HDR-Fotografie - Absolut in Mode

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© Blende, Josef Schwarz, Wildcoast

Betrachtet man sich die Aufnahmen, die in Portalen hochgeladen oder zu Wettbewerben eingereicht werden, so scheint die HDR-Fotografie absolut in Mode zu sein. HDR-Aufnahmen lassen einen zwei Mal hinsehen. Dies mag an dem Kontrastumfang und ihrer einzigartigen Qualität ebenso liegen wie daran, dass sie mitunter sehr unnatürlich, wie von einer anderen Welt, erscheinen. Es gibt wahre HDR-Fetischisten, denen es oftmals nicht mehr um das Motiv geht. Kritiker der HDR-Fotografie setzen die Ergebnisse denen von Paintbrushers gleich und sprechen im gleichen Atemzug von Kunst, aber nicht mehr von Fotografie. Zu beobachten ist, dass die HDR-Technik oftmals als Selbstzweck eingesetzt wird, obwohl ihre Stärke gerade darin liegt, komplexe Lichtsituationen als Fotograf perfekt meistern zu können. Die Frage, die man sich stellen sollte ist, ob man einer Aufnahme ansehen muss, dass es sich um eine mittels HDR-Technik entstandene handelt.

HDR beziehungsweise HDRI ist die Abkürzung für High Dynamic Range Image. HDR-Bilder können von zahlreichen Kameras aufgenommen, als 3D-Computergrafiken künstlich erzeugt oder aus einer Belichtungsreihe rekonstruiert werden. Bei letzterem werden zwischen zwei und bis zu acht Aufnahmen von ein und demselben Motiv mithilfe von Software zu einer HDR-Aufnahme verschmelzt. Als Motive bieten sich Architektur, Landschaften aber auch Panoramen sowie Produkte an. Kommt Bewegung durch Menschen oder beispielsweise Fahrzeuge mit ins Spiel, so ist es nicht möglich, bei einer Belichtungsreihe deckungsgleiche Aufnahmen zu erhalten – es entstehen sogenannte Geisterbilder. Beträgt der Unterschied durch die Bewegung nur wenige Pixel, so können die meisten HDR-Programme diese noch problemlos korrigieren. Handelt es sich um größere Verschiebungen, so ist wesentlich mehr Aufwand erforderlich.

Ein HDR-Bild besteht aus mindestens zwei unterschiedlich belichteten Aufnahmen. Der Belichtungsunterschied sollte ein bis zwei Belichtungsstufen betragen. Die Anzahl der für ein HDR notwendigem Bild hängt vom Motiv, den Lichtverhältnissen, dem Belichtungsunterschied innerhalb des Motivs, dem Kontrastumfang, von der Auflösung des Sensors, dem Bildformat, der verwendeten Software und den eigenen Ansprüchen ab. In der Regel reichen meist drei Aufnahmen für ein HDR-Bild. Generell garantieren unterbelichtete Aufnahmen dem Anwender mehr Möglichkeiten einer Korrektur als überbelichtete.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2012

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2 Kommentare

Hallo Dieter, die Anzahl der Belichtungen hängt natürlich nicht von der Sensorauflösung und dem Bildformat ab - da sind wir falsch verstanden worden. Sensor und Bildformat haben aber Einfluss auf die Qualität eines HDR-Bildes.

von Prophoto
05. September 2012, 14:29:02 Uhr

In wiefern hängt die Anzahl der notwendigen Belichtungen bitte von der Sensorauflösung und dem Bildformat ab?

von Dieter
05. September 2012, 11:16:04 Uhr

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