Naturfotografie - Schmetterlinge vor der Linse

© Fotograf: Tim Langner, Schmettterling, Photoglobus Bildgalerie betrachten © Fotograf: Tim Langner, Schmettterling, Photoglobus

Schmetterlinge sind fotografisch überaus reizvoll. Gemeinsam mit den Faltern sind mehr als 180.000 Arten beschrieben, jährlich werden etwa 700 neue entdeckt. Im Aberglauben galten Schmetterlinge übrigens gar als Verkörperung von Hexen, die es auf den Rahm abgesehen hatten, worauf auch frühere landschaftliche Bezeichnungen für Schmetterlinge, wie Milchdieb, Molkenstehler oder ähnliche, hindeuten. Nun aber zurück zur Fotografie. So anmutend Schmetterlinge auf der einen Seite sind, so schwer sind sie zu fotografieren. In der Fotografie ist oftmals die Rede von Geduld und Ausdauer – wer Schmetterlinge ablichten möchte, der braucht ganz viel von beidem. Ein weiterer wichtiger Punkt ist Beobachtungsgabe. Wie verhalten sich Schmetterlinge, welche Blüten bevorzugen sie und wann sind sie aktiv. Wer darüber Kenntnisse besitzt, der hat den großen Vorteil, vorhersehen zu können und sich dies fotografisch zunutze zu machen. Für die Schmetterlingsfotografie gilt „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ – auch, wenn diese Insekten auch tagaktiv sind. In den frühen Morgenstunden hat man den Vorteil, dass die Tiere sozusagen schlafend auf Pflanzen ruhen. War es am Vorabend windig oder gar regnerisch, so muss man die Schmetterlinge aufspüren, die sich zum Schutz in niederen Krautschichten verstecken. Fliegende Schmetterlinge abzulichten, ist quasi aussichtslos. Wenn, dann bekommt man diese Insekten bildlich nur dann eingefangen, wenn sie sich zum Beispiel auf Pflanzen niedergelassen haben.

Prädestiniert für die Schmetterlingsfotografie sind Kameras mit Wechseloptikkompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkameras. Unsere Empfehlung lautet, auf Makroobjektive mit einer größeren Brennweite zu setzen, denn Schmetterlinge sind äußerst scheu, weshalb der Aufnahmeabstand meist sehr groß gewählt werden muss. Ein weiterer Vorteil der großen Brennweite ist, dass man als Fotograf den Bildausschnitt des Hintergrundes reduzieren kann. Dadurch erhält man farblich, aber auch strukturell wesentlich homogenere Aufnahmen, was natürlich dem Hauptmotiv zugute kommt. Die Kamera gehört auf ein Stativ. Wird mit einer Spiegelreflexkamera fotografiert, sollte dies mit Spiegelvorauslösung erfolgen. Das bedeutet, dass der Schwingspiegel deutlich vor der eigentlichen Aufnahme hochklappt. Dadurch reduziert man Verwacklungsunschärfe durch Eigenschwingungen der Kamera. Die Zeitautomatik bietet sich für die Schmetterlingsfotografie an. Je nach eigenen gestalterischen Vorstellungen kann die Blende entsprechend geändert werden. Inwieweit man die Verschlusszeit im Blick haben muss, hängt vom Wind ab. Ist es windstill, so kann man die Verschlusszeit auch vernachlässigen. Ob man Fremdlicht einsetzt, hängt zum einen von den Lichtbedingungen, aber zum anderen auch von den eigenen Intentionen ab. Ein Ringblitz, der um die Vorderseite des Objektivs angeordnet ist, garantiert beispielsweise eine exakt ringförmig-frontale und somit schattenfreie Ausleuchtung des Motivs ohne Abschattung durch das Objektiv. Seine räumliche Ausdehnung erzeugt ein, verglichen mit normalen Aufsteckblitzen, weiches Licht. Möglicher Nachteil von Ringblitzen ist, je nach Motiv, die fehlende räumliche Wirkung, wehalb man lieber auf einen Aufsteckblitz zurückgreifen sollte.

Oberstes Gebot ist es, nicht nur als Fotograf, die Natur zu schützen. Bei aller Liebe zu Motiven, sollte man immer mit Bedacht vorgehen und beispielsweise bei der Motivjagd nicht alles zertrampeln. Auch sollte man darauf achten, den Lebensraum und die Tiere nicht zu stören.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2013

3 Kommentare

Das ist ein schönes Märchen. Schmetterlinge erblinden nicht vom Blitzlicht. Genauso wie sie niemals auf die Jagd gehen. ;-)

Merlin

von Merlin
11. Januar 2017, 18:53:33 Uhr

Hallo Stefan, das ist uns neu, wir haben davon auch noch nie gelesen. Vielen DANK. Prophoto-Team

Prophoto-Team

von Prophoto-Team
04. April 2014, 12:56:07 Uhr

Hallo, ihr empfehlt je nach Lichtbedingung einen Blitz einzusetzen. Ihr wisst aber hoffentlich, dass Schmetterlinge sowie auch Nachtfalter bei Blitzlicht erblinden und dann kein Futter mehr finden/jagen können?

Stefan

von Stefan
04. April 2014, 12:52:01 Uhr

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden