Nachtfotografie - Weihnachtsmärkte

Nachtfotografie - Weihnachtsmärkte
Die ersten Weihnachtsmärkte sind geöffnet und wie in jedem Jahr, wird mit einer großen Schar Besucher gerechnet. Das Fotografenherz schlägt in dieser Zeit noch einmal höher, denn wo lassen sich weihnachtliche Impressionen in dieser Fülle besser einfangen. Hinzu kommt, dass es mit der digitalen Fotografie noch einmal einfacher geworden ist, bei Nacht zu fotografieren. Einige Kameras entsprechen fast schon Nachtsichtgeräten mit ihren einstellbaren ISO-Werten.

Weihnachtsmärkte am Tag fotografisch abzulichten, hat wenig Anmutendes mit dem Ergebnis, dass man keine stimmungsvollen Aufnahmen erhält. Die blaue Stunde und danach sind der Zeitpunkt, wenn es „Klick“ machen muss. Bevorzugte Zeit ist die blaue Stunde, wenn der Himmel noch etwas leuchtet und die Schatten aufhellt. Mit zunehmender Dunkelheit steigt der Kontrastumfang, so dass selbst bei optimaler Belichtung es bei vielen Motiven Bereiche geben kann, in denen keine Zeichnung mehr enthalten ist, da sie außerhalb des Helligkeitsbereich liegen.

Auch, wenn sich die ISO-Empfindlichkeit erhöhen lässt, so wird mit längeren Belichtungszeiten als am Tag fotografiert. Die ISO-Einstellung sollte nicht zu hoch gewählt werden, da damit ein verstärktes Rauschen einhergeht und die Aufnahmen sehr körnig wirken. Ein Stativ garantiert der Kamera sicheren Halt, niedrigere ISO-Werte und verhindern Verwacklungen durch Handunruhe. Die Entscheidung sollte auf ein Einbeinstativ fallen, denn ansonsten steht man den anderen Weihnachtsmarktbesuchern nicht nur im Weg, sondern man schließt dadurch aus, dass sie sich mit ihren Füßen in den Stativbeinen verhaken, was bei dem Gedränge schnell passieren kann.

Die Lichtverhältnisse sollte man stets im Blick haben, denn diese variieren auf Weihnachtsmärkten durch die unterschiedlich intensive Beleuchtung extrem. Der ISO-Wert beziehungsweise die Belichtungszeit müssen dann entsprechend angepasst werden. Auch auf den Weißabgleich ist zu achten, auf den manuell Einfluss genommen werden kann. In der Regel wird vom Fotografen der Weißabgleich so gewählt, dass er die „richtige“, dem Vorbild entsprechende Farbwiedergabe sicherstellt. Der Fotograf hat aber auch die Option, seinen Aufnahmen einen Farbstich zu verpassen, weil sich dadurch die Bildwirkung erhöhen lässt. Wichtig dabei ist, dass der Effekt subtil wirkt und als solcher nicht erkennbar ist. Bei vielen Kameras lässt sich der Weißabgleich manuell in feinen Stufen vom Messergebnis der Automatik verschieben, und zwar zwischen Rot und Blau sowie zwischen Grün und Magenta. Bietet die Kamera diese Korrektur nicht, so können die Aufnahmen nachträglich am Computer entsprechend verändert werden.

Der Blitz sollte lediglich als Aufheller genutzt werden, denn ansonsten wird der Hintergrund pechschwarz. Ohne Blitz oder Aufhelllicht wiederum ist oftmals der Kontrast im Motiv zu groß, um später genug Farben im Bild korrekt wiederzugeben. Viele Kameras beherrschen die Aufhelltechnik als Programm oder auf Knopfdruck. Meist wird das Aufhellprogramm auch als Nachtprogramm bezeichnet und zeigt dann ein Porträt zusammen mit einem Stern oder Mondsymbol. Das bedeutet, dass die Kamera automatisch das Blitzlicht reduziert und, je nach Lichtsituation, bis zu mehreren Sekunden belichtet.

Aufnahmen von Weihnachtsmärkten sind nicht nur etwas für das eigene Fotoalbum. Sie eignen sich bestens für individuelle Weihnachtspostkarten beziehungsweise Postkartenaufkleber, für Tischkarten, als Fotopuzzle oder als Fotoaufkleber für die eingepackten Geschenke.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2012

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