Wie man Schmetterlinge wirkungsvoll fotografiert

Wann ist die beste Zeit für die Schmetterlings-Fotografie

Warum es von fliegenden Schmetterlingen keine Aufnahmen gibt

© Fotograf: Sebastian Fachbach, Schmetterlinge beim Frühstück, Blende-Fotowettbewerb
Sebastian Fachbach, Schmetterlinge beim Frühstück, Blende-Fotowettbewerb

Schmetterlinge begeistern nicht nur Insektenforscher sondern auch Fotografen. Ihre Vielfalt ist beeindruckend, denn gemeinsam mit den Faltern sind mehr als 180.000 Arten beschrieben, jährlich werden laut Internet etwa 700 neue entdeckt. Aktuell ist hier in Europa eine gute Zeit, Schmetterlinge fotografisch in Szene zu setzen. Wer sich erstmalig den Schmetterlingen als Fotomotiv stellt, der wird feststellen, dass es weitaus mehr bedarf, als nur über das passende Fotoequipment zu verfügen. Die Rede ist von Geduld sowie Ausdauer und Beobachtungsgabe sowie Kenntnisse über Schmetterlinge. Wann sind sie aktiv und welche Blüten bevorzugen sie – entsprechend dieses Wissens kann man gezielt auf Fototour gehen.

Wann ist die beste Fotozeit – Warum man früh losziehen sollte?

© Fotograf: Ulrich Köller, Streifen machen schlank, Blende-Fotowettbewerb
Ulrich Köller, Streifen machen schlank, Blende-Fotowettbewerb

Für die Schmetterlingsfotografie gilt „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ – auch, wenn diese Insekten auch tagaktiv sind. In den frühen Morgenstunden hat man den Vorteil, dass die Tiere sozusagen schlafend auf Pflanzen ruhen. War es am Vorabend windig oder gar regnerisch, so muss man die Schmetterlinge aufspüren, die sich zum Schutz in niederen Krautschichten verstecken.

Warum gibt es keine Bilder von fliegenden Schmetterlingen?

Fliegende Schmetterlinge abzulichten, ist quasi aussichtslos. Sie haben im Flug eine Dynamik, die es unmöglich macht, sie wirkungsvoll abzulichten. Zudem sind ihre Flugbewegungen wenig vorhersehbar. Dies sind die Gründe, warum man nur Bilder kennt, auf denen sich Schmetterlinge auf beispielsweise Blüten niedergelassen haben.

Was braucht es an Fotoequipment und was muss man sonst noch im Blick haben?

© Fotograf: Anne Rollero, Alles war aus gold..., Blende-Fotowettbewerb
Anne Rollero, Alles war aus gold…, Blende-Fotowettbewerb

Prädestiniert für die Schmetterlingsfotografie sind Kameras für Wechseloptik – kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkameras. Ratsam sind Makroobjektive mit einer größeren Brennweite, denn Schmetterlinge sind äußerst scheu, weshalb der Aufnahmeabstand meist sehr groß gewählt werden muss. Ein weiterer Vorteil der großen Brennweite ist, dass man als Fotograf den Bildausschnitt des Hintergrundes reduzieren kann. Dadurch erhält man farblich, aber auch strukturell wesentlich homogenere Aufnahmen, was natürlich dem Hauptmotiv zugutekommt.

Die Kamera gehört auf ein Stativ. Wird mit einer Spiegelreflexkamera fotografiert, sollte dies mit Spiegelvorauslösung erfolgen. Das bedeutet, dass der Schwingspiegel deutlich vor der eigentlichen Aufnahme hochklappt. Dadurch reduziert man Verwacklungsunschärfe durch Eigenschwingungen der Kamera. Die Zeitautomatik bietet sich für die Schmetterlingsfotografie an. Je nach eigenen gestalterischen Vorstellungen kann die Blende entsprechend geändert werden. Inwieweit man die Verschlusszeit im Blick haben muss, hängt vom Wind ab. Ist es windstill, so kann man die Verschlusszeit auch vernachlässigen. Ob man Fremdlicht einsetzt, hängt zum einen von den Lichtbedingungen, aber zum anderen auch von den eigenen Intentionen ab. Ein Ringblitz, der um die Vorderseite des Objektivs angeordnet ist, garantiert beispielsweise eine exakt ringförmig-frontale und somit schattenfreie Ausleuchtung des Motivs ohne Abschattung durch das Objektiv. Seine räumliche Ausdehnung erzeugt ein, verglichen mit normalen Aufsteckblitzen, weiches Licht. Möglicher Nachteil von Ringblitzen ist, je nach Motiv, die fehlende räumliche Wirkung, weshalb man lieber auf einen Aufsteckblitz zurückgreifen sollte. Im Netz kursieren Informationen, dass man in der Schmetterlingsfotografie den Blitz nicht nutzen sollte, weil dieser zur Erblindung der Tiere führen würde. Kenntnisse darüber, ob dies zutrifft, liegen nicht vor.

Oberstes Gebot ist es, nicht nur als Fotograf, die Natur zu schützen. Bei aller Liebe zu Motiven, sollte man immer mit Bedacht vorgehen und beispielsweise bei der Motivjagd nicht alles zertrampeln. Auch sollte man darauf achten, den Lebensraum und die Tiere nicht zu stören.

Blende – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist Blende ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Blende schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

Blende-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.
Weitere Informationen zu Blende hier

Fotografieren in der Praxis 07 / 2018

1 Kommentare

Insekten erblinden nicht, wenn sie ab und zu angeblitzt werden. Die meisten werden auch nicht irritiert. Es gibt Beobachtungen aus Schmetterlingshäusern, dass häufiges Blitzen den Insektenaugen schadet. Bei ruhenden Faltern konnte ich beobachten, dass der Blitz einen Weckreiz darstellt. Da sollte man darauf verzichten. Bilder von fliegenden Faltern gibt es schon, nur selten.

Jürgen

von Jürgen
25. Juli 2018, 17:35:25 Uhr

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