Nachtfotografie - Feuerwerke im Fokus

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© Blende, Gabriele Papenburg, Farbsturm über Celle

Wenn es zum Jahreswechsel wieder zischt, knallt und der Himmel im funkelnden bunten Lichtermeer erstrahlt, dann sind die Augen eines jeden vor Begeisterung groß – auch, wenn man nicht zu denjenigen gehört, die Feuerwerkskörper zünden. Dass man dieses Himmelschauspiel in Fotografien verewigen möchte, liegt auf der Hand, sind es doch diese Aufnahmen, mit denen man beispielsweise sein Fotojahrbuch für 2014 beginnen lassen kann. Auf gutes Wetter, das heißt auf einen klaren Himmel, muss man hoffen, denn das ist schon die halbe Miete für gelungene Aufnahmen. Ist es hingegen wolkig und/oder diesig, so ist das schlichtweg ärgerlich, denn brillante Aufnahmen vom Feuerwerk darf man nicht erwarten. Früh dran muss man bei der Feuerwerksfotografie auch sein, denn mit jedem in die Luft gejagten Feuerwerkskörper steigt der Dunst am Himmel, was natürlich auch Einfluss auf die geschossenen Bilder hat. Neben dem Wetter ist auch der fotografische Standpunkt von elementarer Bedeutung. Dieser sollte nach Möglichkeit erhöht sein, denn das verschafft einem als Fotograf schlichtweg etwas mehr Zeit. Klar im Vorteil sind all jene, die sich schon vor Beginn des Feuerwerks Gedanken gemacht haben, welche Position sie beziehen möchten.

Wie wir alle wissen, sind Feuerwerksimpressionen am Himmel mitunter eine sehr kurzweilige Angelegenheit. Wird mit einer Kamera mit Wechseloptik fotografiert, so sollte man sich für die Weitwinkeloptik entscheiden. Diese garantiert einem einen größeren Bildausschnitt und selbst, wenn man eine Vorahnung hat, wo das Lichtermeer zu erwarten ist, steigert diese Optik die Bildausbeute. Auch Zoomobjektive sind für die Feuerwerksfotografie geeignet, denn mit ihnen lässt sich der Bildausschnitt umgehend ändern und so zwischen Detail und Umgebung schnell wechseln. Teleobjektive setzten ein großes Gespür für die Flugbahn der Feuerwerkskörper voraus. Ratsam ist hier das Fotografieren mit einem leichten Teleobjektiv, mit einem Supertele mit Brennweiten oberhalb von 600 mm hat man aus unserer Sicht verloren.

Auch, wenn man noch so ruhige Hände haben sollte, so ist ein Stativ beim Ablichten von Feuerwerken Pflicht. Aus der Hand werden trotz Bewegungsstabilisatoren in der Kamera oder Objektiv keine überzeugenden Aufnahmen gelingen, die mit Schärfe aufwarten. Wichtig ist, dass Kamera und Stativ eine Einheit bilden. Das heißt, dass die Traglast des Stativs auch auf die Kameraausrüstung ausgelegt ist. Ist dem nicht so, kann das Stativ schnell in die Knie gezwungen werden, was die Beschädigung der Ausrüstung nach sich ziehen kann. Um Erschütterungen durch das Auslösen der Kamera zu verhindern, greifen Fotografen gern auf Fernauslöser zurück. Ob man sich für einen Kabel- oder Funkfernauslöser entscheidet, ist egal. Erstgenannte gelten als „ausfallsicherer“.

Am Objektiv ist der AF auszuschalten und der Fokus manuell auf unendlich zu stellen. Der ISO-Wert sollte so niedrig wie nur möglich gewählt werden. Dies reduziert mögliches Rauschen, wodurch die Bildqualität erhöht wird. Empfohlen wird der Base ISO-Wert der Kamera, da hier der maximale Kontrastumfang genutzt werden kann. Über das Internet kann dieser in Erfahrung gebracht werden – einfach das Kameramodell eingeben. Da es beim Fotografieren von Feuerwerken darum geht, Schweife abzulichten, ist eine längere Belichtungszeit erforderlich, weshalb man mit einer Blende zwischen 8 und 16 fotografieren sollte. Die Belichtungszeit wird dann bei rund drei Sekunden liegen. Im Grunde genommen empfiehlt es sich, die Blende eher geschlossen zu halten, um die Schärfentiefe zu erhöhen und, falls es die Explosionen am Himmel erlauben, lieber etwas länger zu belichten. Probieren geht bekanntlich über Studieren und dazu zählt auch die Wahl einer optimaler Zeit- und Blendekombination, die nicht zu weißen Flächen führt.

Manche Fotografen stellen die Blende im Vorfeld ein, drehen die Belichtungszeit so lange hoch, bis die Kamera „Bulb“ anzeigt. In diesem Modus wird der Verschluss geöffnet, sobald man den Fernauslöser/Auslöser das erste Mal gedrückt hat. Wird dieser erneut gedrückt, schließt sich der Verschluss. Der Fotograf hat so die Möglichkeit, ganz genau die Dauer seiner Belichtung zu bestimmen und kann natürlich auch entsprechend auf die unterschiedlichen Feuerwerkskörper reagieren.

Mit der Belichtung sollte man im besten Fall beginnen, bevor die Raketen abgeschossen werden. Das Glück entscheidet über die Bildausbeute. Nicht jeder „Schuss“ wird also zu einem Volltreffer, darüber sollte man sich bewusst sein. Bei einem Feuerwerk sind es zu viele Faktoren, die für den Fotografen vorher nicht kalkulierbar sind. Sehr viele Fotografen greifen zur Serienbildfunktion, wählen kürzere Belichtungszeiten und kombinieren die Einzelaufnahmen zu einer eindrucksvollen Collage.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2013

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