Kameraausrüstung - Karneval / Fasching

© Fotograf: Peter Nagel, Teufel, Photoglobus
© Fotograf: Peter Nagel, Teufel, Photoglobus
Von Tag zu Tag nähern wir uns dem Höhepunkt der fünften Jahreszeit, die, so scheint es, immer mehr Anhänger findet. Ein Grund dafür dürfte auch die Völkerwanderung hierzulande sein, aber auch die Tatsache, dass immer mehr Landstriche – die bis dato nahezu faschingsfrei waren – nun mit Umzügen und Sitzungen aufwarten. An Motiven mangelt es in der Karnevalszeit wahrlich nicht und so lauten die ersten zwei Tipps – bevor wir auf die Kameraausrüstung eingehen – genügend Speicherkarten einzupacken und auch die geladenen Ersatzakkus nicht zu vergessen. Bei den aktuellen Witterungsbedingungen mit Minusgraden, mitunter im zweistelligen Bereich, kann sich die Akkuleistung um die Hälfte reduzieren. Dies gilt es einzuplanen, denn ohne Strom, außer man fotografiert mit einer entsprechenden Kamera aus analogen Zeiten, ist nichts los. Ersatzakkus gehören nah am Körper getragen, damit ihnen sozusagen nicht kühl wird und sie nicht an Leistung verlieren. Die Ersatzspeicherkarten sollten natürlich in entsprechenden Hüllen verpackt sein, damit sie keinen Schaden erleiden. Nichts ist ärgerlicher, als wenn sich die Daten nicht mehr oder nur noch mit viel Mühe auslesen lassen.

Für welche Fotoausrüstung man sich entscheidet, hängt davon ab, ob man aktiver Karnevalist ist oder eben Außenstehender, der mit der Kamera das Treiben begleiten möchte. Für Karnevalisten, die natürlich auch Impressionen einfangen möchten, empfiehlt sich eine Kompaktkamera mit einem größeren Zoombereich – um auch weiter Entferntes näher heranzuholen – oder eine kompakte Systemkamera mit leichter Telebrennweite, die auch nicht so aufträgt. Auch, wenn Karnevalisten möglichst sparsam mit ihrem Handgepäck umgehen, so gehört die Kamera in eine Schutztasche, wenn nicht fotografiert wird. Eine Alternative sind Fototaschen, die man sozusagen auf der Hüfte trägt. Sie haben den großen Vorteil, dass man immer gut auf die Kamera zugreifen kann und man sie besser im Blick hat – Umzüge sind ein Eldorado für Langfinger. Wer sein Karnevalskostüm selbst kreiert, der kann den Unterschlupf für die Kamera dort gleich mit einplanen – wie wäre es beispielsweise wenn Sie als Känguru gehen? Möchte man die Kamera immer griffbereit haben, kann man sie, um den Hals hängend, natürlich auch unterhalb des Kostüms tragen – ein Rempler vom Nachbarn mit vollem Glas kann so der Kamera nichts anhaben. Ein weiterer Vorteil liegt auch darin, dass die Kamera hier gut vor Diebstahl geschützt ist. Vergessen sollte man allerdings nicht, das Objektiv zu schützen. Hat man einen abnehmbaren Objektivdeckel, so sollte man diesen mit der Kamera verbinden. Im Handel gibt es entsprechendes Zubehör – nichts ist ärgerlicher, als wenn man den Objektivdeckel verliert und dadurch das Objektiv Schaden erleidet. Wer über eine Actioncam verfügt, der sollte diese natürlich auch mitnehmen. Diese kann man beispielsweise auf dem Kopf mit entsprechenden Halterungen befestigen und erhält so ganz andere Impressionen von der fünften Jahreszeit. Ist man im Besitz eines Smartphones, so kann man natürlich auch damit fotografieren. Hier geben wir jedoch zu bedenken, das mit zunehmend kälter werdenden Händen, die Bedienung immer schwerer wird. Hinzu kommt, dass die fotografischen Möglichkeiten begrenzt sind und überzeugende Schnappschüsse nur aus der Nähe gelingen. Mit zunehmender Dämmerung stoßen Smartphones an ihre fotografischen Grenzen. Ein Vorteil haben die Smartphones allerdings, denn man kann die Aufnahmen umgehend zum Beispiel in soziale Netzwerke posten. Hier ist darauf zu achten, dass das Persönlichkeitsrecht nicht verletzt wird. Aufnahmen, die zu Ausgelassenes zeigen, gehören einfach nicht ins Netz. Irgendwann kommt der Moment, an dem man dies zutiefst bedauert. Und nun noch ein letzter Rat an alle Karnevalisten. Nach den Umzügen geht es meist mit dem närrischen Treiben in Kneipen weiter. Wer lange Freude an seiner Kamera haben möchte, der sollte diese beispielsweise nicht gedankenlos auf den Tisch oder Tresen legen, denn wie schnell kippt ein Glas um oder ein Langfinger greift zu.

Besucht man Fastnachtsumzüge oder auch Sitzungen ausschließlich um zu fotografieren, so sind Bridgekameras – auch oftmals als Superzoomkameras bezeichnet -, kompakte System- oder Spiegelreflexkameras die erste Wahl. Durch die lange Brennweite bei den Bridgekameras und die Option des Objektivwechselns bei den letztgenannten Kamerasystemen kann man sich die gesamte Bandbreite der Motivwelt erschließen und seiner fotografischen Kreativität freien Lauf lassen. Liegt der fotografische Schwerpunkt im Ablichten des Umzugs so gilt es, sich schon vorab über die Wegstrecke zu informieren. Am besten ist es, sie sogar vorher abzulaufen und für sich den Fotopunkt festzulegen. Ist der Umzug schon in vollem Gange, ist ein Standortwechsel nahezu unmöglich und man hat für diese Zeit die Motive auch nicht mehr im Blick. Möchte man nicht nur Köpfe vor der Linse haben, so sollte man früh dran sein, damit man in der ersten Reihe steht. Sofern man über ein Einbeinstativ verfügt, sollte man dieses auch mitnehmen. Das entlastet nicht nur die Arme, sondern man hat dann auch die Option, es in die Luft zu halten und aus einem erhöhten Standpunkt abzudrücken. Auf ein Dreibeinstativ sollte man bei dem Gedränge in jedem Fall verzichten. Dies ist für die anderen Umzugsbesucher eine Stolperfalle, wodurch nicht nur diese, sondern auch die eigene Kameraausrüstung Schaden erleiden kann. Sehr beliebt bei Fotografen sind auch erhöhte Standpunkte, dann kann das Geschehen quasi aus der Vogelperspektive heraus eingefangen werden. Hier sind aber in jedem Fall Teleoptiken angesagt, um Entferntes nah heranzuholen. Sofern die Kamera über eine Serienbildfunktion verfügt, sollte man diese nutzen – an Speicherplatz mangelt es ja nicht, wenn man genügend Speicherkarten mitgenommen hat. Die Fotoausrüstung sollte wegen der Langfinger, aber auch wegen des Gedränges, nicht in einem Fotorucksack, sondern lieber in einer Fototasche verstaut werden, die man vorne am Körper tragen kann. Der große Vorteil ist auch, dass man so auf sein Equipment jederzeit zurückgreifen kann. Ist ein Objektivwechsel nötig, so hat dieser mit Bedacht zu erfolgen. Erst einmal ist im Gedränge auf einen sicheren Stand zu achten – Personen, die nach Kamellen oder was auch immer jagen, scheuen nicht den Körperkontakt. Aber auch vor den „Wurfgeschossen“ gilt es, die Kamera bei einem Objektivwechsel zu schützen – am besten mal kurzfristig dem Umzug den Rücken zuwenden.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2013

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