Nachtfotografie – Weihnachtszeit, Lichter in der Dunkelheit

Weihnachten fällt, und das ist sicherlich nichts Neues, in unseren Breiten in die dunkle Jahreszeit. Für alle Nachtschwärmer mit Kamera bietet die Weihnachtszeit ein Eldorado an Motiven, denn leuchtende Weihnachtsdekorationen stehen trotz steigender Energiekosten absolut hoch im Kurs. Nicht nur der leuchtende Schwippbogen aus dem Erzgebirge schmückt so manches Fensterbrett, sondern auch am Balkon herunterhängende Weihnachtsmänner, im Vorgarten stehende Rentiere oder Schneemänner erleuchten die Dunkelheit ebenso wie Lichterketten am Haus oder in Bäumen. Nahezu in jeder Region in Deutschland gibt es funkelnde und leuchtende Highlights, die sogar zu festen Treffpunkten mit Glühwein und Co. geworden sind. Dass da die Kamera nicht fehlen darf, versteht sich ganz von selbst.

Zwar ist es im Prinzip besser, Nachtaufnahmen während der Dämmerung zu machen, in der „Blauen Stunde“ zwischen Sonnenuntergang und absoluter Dunkelheit, weil dann die Kontraste zwischen Licht und Umgebung nicht so groß sind. Die Fotografie inmitten der Nacht hat jedoch auch ihre eigenen Reize, denn im Winter sind die Zeiten der Dämmerung ohnehin recht kurz.

Aktuelle Kameras mit ihren diversen Menüprogrammen und der Option, die ISO-Empfindlichkeit zu erhöhen, machen das Fotografieren bei Nacht auch ohne Stativ möglich. Doch wer allein auf die Automatikfunktionen der Kamera setzt, kann womöglich von den Bildergebnissen enttäuscht werden. Oftmals erhält man nämlich in der Automatikfunktion und durch die Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit gräuliche und verwaschene Aufnahmen, die die Wirklichkeit nur unzureichend wiedergeben. Die Nacht ist als solche in den Bildern dann nicht mehr erkennbar, weil die Kamera den schwarzen Himmel als grau interpretiert, indem die Empfindlichkeit nach oben geht. „Flache“ Aufnahmen lassen sich durch manuellen Eingriff auf einfache Art und Weise vermeiden, indem die Belichtungszeit um ein bis zwei Blendenstufen reduziert wird.

Beim Fotografieren in tiefer Nacht sollte keinesfalls auf die dunklen Motivteile belichtet werden. Die Lichter werden sonst total überbelichtet und fressen aus. Empfehlenswerter ist es, einen Bereich für die Belichtungsmessung auszuwählen, der sozusagen beschienen wird. So erscheint die Nacht zwar in tiefem Schwarz, es gelingt jedoch, die Szenerie noch im Bild zu zeigen. Idealerweise wird zur Ermittlung von Blende und Belichtungszeit die Spotbelichtungsfunktion der Kamera genutzt. Wenn der beleuchtete Teil des Bildes ausreichend groß ist, kann auch eine mittenbetonte Integralmessung einen richtigen Wert ermitteln. Auf der sicheren Seite ist man als Fotograf immer mit einer Belichtungsreihe.

Ein Stativ ist bei Nachtaufnahmen Pflicht. Bei Belichtungszeiten von zum Teil mehreren Sekunden oder gar Minuten kann kein Fotograf die Kamera in der Hand ruhig halten. Es ist zwar möglich, mit entsprechender Einstellung der Empfindlichkeit an der Digitalkamera kürzere Verschlusszeiten zu erzielen. Meist geht das aber einher mit stärkerem Rauschen, wodurch ein gutes Stück der Bildqualität verloren geht.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2013

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