Warum Porträtaufnahmen gewinnen, wenn das Hauptmotiv freigestellt wird

So gelingt es, den Fokus in der Porträtfotografie auf das Hauptmotiv zu lenken

Porträt © Fotograf: Fabian Klein, Mac Arnold, Blende-Fotowettbewerb
Fabian Klein, Mac Arnold, Blende-Fotowettbewerb

Kompakte System- und Spiegelreflexkameras sowie hochwertige Kompaktkameras, wie die Bridgekameras, bieten jede Menge Möglichkeiten, manuell in die Bildgestaltung einzugreifen. Das erhöht nicht nur die kreativen fotografischen Möglichkeiten, sondern der Fokus kann durch das geschickte Spiel von Schärfe und Unschäfe auf das Hauptmotiv – also auf das Porträt und damit bildwichtige Element – gelenkt werden. Das erhöht den visuellen Reiz einer jeden Aufnahme. Der erste Schritt ist, die Vollautomatik abzuschalten und entweder manuell die Kameraeinstellungen vorzunehmen oder ein Aufnahmeprogramm, in diesem Fall Porträt, zu wählen, dass einen in seinem Anliegen unterstützt.

Jeder Anfang in der Porträtfotografie ist leicht

Am einfachsten lässt sich ein Hauptmotiv gegen einen unscharfen Hintergrund freistellen. Porträtaufnahmen sind klassische Bilder, bei denen seit jeher das Gesicht vom unscharfen Hintergrund getrennt wird. Dies erreicht man als Fotograf, indem man eine möglichst große Blende (kleine Blendenzahl) wählt. In Bereichen von Blende 1,8 oder 2,4 muss dann aber peinlichst genau darauf geachtet werden, dass auch wirklich die Augen scharf sind und nicht etwa die Nasenspitze oder die Ohren des Fotografierten.

Warum leichte Telebrennweiten perfekt für die Porträtfotografie sind

Emil Weikinn, Fenster zur Seele, Blende-Fotowettbewerb
Emil Weikinn, Fenster zur Seele, Blende-Fotowettbewerb

Je länger die Brennweite des verwendeten Objektivs, umso kleiner ist der scharfe Bereich im Foto. Für Porträts erweist es sich deshalb als Vorteil, wenn man als Fotograf zu leichten Telebrennweiten greift. Damit erscheinen die Gesichtsproportionen im Foto später angenehmer. Lässt man einen möglichen Crop-Faktor, der von kleinen Sensoren verursacht wird, außer Acht, ist eine Brennweite von 90 bis 110 mm die klassische Porträt-Brennweite. Mit einem Weitwinkelobjektiv ist es nur noch im Nahbereich möglich, eine gewisse Unschärfe im Hintergrund zu erzeugen. Gesichter wirken dann aber schon stark verzerrt, weshalb ein Weitwinkelobjektiv für Porträtaufnahmen die falsche Wahl ist.

Das Spiel mit dem Licht – Zwei Möglichkeiten, das Hauptmotiv in den Blickwinkel zu rücken

Eine andere Möglichkeit, ein Hauptmotiv im Foto hervorzuheben, ist der Einsatz von entsprechendem Licht. Und wenn Sonne und Wolken nicht gerade so wollen, wie man es als Fotograf haben möchte, gibt es transportable Lösungen, mit deren Hilfe man sich die passende Beleuchtung selbst basteln kann. Zwei Möglichkeiten stehen einem naturgemäß zur Auswahl: Das Hauptmotiv ist heller als die Umgebung oder es ist eben dunkler als der Hintergrund. Beides lässt sich per Hand herstellen. Einen angenehmen Schatten, in der Porträtfotografie sehr beliebt, erhält man durch den Einsatzes eines Diffusor. Der ist halbdurchlässig und wird oft als Option zu Faltreflektoren angeboten. Umgekehrt kann ein Motiv mittels Reflektor nicht nur aufgehellt werden, sondern auch, mittels silberner beziehungsweise goldener Reflektorfläche die Farbtemperatur, angepasst werden.

In beiden Fällen muss man auf die richtige Belichtung achten. Ist das Licht punktuell geändert, kann mittels Spotbelichtungs-Option die richtige Belichtung für diesen kleinen Bereich korrekt ermittelt werden. Belichtungsreihen sind ratsam. Bearbeitet man seine Bilder, so ist das RAW-Bilddateiformat die beste Wahl.

Thomas Weber, Fliegende Haare, Blende-Fotowettbewerb
Thomas Weber, Fliegende Haare, Blende-Fotowettbewerb

Die meisten Möglichkeiten, für zusätzliches Licht von allen nur erdenklichen Seiten zu sorgen, bietet ein Blitz, der entfesselt, also ohne direkte Verbindung zur Kamera, ausgelöst werden kann. Vor allem, wenn er seitlich zum Motiv aufgestellt wird, können damit in heller Umgebung interessante Effekte erzeugt werden. Vorteile bieten Kamerasysteme, die kurze Blitzsynchronzeiten ermöglichen.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 05 / 2018

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