Monochrome Aufnahmen - Auf den Blick kommt es an

Monochrome Aufnahmen Bildgalerie betrachten

Zwischen Farbe und Schwarzweiß gibt es eine Besonderheit: monochrome, also einfarbige Bilder. Auf das Motiv kommt es dabei an, und auf den Blick des Fotografen, denn monochrome Motive sind oft auf den ersten Blick eher unspektakulär.

Als die Farbfotografie noch in den Kinderschuhen steckte, da wurden besonders bunte Motive gesucht und fotografiert. Für’s farbige Familienbild, manchmal schon Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, wurden besonders bunte Kleider aus dem Schrank geholt. Es sollte sich auch lohnen, ein so aufwändiges Foto zu machen. Heute ist die Welt bunter als je zuvor. Farbfernseher sind normal, das Farbbild allgegenwärtig. Es bietet sich also geradezu an, die Farben auch mal wieder kunstvoll zu reduzieren.

Das geht zwar bei einem Digitalbild im Nachhinein mittels digitaler Bildbearbeitung, aber bei einem auf Film festgehaltenen Foto fast gar nicht mehr. Außerdem ist das Reduzieren von Farbe etwas anderes, als nur die Farbsättigung zu verringern. Die Konzentration auf einen oder wenige zusammengehörige Farbtöne kommt einer Kunst gleich. Dabei muss der Fotograf unbedingt beachten, dass ein Bild, das Farbe und Kontraste verliert, etwas anderes im gleichen Maße gewinnen muss: Struktur.

Keine überbordende Struktur - klare Linien oder chaotisch wirkende Bildelemente, die mal dichter, mal weiter voneinander entfernt stehen, so dass sie unterschiedliche Strukturen bilden, sind die Zutaten für großartige monochrome Fotos. Ein Zaun in der Sandwüste ist ein solches Paradebeispiel, Ackerfurchen oder ein schneebedeckter Hügel, der sich kaum noch vom grauen Himmel abhebt, bieten sich ebenfalls als Motive an. Bei solch reduzierten Fotos müssen allerdings die Proportionen stimmen. Es empfiehlt sich also, beispielsweise immer mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Aufteilungen zu machen, beim Beispiel des verschneiten Hügels mal mit mehr oder weniger Himmel.

Um feine Nuancen im Bild festzuhalten - davon leben solch monochrome Fotos - sollte an Digitalkameras eine möglichst niedrige Empfindlichkeitseinstellung gewählt werden. Fotografien im RAW-Format brauchen zwar mehr Speicherplatz, bieten aber die Option, Farbtemperatur und Helligkeit später korrigieren zu können. Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte verschieden belichtete Aufnahmen machen. Analogfotografen greifen entsprechend zum niedrigempfindlichen Film.

Wesentlich entspannter lassen sich monochrome Aufnahmen gestalten, wenn die Kamera auf einem Stativ montiert ist. Eine Gittermattscheibe, wie sie für viele Kameras erhältlich ist hilft außerdem, schiefe Bilder zu vermeiden.
 

Fotografieren in der Praxis 01 / 2009

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