesetzt hat – das trifft auch auf die Schnappschussfotografie zu. Die Zeitspanne ist motivabhängig und steht auch ein stückweit im Zusammenhang mit dem eigenen fotografischen Background. Dieser bezieht sich nicht nur auf den Umgang mit der eingesetzten Fototechnik, sondern auch auf Kenntnisse über Bildgestaltung sowie die Bereitschaft für das eigene fotografische Experiment. Übung macht hier bekanntlich den Meister – aber nicht allein. Fotoausstellungen oder auch Fotowettbewerbe wie „Blende“ inspirieren und fördern das eigene fotografische Handeln. Durch Betrachtung von Ausstellungsbildern und Wettbewerbsbeiträgen und ihre Wirkung auf einen als Bildbetrachter lernt man eine ganze Menge im Hinblick auf das eigene fotografische Handeln.

Nicht auf alles eine Antwort geben

Erzählen Fotografien eine Geschichte, so bedeutet dies nicht, dass in der fotografischen Erzählung alles preisgegeben werden muss. Ein Paradebeispiel ist hier sicherlich die Aktfotografie wo weniger weitaus mehr ist, weil die Phantasie des Bildbetrachters angeregt wird und er die Geschichte für sich zu Ende erzählt. Oder nehmen wir als Thema Rückansichten – auch eine offene Bildgeschichte die der Betrachter für sich weitererzählt. Nicht auf alles in seinen Bildern eine Antwort zu geben bedeutet mitunter auch Fragen aufzuwerfen.

Konzentration auf das Wesentliche

Auch wenn ein Foto mehr als 1.000 Worte zu erzählen vermag, so heißt dies im Umkehrschluss nicht, es mit Inhalten zu überfrachten. Entscheidend ist die Konzentration auf das Wesentliche und damit nicht alles abzubilden, was man sieht. Der Bildausschnitt spielt hier eine ebenso elementare Rolle wir die Führung des Bildbetrachters durch einen geschickt gewählten Bildaufbau.

Der entscheidende Augenblick

Sich für sein Fotomotiv Zeit zu nehmen schließt mit ein, den entscheidenden Augenblick abzuwarten, wobei bei aller fotografischer Erfahrung man diesen nicht immer vorhersehen kann. Aus diesem Grund ist die Serienbildfunktion ein ebenso wichtiges Kamerafeatures wie 4K beziehungsweise 6K. Beides befördert die Momentfotografie auf ein neues Level.

Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 01 / 2018

1 Kommentare

In der digitalen Zeit kann man auch sagen "Ein Bild lügt mehr wie tausend Worte". Viele der Bilder, die man zu sehen bekommt, zeigen längst nicht mehr unverfälschte Wirklichkeit, sie verdrehen sie sogar. Ich habe nichts gegen digitale Bilder - aber die Behauptung "ein Bild sagt mehr als tausend Worte" stimmt längst nicht mehr. Da wird man zu oft auf's Glatteis geführt.

Detlev Motz

von Detlev Motz
03. Januar 2018, 11:06:24 Uhr

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