Warum es reizvoll ist, Motive monochrom zu fotografieren

Was sind die Zutaten für monochrome Fotos – Auf den Blick kommt es an

Monochrom steht für eigene Ausdruckskraft von besonderer Ästhetik

© Fotograf: Melanie Schol, Putzteufel, Blende-Fotowettbewerb
Melanie Schol, Putzteufel, Blende-Fotowettbewerb

In der Fotografie ist dann von monochrom die Rede, wenn Fotomotive ihre Farbigkeit verlieren und Einfarbigkeit vorliegt. Monochrome Aufnahmen müssen nicht zwangsläufig in Schwarzweiß sein. Sehr beliebt und dementsprechend verbreitet sind beispielsweise blaue und bräunliche Einfärbungen. Einige Fotografen, dies sollte nicht unerwähnt bleiben, sehen die Monochromfotografie zwischen der Farb- und der Schwarzweißfotografie. Ob man eine Unterscheidung vornimmt, ist jedem selbst überlassen – Parallelen liegen durchweg vor. Dazu gehört, Motive anders sehen zu lernen, denn der Entzug von Farbe steht für eine andere Motivästhetik. Diese kann Emotional aufgeladen sein und/oder auf Linien und Formen, Muster, Verläufe und Kontraste fokussiert sein. Die monochrome Darstellung ist nahezu in allen Bereichen möglich, jedoch insbesondere in der Street-, Architektur- und Landschaftsfotografie weit verbreitet.

Kleine Rückschau

© Fotograf: Roland Unger, Air, Blende-Fotowettbewerb
Roland Unger, Air, Blende-Fotowettbewerb

Als die Farbfotografie noch in den Kinderschuhen steckte, da wurden besonders bunte Motive gesucht und fotografiert. Für das farbige Familienbild, manchmal schon Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, wurden besonders bunte Kleider aus dem Schrank geholt. Es sollte sich auch lohnen, ein so aufwändiges Foto zu machen. Bevor die Fotografie digital wurde war die Schwarzweißfotografie Profifotografen und vornehmlich ambitionierten Fotoenthusiasten vorbehalten. Diese verfügten meist auch über Fotolaborequipment, um die Schwarzweißfilme selbst zu entwickeln und eigene Fotovergrößerungen anzufertigen. Heute ist die Welt bunter als je zuvor. Der aktuelle Fototrend zeigt, dass knallige Farben in der Fotografie aktuell ebenso angesagt sind, wie der farbstichige Retrolook. Doch bei aller Buntheit entdecken Fotobegeisterte verstärkt auch den Reiz der fotografischen Reduktion, um Bilder jenseits des Alltäglichen von besonderer Ästhetik zu schaffen.

Monochrom sehen lernen

© Fotograf: Rebekka Janke, Singing Star, Blende-Fotowettbewerb
Rebekka Janke, Singing Star, Blende-Fotowettbewerb

Nahezu alle Digitalkameras verfügen heute über die Option, im Schwarzweiß- beziehungsweise Monochrommodus fotografieren zu können. Die Vorteile liegen auf der Hand. Als Einsteiger in dieses fotografische Sujet lernt man so leichter, Motive in ihrer Wirkung zu sehen, wenn ihnen die Farbe entzogen wird. Natürlich besteht auch die Option, Motive farbig abzulichten und ihnen nachträglich die Farbe mittels Bildbearbeitung zu entziehen. Weil der Spielraum der Einflussnahme größer ist bevorzugen ambitionierte Fotografen diesen Weg. Wichtig ist zu verstehen, dass das Reduzieren von Farbe etwas anderes ist, als nur die Farbsättigung zu verringern. Die Konzentration auf einen oder wenige zusammengehörige Farbtöne kommt einer Kunst gleich. Dabei sollte man als Fotograf unbedingt beachten, dass ein Bild, das Farbe und Kontraste verliert, etwas anderes im gleichen Maße gewinnen muss: Struktur.

Die Zutaten für monochrome Fotos

© Fotograf: Ralf Nemeth, Aufgereiht, Blende-Fotowettbewerb
Ralf Nemeth, Aufgereiht, Blende-Fotowettbewerb

Keine überbordende Struktur – klare Linien oder chaotisch wirkende Bildelemente, die mal dichter, mal weiter voneinander entfernt stehen, so dass sie unterschiedliche Strukturen bilden, sind die Zutaten für großartige monochrome Fotos. Ein Zaun in der Sandwüste ist ein solches Paradebeispiel, Ackerfurchen oder ein schneebedeckter Hügel, der sich kaum noch vom grauen Himmel abhebt, bieten sich ebenfalls als Motive an. Bei solch reduzierten Fotos müssen allerdings die Proportionen stimmen. Es empfiehlt sich also, beispielsweise immer mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Aufteilungen zu machen, beim Beispiel des verschneiten Hügels mal mit mehr oder weniger Himmel.

Um feine Nuancen im Bild festzuhalten – davon leben viele monochrome Fotos – sollte an Digitalkameras eine möglichst niedrige Empfindlichkeitseinstellung gewählt werden. Fotografien im RAW-Format brauchen zwar mehr Speicherplatz, bieten aber die Option, Farbtemperatur und Helligkeit später korrigieren zu können. Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte mit Belichtungsreihen arbeiten.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 06 / 2018

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