Impressionistische Kunstwerke mit der Lochkamera

Impressionistische Kunstwerke mit der Lochkamera Bildgalerie betrachten

Trotz digitalen Fortschritts und einer schier grenzenlosen Innovationskraft mit immer neuen Features, die das Fotografieren zu einer Selbstverständlichkeit machen, erfreut sich die Lochkamera wachsender Beliebtheit. Ohne Linsen und aufwändige Technik lassen sich, mit einem einfachen, fast lichtdichten, mit einem winzigen Loch versehenen Kasten, ganz besondere Aufnahmen machen. Auch, wenn aktuelle Kameras über die Menüoption „Lochbild“ verfügen, so greifen dennoch viele auf die „Urkamera“ zurück, die sich mit etwas Geschick auch selbst bauen lässt. Wer nicht basteln möchte, für den gibt es Lochkameras in unterschiedlicher Ausstattung und für Filmformate vom Kleinbild bis zum Großformat.

Das Fotografieren mit der Lochkamera verlangt ein gutes Stück Übung und bietet eine große Breite an Gestaltungsmöglichkeiten. Die Motive, die mit der Lochkamera eingefangen werden, sind nie richtig scharf, dafür haben sie auch keine begrenzte Schärfentiefe. Das bedeutet, dass die Bilder etwas weicher sind und dass das Motiv über den gesamten Bereich in derselben Schärfe abgebildet wird. Durch die winzige Öffnung tritt bei Lochkameras nur wenig Licht in das Innere der Kamera. Das hat zur Folge, dass mit langen Belichtungszeiten gearbeitet werden muss. Die Aufnahmezeiten bewegen sich bei normalempfindlichem Film zwischen einigen Minuten und mehreren Stunden. Das bringt es mit sich, dass nichts auf das Bild gelangt, was in Bewegung ist. Menschen, Tiere, Blätter - alles, was sich bewegt, wird unsichtbar. Die Aufnahmen können wie leergefegt wirken, Äste verlieren sich in der Aufnahme in dünnem Nebel; ein See, in dessen leichtem Wellengang sich Enten und Gänse tummeln, erscheint als spiegelglatte Fläche.

Worauf die Renaissance der Lochkamera zurückzuführen ist, mag in dem Wunsch nach Außergewöhnlichem begründet sein. Aufnahmen mit der Lochkamera wirken durch die besondere Form der Schärfe wie impressionistische Kunstwerke.
 

Fotografieren in der Praxis 08 / 2009

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