Kamera-Menüs

Raupenbahn, H. Werner Wischinski Bildgalerie betrachten

Blende ,“Raupenbahn”
H. Werner Wischinski

Hand aufs Herz: Ob neue Digitalkamera, Handy oder TV-Receiver, sobald das Schmuckstück ausgepackt ist, will man erst einmal loslegen. Und sobald sich erste Erfolgserlebnisse – beim Fotografieren natürlich tolle Bilder – einstellen, gibt man sich rasch mit den Standardeinstellungen zufrieden. Schade eigentlich, denn Kameras bieten sehr viel mehr Funktionen. Das Zauberwort heißt „Menüs“, und wie im Restaurant bieten diese echten Genuss bei großer Auswahl.

Dank großer, bunter und zudem hochauflösender Displays ist das Navigieren in den Kameramenüs heute sehr komfortabel. Bei fabrikneuen Geräten sollte man zuerst die Sprache – falls nicht schon voreingestellt – auf Deutsch umstellen, das erleichtert alle weiteren Schritte ungemein. Wie das geht, erklärt die Bedienungsanleitung, der man sich ruhig einmal kurz widmen sollte. Ein erstes Aha-Erlebnis ist für den Einstieg in jede Menüstruktur übrigens die Krönung. Wenn nicht an der Sprache, dann kann man sich ja an Datum und Uhrzeit versuchen. Beides sollte unbedingt gleich am Anfang gemacht werden, damit man später jede Aufnahme zuordnen kann.

Die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten einer Kamera kann man grob einteilen in diejenigen, die man unbedingt braucht, diejenigen, die nützlich sind, sowie die Spielereien – wobei jeder Benutzer seine Schwerpunkte anders legt. Ausprobiert haben sollte man aber alles einmal, damit man weiß, wohin man sich durchklickt, wenn es mal schnell gehen soll. Wesentliche Einstellmöglichkeiten betreffen beispielsweise die Auflösung der Bilder. Es kann Situationen geben, etwa bei knappem Kartenspeicher, in denen man die Bildauflösung manuell reduzieren muss. Das gilt auch für die Qualität, mit der Bilder abgespeichert werden. Der Autofokus-Modus kann je nach Situation auch wichtig werden, wenn man zum Beispiel besonders feine Objekte, etwa einzelne Blätter zwischen anderen, anvisieren will, sollte man einen kleinen Autofokus-Messbereich wählen.

Zu den nützlichen Funktionen zählt etwa das Einblenden von Gitterlinien auf dem Display, um an ihnen die Kamera ohne zu verkippen etwa auf Gebäude auszurichten. In heller Umgebung wünscht man sich manchmal ein helleres Display, während man im Dunkeln bisweilen nicht geblendet werden möchte. Das lässt sich im Menüpunkt Monitorhelligkeit abgestuft einstellen. Dabei kann man bei einigen Modellen auch Energiespar-Vorgaben machen, etwa nach welcher Zeit sich die Kamera automatisch ausschaltet. An manchen Kameras lässt sich auch der Farbmodus einer Aufnahme auswählen. Per einfacher Einstellung wirken die Bilder wärmer oder kühler. Und sogar Schwarzweißbilder oder sepiagetönte Aufnahmen an sind per Menüauswahl möglich.

Eher in den Bereich „nettes Accessoire“ fällt die Möglichkeit, die Pieptöne von Funktionstasten nicht nur abzuschalten, sondern gegen anders klingendes Piepen auszuwechseln. Nahezu skurril ist es, Kameras Auslösegeräusche zu verpassen, die sie wie große mechanische Spiegelreflexkameras aus dem letzten Jahrhundert klingen lassen. Wenn es aber dem Fotospaß dient, sollte man es gerne einmal ausprobieren.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2011

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