Kerzenlichtfotografie - Stimmungsvolle Advents- und Festtagsbilder

Kerzenlichtfotografie
Die Entdeckung der Langsamkeit ist quasi Programm, wenn es um das Festhalten des stimmungsvollen Kerzenscheins in der Advents- oder Weihnachtszeit geht. Kerzen zählen mit zu den wichtigsten Motiven in dieser Zeit und ein jeder, der sie fotografiert, wünscht sich, dass sie in Fotografien so wirken, wie sie in der Realität anmuten. Die meisten Fotografen bevorzugen die Automatikeinstellung – auch vielfach als Eseleinstellung bezeichnet, da sie die Abkürzung iA trägt. Ist die Kamera mit einem internen oder Aufsteckblitz ausgestattet, so wird der Blitz bei schwachen Lichtverhältnissen, wie sie bei Kerzenschein vorliegen, voll ausgelöst. Wichtig ist, sofern man auf den Blitz nicht verzichten möchte, darauf zu achten, das die Lichtstimmung nicht weggeblitzt wird. Das setzt voraus, dass Blitzlicht zu dosieren. Dazu nimmt man an den Kameraeinstellungen – soweit möglich – eine Blitzbelichtungskorrektur vor. Mehrere Testaufnahmen und die Kontrolle am Monitor im Vorfeld helfen, die treffende Belichtung zu finden. Wird mit Systemblitzgeräten fotografiert, so lässt sich das Licht mit Streulichtvorsätzen (Diffusoren) zügeln. Das Ergebnis sind angenehm weich ausgeleuchtete Fotografien. Der Fotograf hat auch die Option, mit einem indirekten Blitz über die Zimmerdecke zu fotografieren, wodurch anvisierte Motive nicht frontal beleuchtet werden. Immer mehr Kameras bieten die Option, längere Belichtungszeiten und den Einsatz eines Blitzgerätes zu kombinieren. Das ermöglicht es, soviel natürliches Licht von Kerzen und anderen Lichtquellen im Raum aufzunehmen, wie das Fotografieren aus freier Hand gerade noch erlaubt. Was dann noch fehlt, steuert das Blitzgerät per Automatik bei.

Nahezu jede Kamera bietet die Option, auf die ISO-Empfindlichkeit Einfluss zu nehmen. Eine Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit beim Einsatz von lichtstarken Objektiven kann dazu führen, dass das Kerzenlicht des Weihnachtsbaumes völlig ausreicht und man auf ein Blitzgerät verzichten kann. Bei der ISO-Erhöhung muss man als Fotograf mögliches Bildrauschen, das sich dadurch äußert, dass die Aufnahmen körniger wirken, im Blick haben. Hier muss man gegebenenfalls abwägen – Bildrauschen und dafür eindrucksvolle und stimmungsgeladene Aufnahmen.

Zahlreiche Kameras verfügen über sogenannte Bewegungsstabilisatoren, die Handunruhen ausgleichen. Reicht die beste Anti-Wackel-Automatik nicht mehr aus, muss die Kamera aufs Stativ, das auch den großen Vorteil bietet, in Ruhe den perfekten Ausschnitt wählen zu können.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2013

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2 Kommentare

Schöner Beitrag. Für die Lichtsteuerung kann man auch noch die Spotmessung einsetzen, damit der meist dunkle Hintergrund die Belichtung nicht zu stark beeinflusst. LG ind allzeit "gut Licht"

von der fou
14. Dezember 2013, 01:30:00 Uhr

Ein guter Artikel, danke sehr. (Ich würde nur bei ISO etwas mehr ins technische Detail gehen.) RH

von Rudolf Hambusch
11. Dezember 2013, 11:22:34 Uhr

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