Nachtfotografie - Schwarz wie die Nacht

Im Schatten des Eiffelturms, Benjamin Roeschert Bildgalerie betrachten "Im Schatten des Eiffelturms"
Benjamin Roeschert

Die Nacht hat beeindruckende Impressionen zu bieten, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Dunkelheit – gepaart mit diversen bunten Lichtquellen – bringt Stimmungen hervor, die atemberaubender nicht sein könnten. Für den Fotografen gilt, diese mit der Kamera so gekonnt wie nur möglich einzufangen, damit das Gesehene sich auch in Brillanz in den Aufnahmen widerspiegelt. Übung macht bekanntlich den Meister und man muss sich langsam an den Erfolg herantasten. Von großem Vorteil ist, dass es jeden Tag dunkel wird und man sich der Herausforderung erneut stellen kann.

Aktuelle Kameras mit ihren diversen Menüprogrammen und der Option, die ISO-Empfindlichkeit zu erhöhen, machen das Fotografieren bei Nacht auch ohne Stativ möglich. Doch wer alleine auf die Automatikfunktionen der Kamera setzt, kann womöglich von den Bildergebnissen enttäuscht werden. Oftmals erhält man nämlich in der Automatikfunktion und durch die Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit gräuliche und verwaschene Aufnahmen, die die Wirklichkeit nur unzureichend wiedergeben. Die Nacht ist als solche in den Bildern dann nicht mehr erkennbar, weil die Kamera den schwarzen Himmel als grau interpretiert, indem die Empfindlichkeit nach oben geht. „Flache“ Aufnahmen lassen sich durch manuellen Eingriff auf einfache Art und Weise vermeiden, indem die Belichtungszeit um ein bis zwei Blendenstufen reduziert wird.

Wichtig ist es, bei Nachtaufnahmen den Kontrast herauszuarbeiten und das gelingt, indem man den eventuellen Nachteil einer längeren Belichtungszeit in einen kreativen Vorteil verwandelt. Dazu ist aber in jedem Fall ein Stativ von – Nöten oder aber eine Mauer, auf der die Kamera aufgelegt werden kann. Auch, wenn aktuelle Kameras mit Bewegungsstabilisatoren ausgestattet sind, so können diese die Handunruhe bei langen Belichtungszeiten nicht kompensieren. Besonders imposant ist es in der Nacht, Lichter – beispielsweise von Autos – zum Motiv werden zu lassen. Bei langen Belichtungszeiten sind dann nur noch die blau- oder gelbstichigen Streifen ihrer Vorder- und die rotglühenden Bahnen ihrer Rücklichter zu sehen – und wenn die Straße dann auch noch regennass ist, dann spiegeln sich die Lichter in faszinierender Weise.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2010

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