Nachtfotografie - Weihnachtsmärkte in Fokus

Nachtfotografie - Weihnachtsmärkte in Fokus
Weihnachtsmärkte, alljährlich wiederkehrend, sind Sinnesreisen mit dem Duft von gebratenen Äpfeln und Mandeln, saftigen Würstchen, Lebkuchen und heißen Maronen bis hin zum so beliebten Glühwein. Und jedes Jahr aufs Neue sind Groß und Klein fasziniert von den vielen Lichtern und den glitzernden Kugeln. Da wundert es nicht, dass Familien im Generationenpack ebenso unterwegs sind wie Arbeitskollegen und Freunde in größeren Gruppen. Hier geht es gesellig zu, und je später es am Tag wird und die Dunkelheit einkehrt, desto mehr nimmt das Getümmel auf Weihnachtsmärkten zu.

Dass Weihnachtsmärkte fotografisch viel zu bieten haben, versteht sich von selbst. Nahezu jeder verfügt heute über ein Smartphone und so hat man in jedem Fall ein Aufnahmegerät mit dabei. Für den Schnappschuss am Glühweinstand ist das Smartphone sicherlich geeignet, um Freunde und Familie aus der Nähe abzulichten. Spätestens jedoch, wenn es um das fotografische Einfangen von weihnachtlichen Impressionen mit den zahlreichen Lichtern geht oder um das Ablichten von weiter Entferntem, dann stößt man mit dem Smartphone schnell an die Grenzen des Machbaren. Man muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass das Smartphone viele Funktionen zu erfüllen hat und aufgrund seiner Kompaktheit zwangsläufig nicht mit den gleichen Features aufwarten kann wie Kameras. Schon ein Blick auf die Optik spricht sozusagen Bände. Möchte man also mehr als nur seine Freunde aus nächster Nähe beim Weihnachtsmarktbesuch ablichten, so sollte man eine Kamera mitnehmen. Hier hat man die Wahl der Qual – soll es eine leichte Kompakte sein, die man in der Jackentasche mit sich führt, oder eine etwas größere Superzoomkamera, mit der man auch weiter entferntes einfangen kann, eine kompakte Systemkamera mit zwei, drei Objektiven oder aber eine Spiegelreflexkamera. Für welche Kamera man sich entscheidet, hängt natürlich davon ab, welche man besitzt und welche Intentionen man verfolgt.

Steht die Fotografie im Mittelpunkt des Weihnachtsmarktbesuches, so sollte man sich losgelöst von Freunden und Familie dem Fotovergnügen hingeben. Nur so hat man die Muße, Motive zu entdecken, aber auch die Zeit, sie fotografisch in Szene zu setzten. Den größten fotografischen Spielraum garantieren natürlich Kameras mit Wechseloptik. Ist man im Besitz eines aktuellen Kameramodells, so liegen alle Vorteile bei einem. So ist es beispielsweise den Ingenieuren gelungen, dass das Rauschen bei Erhöhung des ISO-Wertes nicht mehr so ins Gewicht fällt. Aber auch die Leistungsfähigkeit der Kameras konnte weiter gesteigert werden, von denen man als Fotograf gerade in Extremsituationen profitiert.

Das Fotografieren auf Weihnachtsmärkten, vor allem zur beliebten blauen Stunde, wenn es langsam schummerig wird, ist nicht gerade einfach. Je dunkler es wird, desto mehr Besucher zieht es auf die Märkte. Und je mehr Gedränge herrscht, desto mehr Umsicht muss der Fotograf aufbringen. In größeren Städten kann es sogar so voll werden, dass man als Fotograf mit Kamera und Stativ kaum Chancen hat. Das Stativ, das das Verwackeln verhindern soll, ist Stößen ausgesetzt, weil man sich kaum so dünn machen kann, wie es erforderlich wäre, um unbeschadet – zumindest für das Bild – am Fotografen mit Ausrüstung vorbeizukommen. Dem Einbeinstativ ist in jedem Fall der Vorzug zu geben, denn ein Drei- oder Vierbeinstativ lassen die Menschenmassen auf den Weihnachtsmärkten nicht zu. Entscheidet man sich gegen ein Stativ, so sollte die Kamera über einen Bildstabilisator verfügen. Außerdem müssen immer wieder die Lichtverhältnisse kontrolliert und gegebenenfalls die Lichtempfindlichkeit an der Kamera (die ISO-Zahl) neu eingestellt werden. Auf den Weißabgleich ist zu achten und die ISO-Empfindlichkeit sollte wegen möglichen Bildrauschens nicht zu hoch gewählt werden.

Der Blitz sollte lediglich als Aufheller genutzt werden, denn ansonsten wird der Hintergrund pechschwarz. Ohne Blitz oder Aufhelllicht wiederum ist oftmals der Kontrast oftmals im Motiv zu groß, um später genug Farben im Bild korrekt wiederzugeben. Viele Kameras beherrschen die Aufhelltechnik als Programm oder auf Knopfdruck. Meist wird das Aufhellprogramm auch als Nachtprogramm bezeichnet und zeigt dann ein Porträt zusammen mit einem Stern oder Mondsymbol. Das bedeutet, dass die Kamera automatisch das Blitzlicht reduziert und je nach Lichtsituation bis zu mehreren Sekunden belichtet.

Und nun noch ein letzter, aber wichtiger Tipp: Seine Fotoausrüstung sollte man immer im Auge haben und die Kamera beispielsweise nicht einfach auf einem Tisch ablegen, wenn man sich einen Glühwein gönnt. Zum einen kann es schnell passieren, dass ein Glühweinglas umfällt und sich über die Ausrüstung ergießt. Dann ist das Ärgernis groß, denn das kann den Totalschaden der Kamera bedeuten. Aber auch vor Langfingern sollte man auf der Hut sein.

Aufnahmen von Weihnachtsmärkten sind nicht nur etwas für das eigene Fotoalbum. Sie eignen sich bestens für individuelle Weihnachtspostkarten beziehungsweise Postkartenaufkleber, für Tischkarten, als Fotopuzzle oder als Fotoaufkleber für die eingepackten Geschenke.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2013

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