ISO-Skala - Der große Vorteil für Digitalfotografen

Ausblick aus roter Farbe, Annegret Moosdorf Bildgalerie betrachten

"Ausblick aus roter Farbe"
Annegret Moosdorf

Digitalkameras bieten den großen Vorteil, dass, je nach Aufnahmesituation, die Lichtempfindlichkeit des Sensors den Aufnahmebedingungen von Bild zu Bild angepasst werden kann. Zu analogen Zeiten musste das Filmmaterial entsprechend gewechselt werden und man legte sich beispielsweise für 36 Aufnahmen fest.

Die Basisempfindlichkeit bei Digitalkameras liegt bei ISO 100. Eine Verdopplung auf ISO 200 bedeutet für den Fotografen, dass er eine halb so lange Belichtungszeit einsetzen kann. Die typische ISO-Skala gibt den Verlauf 100, 200, 400, 800, 1.600 und so weiter an. Manche Digitalkameras gleichen mit Empfindlichkeiten von ISO 102.400 beinahe Nachtsichtgeräten.

ISO-Werte über 1.600 können bei zahlreichen Digitalkameras nur über die Option „ISO-Erweiterung“ eingestellt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass der Fotograf sich bewusst für diese hohe Empfindlichkeit entscheidet und gegebenenfalls Bildrauschen in Kauf nimmt. Bei einigen Kameramodellen kann der Fotograf den maximalen ISO-Wert bestimmen, um eine gewisse Kontrolle über die Stärke des Bildrauschens zu behalten. Zu Unrecht meiden Fotografen oftmals extreme ISO-Werte, auch wenn sie das Bildergebnis verbessern, da Verwacklungen – wenn kein Stativ zum Einsatz kommt – dadurch minimiert und/oder die Schärfentiefe durch den Einsatz eine kleineren Blende vergrößert werden können.

Je höher die ISO-Empfindlichkeit gewählt wird, desto mehr macht sich, je nach Sensor, Bildrauschen bemerkbar. Größere Sensoren neigen bei höheren ISO-Werten zu weniger Bildrauschen als kleine Sensoren. Unterschieden werden verschiedene Rauscharten. Helligkeitsrauschen ähnelt der Körnung von Schwarzweißfilmen, während sich Farbrauschen regenbogenartig, verwaschen zeigt. Mittels Bildbearbeitung kann Bildrauschen nachträglich reduziert werden.

Wer wissen möchte, ab welcher ISO-Einstellung bei seiner Kamera mit Bildrauschen zu rechnen ist, der sollte ein Stillleben mit vielen Farben sowie Details und Schwarz zusammenstellen und dies unter Tageslichteinfall bei unterschiedlichen ISO-Einstellungen fotografieren. Die Kamera sollte auf einem Stativ ruhen, damit der Bildausschnitt immer der gleiche ist und Verwacklungen vorgebeugt wird. Die unter verschiedenen ISO-Einstellungen entstandenen Aufnahmen werden anschließend auf dem Rechner geladen und bei 100 Prozent betrachtet.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2011

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