Nachtfotografie - Bildrauschen und Hotpixel

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Dank neuester Kameratechnik ist es heute selbst für Einsteiger möglich, in fotografische Gebiete einzutauchen, die früher nur wenigen Fotografen vorbehalten waren. Als ein Beispiel ist hier die Fotografie bei Nacht zu nennen. Der eine oder andere wird nun den Kopf schütteln, denn wie sollen in der Nacht beispielsweise tolle Landschaftsaufnahmen entstehen, wo kaum noch Licht da ist. Ganz einfach, indem man zum Beispiel den Sternenhimmel mit einbezieht. Auch, wenn das Licht in der Nacht gering dosiert ist, so lässt sich aus fotografischer Sicht sehr viel damit machen – denken wir nur an die Lichtspuraufnahmen von beispielsweise Landstraßen.

Jeder, der sich dem Themengebiet der nächtlichen Fotografie stellt, sollte sich aber darüber bewusst sein, dass Geduld sowie Ausdauer Voraussetzung für überzeugende Aufnahmen sind. Auch muss man sich als Fotograf darüber im Klaren sein, dass man die Nacht mitunter quasi zum Tage macht und man sehr viele – möglicherweise einsame Stunden – in der Dunkelheit verbringt. Je nach Jahreszeit muss man sich dementsprechend warm einpacken und auch an den nötigen Proviant denken. Das Experiment sollte man nicht scheuen und gerade, wenn man in die nächtliche Fotografie einsteigt, sollte man die eigenen Erwartungshaltungen nicht zu hoch schrauben. Sich an den Erfolg heranzutasten, lautet die Devise und bekanntlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Wie immer in der Fotografie stehen dem Fotografen die unterschiedlichsten Optionen offen. Immer wieder ein Highlight sind Langzeitbelichtungen von wenigen Minuten bis zu einigen Stunden, die zum Beispiel Sterne durch die Erdrotation als Strichspuren abbilden. Ein Stativ ist für Aufnahmen bei Nacht Grundvoraussetzung. Durch die Wahl von höheren ISO-Empfindlichkeiten und durch die langen Belichtungszeiten treten Bildrauschen und sogenannte Hotpixel auf.

Das Bildrauschen versuchen die Kamerahersteller mit großem Erfolg immer besser in den Griff zu bekommen. Einige Kamerahersteller bieten eine kamerainterne Rauschunterdrückungsfunktion an. Ganz ausschließen lässt sich das Bildrauschen jedoch nicht. Um die Rauschgefahr zu minimieren, sollte die ISO-Einstellung nach Möglichkeit nicht über 800 liegen. Ein Test im Vorfeld gibt übrigens Aufschluss, ab welcher ISO-Einstellung das Rauschverhalten der Kamera inakzeptabel wird. Es gibt aktuelle Kameras, die selbst bei einem Wert höher als ISO 800 kein Bildrauschen aufzeigen. Auch, wenn dem so ist, so sollte man sich dennoch für einen niedrigeren ISO-Wert von 200 oder 400 entscheiden, denn mit jeder ISO-Erhöhung sinkt die Dynamik. Dies hat zur Folge, dass die Aufnahmen flau wirken – und wer will das schon.

Mit den sogenannten Hotpixel muss man umzugehen wissen und kann so auf sie Einfluss nehmen, dass sie nicht mehr ins Gewicht fallen. Aber der Reihe nach, denn was sind eigentlich Hotpixel? Das sind Bildpunkte, die nicht proportional auf das eintreffende Licht reagieren und dadurch heller erscheinen. Hotpixel werden hauptsächlich durch Fertigungsungenauigkeiten verursacht und häufen sich vor allem bei langen Belichtungszeiten und hohen ISO-Werten. Grund hierfür ist die steigende Temperatur des Bildsensors. Immer mehr Kameras, die für Langzeitbelichtungen ausgelegt sind, verfügen über eine Kühlung des Bildsensors.

Einige Kameras erlauben dem Anwender, die interne Liste der defekten Pixel manuell zu erweitern, bei den meisten kann dies jedoch nur der Kundendienst. In manchen Fällen hilft auch eine alternative Kamerasoftware (Firmware), etwa CHDK. Eine kameraseitige Korrekturmöglichkeit beruht darauf, sie, anhand des hohen Kontrastes zwischen Hotpixeln und umgebenden Pixeln, zu finden und zu korrigieren. Eine bessere Methode ist die sogenannte Dunkelbild-Subtraktion. Dabei wird bei Langzeitbelichtungen nach der Aufnahme eine weitere Aufnahme bei geschlossenem Verschluss angefertigt. Die dort auftretenden Hotpixel sind leicht zu finden und werden aus dem ersten Bild herausgerechnet. Eine nachträgliche Korrektur am Bild ist auch möglich. Mit „HotPixels Eliminator“ oder „PixelZap“ gibt es spezielle Programme, mit denen sich Hotpixel entfernen lassen. Die gründlichste Methode – aber aufwändigste – ist die manuelle Beseitigung der Hotpixel, beispielsweise durch Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2013

1 Kommentare

Sehr interessant, lehrreich und verständlich geschrieben. Kompliment...

Peter

von Peter
14. Februar 2014, 07:35:57 Uhr

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