Fototipp: Wassertropfen als Linsenkonstruktion

Andreas Dörig, Sonnenblume in Wassertropfen, Blende-Fotowettbewerb, Zwei Sonnenblumen. In den Wassertropfen der vorderen Sonnenblume spiegelt sich die hinter Sonnenblume. Bildgalerie betrachten Andreas Dörig, Sonnenblume in Wassertropfen, Blende-Fotowettbewerb
Zwei Sonnenblumen. In den Wassertropfen der vorderen Sonnenblume spiegelt sich die hinter Sonnenblume.

Wassertropfen so klein und auf den ersten Blick so unbedeutend sind auf den zweiten Blick fotografisch mit ihrer Linsenkonstruktion, in der sich von einzelnen Blüten bis hin zu ganzen Landschaften zeigen, überaus reizvoll. Nach einem Regenschauer oder auf einer mit Tau benetzten Wiese gibt es millionenfach Tropfen. Im ersten Schritt gilt es, den entscheidenden Tropfen unter all den Tropfen zu finden. Dies erfordert einen scharfen Blick und unendlich viel Geduld. Wer gerade letztgenanntes nicht aufbringen möchte oder kann für den bedeutet dies, Tropfen im Studio zu erzeugen. Hier kann man natürlich für die optimalen Aufnahmebedingungen sorgen. Als Hintergrund kann ein Papierfoto ebenso dienen wie der Monitor auf dem das Motiv angezeigt wird. Für das Ablichten von Motiven in Tröpfchen muss man nämlich wissen, dass sich das Motiv hinter dem Tropfen befinden muss. Gerade in der Natur ist der freie Blick selten und es bedarf eben deshalb auch eines scharfen Blickes.

Möchte man ein kleines Objekt durch einen Wassertropfen fotografisch ganz groß herausbringen dann bedarf dies entsprechendem Fotoequipment für die Makrofotografie. Ob nun in der Natur oder im Studio fotografiert wird, so ist der Einsatz eines Stativs und zwar eines Dreibeinstativs – Pflicht. Als sehr nützliches Stativzubehör gilt ein Makroschlitten. Dieser ermöglicht es dem Fotografen die auf dem Stativ befestigte Kamera stufenlos und sehr genau vor und zurückzubewegen. Dabei wird der Makroschlitten in den meisten Fällen durch eine Vortriebsschraube zwischen Stativkopf und Kamera montiert. Über die Schnellwechselplatte auf dem Schlitten kann die Kamera auf den Millimeter genau positioniert werden. Dies ist wichtig, denn möchte man das Motiv durch den Wassertropfen scharf ablichten, dann kommt es auf die genaue Fokussierung an. Wird mit einer Kamera mit LiveView unter Verwendung der Bildschirmlupe fotografiert, so stellt man darüber grob scharf und bewegt anschließend die Kamera über den Makroschlitten Millimeter für Millimeter an den Punkt an dem die gewünschte Schärfeebene liegen soll. Die Kameraeinstellung „A“ – also Blendenvorwahl – erweist sich als bestens geeignet. Der mittlere Blendenwert ist meist die beste Wahl denn ein Kompromiss zwischen scharfen Details im Tropfen und einem in Unschärfe verlaufenden Hintergrund garantiert wirkungsvolle Aufnahmen.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“

Fotografieren in der Praxis 07 / 2017

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