Kameraeinstellungen - Hilfreich und das A und O

Hermann Henke, Reißverschluß Bildgalerie betrachten Blende ,“Reißverschluß”
Hermann Henke

Endlich befindet sich die neue Kamera in den Händen. Der Akku ist geladen, die Speicherkarte eingelegt und schon geht es los, ohne die Bedienungsanleitung gelesen oder gar Kameraeinstellungen, wie beispielsweise Datum und Uhrzeit, vorgenommen zu haben. Das liegt in der menschlichen Natur – möchte man in erster Linie doch gleich Bilder machen und das Ergebnis auf dem Display betrachten. Einige Einstellungen – nicht alle – haben jedoch Einfluss auf das fertige Foto, während andere das Fotografieren erleichtern.

Wenn die Kamera in Betrieb genommen wird beziehungsweise wenn man durch verschiedene Zeitzonen reist, so sollten immer das aktuelle Datum und die Uhrzeit in der Kamera eingestellt werden. Überaus ärgerlich ist es, mit einem falschen Datum zu fotografieren, denn später bekommt man angezeigt, dass die Aufnahmen beispielsweise aus dem Jahr 2005 sind, obwohl sie aus 2010 stammen. Wer das Datum während einer Reise nicht laufend umstellen möchte, für den empfiehlt es sich, trotz Zeitzonenverschiebung die Mitteleuropäische Zeit zu wählen. Das verringert die Gefahr, dass die Rückumstellung, wenn man wieder in der Heimat ist, vergessen wird. Besonders wichtig ist das Datum, wenn Aufnahmen im Datumsordner abgelegt werden.

Die meisten Kameras nummerieren die Aufnahmen beim Fotografieren durch. Damit beim Speicherkartenwechsel keine Bildnummern doppelt vergeben werden, sollte der Nummernspeicher der Kamera aktiviert werden. Gerade, wenn nach einer Reise die Bilddaten mehrerer Speicherkarten in einen Ordner kopiert werden, treten so keine Probleme auf und es werden auch keine Bilddaten versehentlich überschrieben.

Bei allen Kameras kann der Anwender die Auflösung bestimmen, und zwar von niedrig bis hoch. Auch, wenn es mehr Speicherplatz kostet, so sollte man sich immer für die höchste Qualität entscheiden, denn darauf ist auch der Sensor ausgelegt und man erhält die besten Ergebnisse. Hinzu kommt, dass nichts ärgerlicher ist, als später beim Druck festzustellen, dass die Auflösung für das Wunschformat nicht ausreichend ist oder die Aufnahme im individuellen Fotobuch nur ganz klein abgebildet werden kann, da sie sonst unscharf und pixelig wird.

Sofern die Kamera das Speichern der Aufnahmen in unterschiedlichen Dateiformaten zulässt und die Option besteht, sowohl in JPEG als auch RAW zu speichern, so sollte man diesen Weg aus Sicherheitsgründen wählen, auch, wenn sich der Speicherbedarf dadurch erhöht. Hinzu kommt, dass man bei Aufnahmen, die im RAW-Format gespeichert wurden, später noch mehr „herausholen“ kann: Schnell und verlustfrei können Farbraum und Dynamik optimiert werden.

Die Features bei aktuellen Kameras werden immer umfangreicher und so kann der Anwender heute im Menü den gewünschten Bildstil, wie zum Beispiel neutral oder brillant wählen. Hier hat der Anwender die Wahl der Qual, und es kommt darauf an, ob man korrekte, neutrale Farben bevorzugt oder aber knackige, bunte Aufnahmen. Bei einigen Kameras können auch Filmeigenschaften, wie wir sie aus analogen Zeiten her kennen, suggeriert werden.

Bei allen aktuellen Kameras ist es möglich, durch Änderung der ISO-Spanne auf die Sensorempfindlichkeit Einfluss zu nehmen. Generell sollte die ISO-Empfindlichkeit nicht zu hoch gewählt werden, denn dies kann zu Bildrauschen führen.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2010

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