Makrofotografie - Löwenzahn

© Fotograf: Ilka-Kessler, Flug ins Ungewisse, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Ilka-Kessler, Flug ins Ungewisse, Blende-Fotowettbewerb
Die Gärtner hassen ihn, die Fotografen lieben ihn – die Rede ist vom Löwenzahn beziehungsweise der Pusteblume und zwar nicht in voller gelber Blüte, sondern dann, wenn die Verbreitungseinheiten – also die Samenstände – kurz vor dem Abheben sind. Nahezu auf allen Bildportalen ist die Pusteblume zu finden, und die Anzahl von Aufnahmen scheint mit jeder Pflanze zu steigen. Die Aufnahmen werden leidenschaftlich gern geliked, geteilt und kommentiert. Es ist also nicht verwunderlich, dass dies dazu führt, dass sich immer mehr Fotobegeisterte dem Löwenzahn hingeben und ihn in Szene setzen. Weit reisen müssen wir bekanntlich nicht, die Pusteblume ist überall.

Verfügt man über eine kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera sowie über ein Makroobjektiv mit einer Brennweite von 50 bis beispielsweise 90 mm, so ist das schon die halbe Miete für gelungene Aufnahmen. Ein Stativ ist natürlich Pflicht. Es entlastet nicht nur die Hände und Arme, sondern verhindert Unschärfe durch Handunruhe und bei einer Belichtungsreihe bleibt der Ausschnitt auch gleich. Da in Bodennähe fotografiert wird, sollte sich das Stativ möglichst nah einstellen lassen. Auch, wenn mit Stativ fotografiert wird, so ist ein Fernauslöser empfehlenswert. Schon das Auslösen der Kamera kann zu Verwacklungen und somit unscharfen Aufnahmen führen.

Auch, wenn die Pusteblume einen recht langen Stängel hat, so ist das Fotografieren in Bodennähe angesagt. Die Pusteblume wegen der unangenehmen Fotoposition, beispielsweise in die eigenen vier Wände zu entführen, ist nicht ratsam. Oftmals reichen leichte Erschütterungen und das Gesamtkunstwerk Pusteblume ist dahin. Damit man als Fotograf nicht auf dem Boden robben muss und einen steifen Nacken bekommt, gibt es nützlichen Zubehör, wie den Winkelsucher. Der sorgt für entspanntest Fotografieren und das ist eine weitere Voraussetzung für überzeugende Fotos.

© Fotograf: Berit Rosenzweig, Nach dem Regen, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Berit Rosenzweig, Nach dem Regen, Blende-Fotowettbewerb
Eine weitere Zutat für überzeugende Fotografien ist, für optimale Ausleuchtung zu sorgen. Die Sonne steht nicht immer so, wie man sie braucht und zudem fotografiert man in Bodennähe. Als Fotograf hat man verschiedene Optionen. Ein Makroblitz garantiert die beste Funktionalität und damit Ausleuchtung des Motivs. Eine Alternative stellen Ringblitze dar. Erhältlich sind auch Ringblitzadapter, die zwar nicht über die speziellen Ringblitzfunktionen verfügen, aber eine kostengünstige Alternative sind. Hilfreich ist auch ein Diffusor. Richtig positioniert wird der Hintergrund weiß und die Pusteblume erscheint wirkungsvoll als Silhouette. Eine lohnenswerte Alternative ist, die schwarze Abdeckung des Reflektors hinter der Pusteblume aufzustellen. Die weißen Verbreitungseinheiten heben sich wirkungsvoll vor dem schwarzen Hintergrund ab. Sinnvoll ist in jedem Fall eine Belichtungsreihe.

Hat man weder Diffusor noch Reflektor zur Hand, so ist auf den Hintergrund zu achten, der in Unschärfe verschwimmen und so nicht von der Pusteblume ablenken sollte. Sehr beliebt ist das Fotografieren gegen den blauen Himmel. Sofern Ihre Kamera über Filter verfügt, setzen sie diese ein – die Pusteblume kann eine ganz andere, nie dagewesene Anmutung dadurch erfahren.

Ist das Kunstwerk Pusteblume im Kasten, so bietet sich zu guter Letzt eine Sequenz von Aufnahmen an, wenn die Samen weggepustet werden und am Ende nur noch der einsame Stängel übrig bleibt. Hier bietet sich in jedem Fall die Serienbildfunktion an.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2013

3 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
1 Kommentare

Er kennt keine Mehrzal und kommt nicht als Einzahl vor: der Löwenzahn - eine Widmung http://www.civi.ch/Loewenzahn/Loewenzahn.html

von Mario Ciceri
20. Juli 2013, 11:20:29 Uhr

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden