Fototrend Lightpainting - Was braucht man

© Blende, Marianne Buchmann, Under my Umbrella Bildgalerie betrachten © Blende, Marianne Buchmann, Under my Umbrella

Ligthpainting liegt nicht erst seit jetzt voll im Trend. Die Zahl derer, die Lightpainting für sich entdecken steigt im Sekundentakt und ihre Werke sind berauschen. Wer meint, Lightpainting ist nur etwas für diejenigen, die der Fotografie schon seit langem nachgehen und über ganz große fotografische Kenntnisse verfügen der irrt gewaltig – jeder kann sich dieses Gebiet der Fotografie erschließen und es macht auch richtig Spaß nicht nur hinter der Kamera, sondern auch davor. Lightpainting bringt einen der Fotografie und ihren Möglichkeiten auch noch einmal einen großen Schritt näher. Spielerisch lernt man die Möglichkeiten der Langzeitbelichtung für sich kennen und kann das Wissen so natürlich auch an anderer Stelle dann für sich kreativ nutzen.

Kameraausrüstung

Jeder der im Besitz einer Kamera ist, die über die Möglichkeit der manuellen Fokussierung und den „B“-Modus (Bulb) verfügt, der kann sich Lightpainting erschließen. Nach unserem Kenntnisstand sind alle hochwertigen Kompaktkamera sowie alle kompakten System- und Spiegelreflexkameras für Lightpainting geeignet. Von Vorteil ist, wenn die Kamera über das RAW-Format verfügt – dann kann man anschließend noch mehr aus seinen Fotografien herausholen. Wer es sich offen halten möchte und im Besitz einer Kamera ist, die sowohl JPEG als auch RAW-Daten gleichzeitig ablegt, der sollte diese Option wählen. Das kostet nur etwas mehr Speicherplatz. Sofern die Kamera die Option bietet, sollte die Rauschunterdrückung aktiviert sein. Mit einem Smartphone sollte man sich diesem Themengebiet der Fotografie nicht stellen wollen, die Ergebnisse werden einen nicht zufriedenstellen. Es kann getrost in der Hosentasche verbleiben oder als künstliche Lichtquelle herangezogen werden.

Optik

Die verwendete Optik bestimmt den Radius, indem man sich mit seinen Leuchtkörpern bewegen kann, und was man außerhalb dessen fotografisch noch einfangen möchte. Mit der Weitwinkeloptik kann ein deutlich größerer Bildausschnitt eingefangen werden als mit einer Telebrennweite. Kommen Akteure mit ihrer Lichtkunst zum Einsatz, so ist ein größerer Abstand zwischen Kamera und ihnen ebenso ratsam wie die Wahl einer längeren Brennweite. Geht es um das künstlerische Gestalten mit Licht im Nahbereich, dann ist natürlich das Makroobjektiv die erste Wahl. Ein Stativ ist Pflicht – wir raten zu einem Drei- oder Vierbeinstativ.

Lichtquellen

Ohne künstliche Lichtquellen geht es beim Lightpainting natürlich nicht, denn sie stehen für das Malen mit Licht. Für welche man sich entscheidet, hängt natürlich von der Bildidee und der eigenen Intention ab. Sehr beliebt sind Taschenlampen, die jeder von uns zu Hause hat. Tolle Bildergebnisse liefern aber auch unterschiedlich eingefärbte Leuchtstäbe, Lichterketten, Laserpointer oder Wunderkerzen. Natürlich können die unterschiedlichen Lichtquellen miteinander kombiniert werden, was für besondere Effekte sorgt. LED-Taschenlampen bieten den großen Vorteil, dass sie dem Fotografen eine tagesähnliche Farbe garantieren und die Batterien auch lange Zeit halten. Wer sich für Glühlampen entscheidet, der erhält einen wärmeren Ton.

Lightpainting – zwei Optionen

Bei Lightpainting handelt es sich um Langzeitbelichtungen von Bewegungen einer oder mehrerer Lichtquellen oder durch Bewegung der Kamera. Es stehen einem also zwei Optionen beim Fotografieren offen. Entweder wird das Licht in Richtung der Kamera gehalten und während der Belichtung bewegt, um Formen oder Linien zu erzeugen oder umgekehrt, indem die Kamera in bestimmte Richtungen bewegt wird, um durch die Veränderung der Position der stationären Lichtquellen im Bildausschnitt Linien zu erzeugen. Lightpainting braucht prinzipiell Dunkelheit – ist aber bei Einsatz von ND-Filtern auch bei Tageslicht möglich. In diesem Fall wird jedoch ein entsprechend helleres Leuchtmittel benötigt.

photokina 2016

Die photokina 2016, die vom 20. bis zum 25. September in Köln ihre Tore öffnet, bietet mit „LIGHT ART by photokina“ tiefe Einblicke in das Thema Lightpainting. Hier bekommt man von den besten Fotografen und Foto-Künstlern gezeigt, wie man mit Langzeitbelichtung und dem richtigen Licht sowie den passenden Bewegungen ganz einfach fantastische Bilder produziert. Schon allein wegen „LIGHT ART by photokina“ lohnt sich der Besuch der photokina, die in diesem Jahr mit ihren unzähligen Events noch stärker das Erleben von Foto und Imaging durch ausprobieren in den Fokus rückt. Wesentlich kostengünstiger ist es übrigens, die Eintrittskarte schon im Vorfeld zu kaufen.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2016

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