Naturfotografie - Komponierte Bilder entsprechen den menschlichen Sehgewohnheiten

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Die Natur präsentiert sich uns in einem unüberschaubaren Chaos. Nehmen wir als Beispiel nur einmal eine Blumenrabatte. Fotografieren wir diese, ohne die Regeln der Bildsprache zu beachten, finden wir keinen Halt bei der Betrachtung der Aufnahmen. Zu viele Informationen sind auf den Bildern zu sehen, und das entspricht nicht der menschlichen Psyche und ihrer Sehgewohnheiten. Für Fotografen gilt es, mit dem Blick auf das Motiv gerichtet, den optimalen Kamerastandpunkt zu finden. Aus dem Vorhandenen ergeben sich für den Fotografen Linien, Flächen, Punkte, Farben und Formen – harmonisch und spannend in einem Bilderrahmen angeordnet, ist das die halbe Miete für den Bilderfolg. Bei der Komposition sollte man sich die fotografischen Regeln zu eigen machen, sie aber auch nicht blind einsetzen – sterile und langweilige Aufnahmen sind dann eventuell das Ergebnis.

Fotografen haben den großen Vorteil, dass sie das für sie Wichtige mit der Kamera herausstellen können. Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, dass man schon vor der Aufnahme festlegt, was eigentlich im Mittelpunkt der Betrachtung liegen soll. Bei einer Blumenrabatte könnten es aktuell die Krokusse sein. Sollen sie das Hauptmotiv sein, so müssen sie auch bildbestimmend abgelichtet werden. Der Fotograf hat die Entscheidung zu treffen, wie viel Raum sein Motiv verträgt. Geht es um die Schönheit einer einzelnen Krokusblüte, so muss der Fotograf Sorge dafür tragen, diese in den Mittelpunkt zu rücken. Je weiter man sich von der Einzelblüte wegbewegt, desto mehr muss das Augenmerk auf andere Bildelemente gerichtet sein, die vom ausgewählten Hauptmotiv ablenken. Ein großer Ast beispielsweise würde den Fokus von der Krokusblüte lenken.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2012

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